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Koran-Verbrennung Etwas ist schiefgelaufen

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Terry Jones predigt Hass gegen den Islam.

(Foto: dpa)

Der Pastor einer kleinen Gruppe christlicher Fundamentalisten will am 11. September den Koran verbrennen. In Jakarta und Kabul gehen amerikanische Flaggen in Flammen auf, die US-Armee sorgt sich um die Sicherheit ihrer Soldaten in Afghanistan, Außenministerin Hillary Clinton nennt das Vorhaben schändlich und respektlos und selbst die Evangelische Kirche in Deutschland distanziert sich. Warum eigentlich? Welche Bedeutung hat Pastor Terry Jones? Ist es nicht völlig egal, was ein Christen-Fundamentalist in Florida treibt?

Vielleicht nicht. Jones predigt Hass gegen den Islam. Man könnte ihn damit als Teil eines in den USA und Europa seit Jahren wachsenden Unbehagens mit dem Islam sehen - ein Unbehagen, dem in den Niederlanden Geert Wilders seinen Erfolg zu verdanken hat und das in gewisser Weise auch hinter der breiten Zustimmung steht, die Thilo Sarrazin erfährt.

Aber: Jones ist kein Wilders und erst recht kein Sarrazin. Jones ist ein religiöser Spinner. Er will den Koran unter anderem deshalb verbrennen, weil das Buch lehre, dass Jesus nicht der Sohn Gottes sei. Die Aufmerksamkeit, die der Prediger erfährt, steht in keinem Verhältnis zu seiner Wichtigkeit. Die Demonstrationen in Indonesien und Afghanistan, die Sorgen der US-Armee, Clintons Kritik und die Distanzierung der EKD zeigen allerdings, wie zerstört das Verhältnis zwischen der islamischen Welt und dem Westen ist. Ein schräger Anführer von 50 radikalen Christen kann Einfluss nehmen auf die internationalen Beziehungen? Irgendetwas ist hier gründlich schiefgelaufen.

Quelle: n-tv.de

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