Pressestimmen

Iran baut an einer Bombe Letzte Option: "Zuckerbrot und Peitsche"

Der Iran hat etwas zu verbergen, da ist sich die Presse einig. Doch die UN scheinen nicht in der Lage, ihn am Bau einer Atombombe zu hindern. Jetzt ist dringend Handlungsbedarf geboten, denn die Lage ist explosiv. Doch was ist die richtige Strategie: Drohung oder Lockung? Vielleicht beides.

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Keiner glaubt mehr daran, dass Präsident Ahmadinedschad mit seinem Atomprogramm friedliche Absichten hegt.

(Foto: dpa)

"Der Iran will die Bombe. Er wird sie wahrscheinlich auch bekommen", glaubt die Frankfurter Rundschau. Das Blatt sieht Handlungsbedarf, auch wenn die Maßnahmen drastisch wären: "Noch ist Zeit, eine neue Strategie zu entwickeln. Warum nicht nachdenken, zumindest nachdenken über das Prinzip der nuklearen Abschreckung? Warum das Undenkbare einfach aussprechen? Warum den Iranern nicht  sagen, dass sie einen nuklearen Gegenschlag zu erwarten haben, sollten sie ihre Atombombe jemals zünden? Das ist zwar eine furchterregende Vorstellung, aber vielleicht muss der Iran wie eine Atommacht behandelt werden, wenn man verhindern will, dass er zu einer wird".

Auch die Augsburger Allgemeine ist skeptisch, was die friedlichen Absichten des Iran angeht: "Entspannen kann die Situation nur der Iran selbst. Die islamische Republik müsste nur den internationalen Kontrolleuren ungehinderten Zugang zu allen Atomanlagen gewähren. Das hat mit Schmach und Knebelung nichts zu tun, das ist üblich auf (fast) der ganzen Welt. Warum Präsident Ahmadinedschad dies nicht zulässt, liegt auf der Hand: Er hat etwas zu verbergen." Die Zeit läuft davon: "Der Westen kann nur hoffen, dass es nicht zu spät ist, um den Iran ohne Waffen noch rechtzeitig zum Einlenken zu bringen. Aber Israel wird nicht leicht zu überzeugen sein, dass dies der richtige Weg ist. Die Lage bleibt explosiv".

"Der Fall Iran untergräbt das System Staatengemeinschaft. Der Iran verwirft die vom Sicherheitsrat vorgegebenen, sehr konkreten Schritte - und die UN sind nicht in der Lage, ihn daran zu hindern", kritisiert der Kölner Stadt-Anzeiger. "Spätestens jetzt müsste Teheran drastische Sanktionen spüren. Doch die Vetomacht Moskau macht nicht mit. Die Androhung von Gewalt kommt selbst den USA nicht über die Lippen. Was also kann Teheran passieren? Erstens: Der Iran baut an der Bombe. Zweitens: Wenn nicht Geheimdienste wie in billigen Agententhrillern mit Computerviren und weniger filigranen Tricks dagegen vorgehen würden, wäre er längst fertig".

"Trotz Ausrottungsrhetorik ist ein iranischer Angriff auf ein Israel mit Zweitschlagskapazität unwahrscheinlich, weil selbstmörderisch", beschwichtigt die Landeszeitung aus Lüneburg. "Aber es droht ein Rüstungswettlauf. Was tun? Der von Israels Hardlinern befürwortete Präventivschlag würde Irans atomare Uhr wahrscheinlich nicht vollständig zurückdrehen und Rachsucht einpflanzen. Bisher gab es nur zwei Konstellationen, in denen Staaten auf die Atombombe verzichteten: Wenn sie sich von aggressiven zu ausgleichenden Nationen zivilisierten - wie Südafrika. Oder, wenn sie durch eine Mischung aus wirtschaftlichen Anreizen und Sanktionen zum Einlenken gebracht wurden - wie Libyen. Zuckerbrot und Peitsche - mit dem strategischen Ziel eines Regimewechsels - scheint die letzte Option zu sein".

Quelle: n-tv.de, zusammengestellt von Nadin Härtwig

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