Politik

Mord an Djindjic Zemun-Mafia schuldig

Die serbische Polizei hat im Zusammenhang mit der Ermordung des Ministerpräsidenten Zoran Djindjic und der landesweiten Jagd nach Verbrechern bis zum Sonntag 1.224 Personen festgenommen. Aus Verhören der Inhaftierten und den sichergestellten Beweisen gehe "unmissverständlich" hervor, dass der so genannte Zemun-Clan das Attentat organisiert und durchgeführt hatte, teilte das Innenministerium am Sonntag in Belgrad mit.

Der Clan aus Zemun, einem Belgrader Stadtteil, habe den gesamten Rauschgiftmarkt des Balkans und teilweise in Europa kontrolliert. Bei der Suche nach den drei Hauptverdächtigen arbeite die serbische Polizei mit den Sicherheitsdiensten mehrerer Dutzend Staaten zusammen, heißt es in der Verlautbarung. Das Vermögen der Führer des Zemun-Clans wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.

Die Clan-Führer Milorad Lukovic ("Legija"), bis 2001 Befehlshaber der Kampfeinheit des Geheimdienstes, Dusan Spasojevic-Siptar und Mileta Lukovic-Kum sind noch immer auf der Flucht. Der serbische Vizepremier Cedomir Jovanovic wiederholte am Sonntag im Sender BK-TV die Entschlossenheit der Behörden, den "kompromisslosen Kampf" gegen das organisierte Verbrechen bis zum Sieg fortzusetzen.

Am Samstag wurde gemeldet, dass die Ermittler "illegale Gefängnisse" in Sommerhäusern im Norden des Landes entdeckt hätten. Dort hätten "Gangster entführte Personen gequält", sagte der ranghohe Polizeibeamte der Nachrichtenagentur AP. "Wir entdeckten auf dem Gelände ein ganzes Areal von Armeewaffen, Handfesseln und Ketten."

Quelle: ntv.de