Dossier

Regierungskrise in Kiel Vier SPD-Minister entlassen

Dem schwarz-roten Kabinett in Schleswig-Holstein von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) haben seit der Regierungsbildung 2005 vier SPD-Ressortchefs angehört.

BILDUNG UND FRAUEN: Ute Erdsiek-Rave

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Bildungsministerin und Vize-Regierungschefin Ute Erdsiek-Rave

(Foto: dpa)

Die 62-Jährige ist zugleich stellvertretende Ministerpräsidentin und spielt in der Landespolitik seit vielen Jahren eine führende Rolle. Als energisch und kompetent gilt die aus Dithmarschen stammende Lehrerin, die seit Ende 1998 im rot-grünen Kabinett Kultusministerin war. Zu ihrer Bilanz in der großen Koalition gehört eine umfassende Schulreform. Ihre anstehende Entlassung durch Carstensen hat sie verbittert: "Ich bin menschlich zutiefst enttäuscht. Das ist eiskalte Machtausübung."

INNERES: Lothar Hay

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Innenminister Lothar Hay

(Foto: dpa)

Der 59-Jährige sperrte sich zunächst, dieses Amt zu übernehmen. Hay war seit 1998 SPD-Fraktionschef und wollte das auch bleiben. Dann kam im Herbst 2007 eine schwere Koalitionskrise. Einen Bruch des Bündnisses verhinderte die SPD nur dadurch, dass Ralf Stegner als Innenminister abtrat und aus dem Kabinett ausschied. Hay gab nach und akzeptierte den von Stegner betriebenen Postentausch. Am 15. Januar 2008 kam es dann zu dem Wechsel. Hay amtierte unauffällig. Seine Pressekonferenzen erreichten fast legendäre Kürze.

JUSTIZ, ARBEIT UND EUROPA: Uwe Döring

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Justizminister Uwe Döring

(Foto: dpa)

Der 63-Jährige wurde als Verwaltungsfachmann über die Parteigrenzen hinaus geschätzt und konnte als Allrounder fast überall eingesetzt werden. In Kiel war er im Bildungs-, Innen- und Landwirtschaftsministerium tätig, bevor er 1998 Finanzstaatssekretär wurde. Der gebürtige Hamburger war stets einer der Stabilitätsfaktoren in der großen Koalition. Der korpulente Mann arbeitete effizient, verfügt über feine sprachliche Ironie und stieß eine mutige Justizreform an.

SOZIALES, GESUNDHEIT, FAMILIE, JUGEND, SENIOREN: Gitta Trauernicht

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Sozialministerin Gitta Trauernicht

(Foto: dpa)

Die gebürtige Ostfriesin (58) war seit 2004 Sozialministerin in Kiel und damit auch für die Atomaufsicht zuständig. Die energische Frau legte sich nach den Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel auch heftig mit dem Stromkonzern Vattenfall an. Die Sozialwissenschaftlerin war früher unter anderem in Hamburg Leiterin des Jugendamtes, Staatsrätin und Chefin der Senatskanzlei. Von Ende 2000 bis 2003 war Trauernicht Sozialministerin in Niedersachsen.

Quelle: ntv.de

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