Pressestimmen

Pisa-Blamage für Erwachsene "Deutschland wird zu Recht gescholten"

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Wieder ein Schreck bei einer Pisa-Studie: Deutsche Erwachsene schneiden bei der Schlüsselkompetenz Lesen nur mäßig ab. Ein wenig besser sieht es bei Mathe aus. Nach Meinung der meisten Tageszeitungen ist die Ungerechtigkeit des Bildungswesens schuld.

So sieht das Delmenhorster Kreisblatt das Hauptproblem im ausgrenzenden Bildungswesen, "das Menschen aus sozial schwachen Familien kaum eine Chance gibt, vernünftigen Zugang zu Bildung zu erhalten. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern schneidet Deutschland immer wieder mehr als bescheiden ab und wird dafür zu Recht gescholten."

Oder, um es mit den knappen Worten der Leipziger Volkszeitung zu sagen: "Einmal Hauptschule, immer Hauptschule - und kaum Chancen auf einen gesellschaftlichen Aufstieg."

Nicht nur verschiedene Stufen im Schulsystem sind für die Nürnberger Nachrichten ein Problem: "Die deutsche Gesellschaft driftet auseinander, sie zerfällt in getrennte Welten. Was die Anhäufung des Reichtums angeht ebenso wie bei der gesellschaftlichen Teilhabe und der Bildung."

Die Schere zwischen armen und reichen Deutschen wird laut dem Reutlinger General-Anzeiger gefährlich, denn "ein wohlhabendes Land wie Deutschland, das auf Ideen und Technologie-Transfer angewiesen ist, kann und darf es sich nicht leisten, Talente nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, weil es Eltern am nötigen Kleingeld mangelt."

Der Südkurier aus Konstanz sieht Erwachsene schon auf verlorenem Posten und möchte lieber gleich bei den Kindern ansetzen: "Bildungslücken von Erwachsenen mit teuren Weiterbildungen und umfangreichen Förderprogrammen zu stopfen, sind deshalb allenfalls kurzfristige Schönheitskorrekturen. Stattdessen sollten von Seiten der Politik endlich gleiche Chancen auf Bildung für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Denn sie sind die Erwachsenen von morgen."

Nur die Berliner Morgenpost scheint das peinliche Ergebnis für die Nation der Dichter und Denker nicht zu stören. Sie kritisiert stattdessen den Auftraggeber der Studie: "Offenbar ist es Ziel der OECD, jetzt auch noch die Erwachsenen dem Diktat der Bevormundung zu unterwerfen und einer Gesellschaft, die ihren Wohlstand einem auf Verschiedenheit basierenden marktwirtschaftlichen System verdankt, einzureden, dass Ungleichheit in jedwedem Lebensbereich des Teufels ist. Die OECD will offenbar eine Gesellschaft der Gleichmacherei - das jedoch ist des Teufels."

Quelle: ntv.de, ave

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