Ratgeber
Als Statue geht die Jagdgöttin Diana in Ordnung - als Tattoo auf dem Unterarm eines Polizisten jedoch nicht.
Als Statue geht die Jagdgöttin Diana in Ordnung - als Tattoo auf dem Unterarm eines Polizisten jedoch nicht.(Foto: imago/Leemage)
Mittwoch, 04. April 2018

Bewerbung bei der Polizei : Ablehnung wegen sexistischer Tattoos

Tätowierungen sind heutzutage keine große Sache mehr. Und auch kein Hindernis für den Staatsdienst. Eigentlich. Denn ist die Körperbemalung gut sichtbar, kann dies ein Ausschlusskriterium sein. Zumindest wenn es sich um blanke Brüste handelt.

Wie das Arbeitsgericht Berlin entschieden hat, rechtfertigt eine Unterarm-Tätowierung, die als sexistisch wahrgenommen werden kann, die Ablehnung einer Bewerbung für den Zentralen Objektschutz der Berliner Polizei (Az.: 58 Ga 4429/18).

In dem verhandelten Fall hatte der Polizeipräsident in Berlin einen Bewerber aufgrund einer Tätowierung an seinem Unterarm, welche die Göttin Diana mit entblößten Brüsten zeigt, abgelehnt. Dagegen wehrte sich der Mann mit einer einstweiligen Verfügung.

Ohne Erfolg. Das Gericht wies den Antrag zurück. Demnach ist aufgrund des Beurteilungsspielraumes der Berliner Polizei ein Ermessenfehler bei ihrer Entscheidung nicht zu erkennen. Laut Urteil ist es gut vertretbar, dass eine solche Abbildung auf dem Arm eines Mitarbeiters der Polizei von Bürgern als sexistisch wahrgenommen werden könnte.

Zwar hatte die Behörde ihrer Einstellungspraxis im Hinblick auf Tätowierungen zuletzt gelockert, indem sie auch im Dienst sichtbare Tattoos teilweise für zulässig erachtet. Diese müssen jedoch mit den Anforderungen an das Auftreten und die Neutralität der Dienstkräfte in der Öffentlichkeit vereinbar sein. Schwierig kann es aber für einen Bewerber für den Polizeidienst sein, wenn an der Seriosität der Körperbemalung gezweifelt werden kann, wie das Urteil zeigt.

Grundsätzlich gilt: Die auffällige Zunahme von Tätowierungen deutet auf einen gesellschaftlichen Wandel hin. Rund 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben sich bereits Tinte unter die Haut jagen lassen, welche auch vom Dienstherrn bei der Einstellung junger Bewerber berücksichtigt werden muss. Jedweder Körperschmuck, der durch die Kleidung bedeckt ist, hat den Arbeitgeber aber nicht zu interessieren. Das gilt auch für Tätowierungen. Und auch für Menschen, bei denen die äußere Erscheinung im Berufsalltag eine übergeordnete Rolle spielt - sollen diese doch gleichermaßen Vertrauen und Autorität ausstrahlen. Verboten bleiben hier jedoch Tätowierungen mit extremistischen, entwürdigenden, sexistischen oder gewaltverherrlichenden Bildern.

Quelle: n-tv.de