Person der Woche

Person der Woche: Donald Trump Der schlechteste US-Präsident aller Zeiten?

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Es gab durchaus noch schlechtere Präsidenten als Trump. Aber man muss weit zurückgehen.

(Foto: AP)

Arnold Schwarzenegger schimpft Trump den schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten. Spätestens nach dem Sturm auf das Kapitol sehen viele das so. Doch ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt - es geht noch übler. Trump ist eher in einer Kategorie mit Richard Nixon. Das reicht.

Präsidentenrankings sind in Amerika hochbeliebt. Seitdem die Harvard Universität 1948 eine erste Rangfolgenstudie veröffentlicht hat, ordnen Medien, Universitäten und Stammtische die Präsidenten regelmäßig ein. Gemeinhin führen George Washington (Gründungsvater), Thomas Jefferson (Verfassungspate), Abraham Lincoln (Sklaverei-Abschaffer) und Franklin D. Roosevelt (Weltkriegs-Sieger) die Beliebtheitsübersichten an. Doch wer ist eigentlich der unbeliebteste US-Präsident aller Zeiten? In dieser Kategorie drängt Donald Trump dieser Tage mächtig nach vorne.

Nach einer Umfrage der "New York Times" unter 170 führenden Politikwissenschaftlern Amerikas war Donald Trump schon vor zwei Jahren der schlechteste. Und seitdem ist seine Bilanz erst richtig miserabel geworden. Die USA erlebten in seiner Präsidentschaft den schwersten Wirtschaftseinbruch, ein Massensterben mit fast 400.000 Corona-Toten infolge falsch eingeschätzter Pandemie, schwere Rassenunruhen und eine tiefe Polarisierung der Gesellschaft. Als Tiefpunkt der Trump-Ära gilt nun der Sturm auf das Kapitol durch Trump-Gefolgsleute, um die Wahlniederlage durch putschähnliche Aktionen doch noch irgendwie zu revidieren.

Kann es für die Geschichtsbücher eigentlich noch Übleres im Weißen Haus geben als diesen narzisstischen 45. Präsidenten? Es kann. James Buchanan zum Beispiel. Der war von 1857 bis 1861 der 15. Präsident der USA, und er war eine Katastrophe. Nicht weil er extrem schielte und ein merkwürdiger Einzelgänger war (bis heute der einzige Präsident, der unverheiratet blieb). Buchanan bahnte vor allem den Weg in den Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. Mehr als 600.000 Soldaten wurden dabei getötet, eine ganze Generation traumatisiert, blühende Städte dem Erdboden gleichgemacht, ganze Landstriche verwüstet. Die dunkelste Stunde der amerikanischen Geschichte wird mit der Präsidentschaft Buchanans in Verbindung gebracht. Das wiegt deutlich schwerer als Trumps Fehlleistungen.

Zu den drei schlechtesten Präsidenten gehört als Zweiter Warren Harding (29. Präsident von 1921 bis 1923). Harding gilt als korruptester US-Präsident der Geschichte. Er hatte nicht nur Beziehungen zum Ku-Klux-Klan und mehrere außereheliche Affären, die mit horrenden Schwarzgeldern verheimlicht werden sollten. Seine Regierung verstrickte sich in spektakuläre Korruptionshandlungen. Harding verhalf politischen Freunden zu lukrativen Ämtern. Eine Gruppe, die als "Ohio Gang" bekannt wurde, nutzte ihre Position, um Regierungsgelder systematisch zu hinterziehen. Das Spektrum der Korruptionsbande reichte vom Versilbern ausländischer Besitztümer über den illegalen Vertrieb von Alkohol und Drogen bis zu organisierten Bestechungen bei der Vergabe staatlicher Ölfelder (Teapot-Dome-Skandal). Hardings Innenminister Albert B. Fall war der erste amerikanische Minister, der für ein Amtsverbrechen eine Haftstrafe antreten musste.

Trump eher auf einem Niveau mit Nixon

Auch der 14. US-Präsident Franklin Pierce (1853 bis 1857) macht Trump Konkurrenz. Er war Alkoholiker und Rassist. Mit wilden außenpolitischen Aktionen versuchte er vergeblich, Kuba zu erobern, ließ mit einer Privatarmee Mittelamerika angreifen und stand kurz vor einem Krieg gegen Großbritannien. Innenpolitisch schürte er den Sklavenstreit. Sein "Kansas-Nebraska-Gesetz" hob das Verbot der Sklaverei in diesen Staaten auf und gab den Startschuss für Unruhen, die im amerikanischen Bürgerkrieg endeten. In volltrunkenem Zustand soll er zudem eine ältere Fußgängerin mit seiner Kutsche überfahren haben. Er starb an einer Leberzirrhose.

Im Vergleich zu diesen drei wirklich miserablen Präsidenten Buchanan, Pierce und Harding steht Trump eher in der vorletzten Kategorie - auf einer Ebene mit Richard Nixon (37. Präsident). Infolge der Watergate-Affäre trat Nixon als bisher einziger US-Präsident der Geschichte von seinem Amt zurück. Seine Negativ-Bilanz kommt der von Donald Trump am nächsten. Nixon und Trump dürften im Geschichtsbuch der USA die beiden Plätze der viert- und fünftschlechtesten Präsidenten einnehmen.

Beide haben die USA verwundend polarisiert, beide waren rhetorische Grobklötze (Nixon nannte Willy Brandt "einen Idioten" und Indira Gandhi "eine alte Hexe"), beide sind der politischen Dauerlügen überführt, beide wollten die Gewaltenteilung unterlaufen, haben die Presse attackiert und durch Amtsmissbrauch eine kleine Verfassungskrise ausgelöst. Beide sind in Impeachment-Verfahren des Parlaments geraten. Nixon kam seinem Verfahren durch Rücktritt am 9. August 1974 zuvor. Trump müsste sich beeilen, damit ihm dies noch gelingt.

Quelle: ntv.de

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