Für 55 Euro quer durch DeutschlandBahn verschleudert "Geschenk-Tickets"
Die Bahn bringt wieder Billigtickets unter das Volk: Wer keine Lust hat auf Zugbindung und wochenlanges Vorausbuchen, kann sich jetzt ein "Geschenk-Ticket" sichern. Kein schlechter Deal.
In der Vergangenheit verkaufte die Bahn Aktionstickets bei Lidl oder Tchibo. Diesmal nimmt sie den Vertrieb ihrer Billigtickets selbst in die Hand. Das "Geschenk-Ticket" ist ab heute in den Reisezentren, über die DB-Agenturen, also Reisebüros, und auf bahn.de erhältlich. Geschenkt ist das Geschenk-Ticket natürlich nicht: zwei Fahrten in der zweiten Klasse kosten 55 Euro, in der ersten Klasse 75 Euro und wer bestellt, zahlt 3,90 Euro für den Versand. Die Aktion läuft bis einschließlich 19. Dezember - eben "für alle, für die Weihnachten mal wieder total überraschend kommt", wie die Bahn wirbt.
Die Konditionen sind angenehm simpel: Das Ticket gilt für zwei einfache Fahrten innerhalb Deutschlands. Vorbuchen oder Anmelden muss man nicht, einfach Reisedatum, Start und Ziel eintragen und in die Bahn steigen. Es gibt keine Pflicht, die Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt zu verwenden, so können sich auch zwei Erwachsene das Ticket auf einer Strecke teilen. Vorsicht: Sind die Reisedaten einmal notiert, dann gelten sie auch. Durchstreichen und Drüberschreiben machen die Karte ungültig. Kinder unter 15 Jahren kommen bei Eltern oder Großeltern kostenlos mit, wenn sie vermerkt werden.
Weil es – anders als beim Sparpreisticket - keine Zugbindung gibt, sind Unterbrechungen kein Problem, man sollte nur um 10 Uhr des nächsten Tages das Ziel erreichen. Wer etwa von Berlin nach München reist, könnte problemlos einen Zwischenstopp in Leipzig einlegen. Ein Abstecher nach Dresden ist aber nicht drin, das Ticket gilt nur für den direkten Weg und folglich auch nicht für Rundreisen.
Immer außer Freitag
Für Ausflüge zu Silvester oder die Heimfahrt nach Weihnachten kann man das Ticket nicht verwenden, die Reise muss zwischen 4. Januar und 17. März liegen. Daneben gibt es noch eine wichtige Einschränkung: Freitags gilt die Fahrkarte nicht. Vorm Wochenende sind die Züge ohnehin schon gut gefüllt, hier ist die Bahn also nicht unbedingt an weiterer Auslastung interessiert.
Das Geschenk-Ticket kann in allen Fern- und Nahverkehrszügen verwendet werden, vorausgesetzt, man legt wenigstens einen Teil der Strecke im Fernverkehr zurück. Für Reisen in CityNightLine-Zügen wird ein Aufpreis fällig, hier muss man auch reservieren. Ansonsten ist die Reservierung keine Pflicht, wer einen Sitzplatz sicher haben will, kann ihn aber für 4,50 Euro dazubuchen.
Bleibt die Frage: Lohnt sich das? In der Regel schon. Zumindest auf Strecken über 250 Kilometer wird man kaum so günstig mit der Bahn durch Deutschland kommen. Wer flexibel ist und Wochen im Voraus plant, zahlt mit dem Sparpreis in der zweiten Klasse für Hin- und Rückweg im günstigsten Fall 58 Euro. Nur Besitzer einer Bahncard25 können noch billiger davonkommen. Sie reisen bei rechtzeitiger Buchung für knapp 44 Euro. Spontan und flexibel ist das natürlich nicht, beim Sparpreis gilt Zugbindung. Fazit: Wer in den nächsten Monaten Reisepläne hegt, aber sich noch nicht festlegen möchte, liegt mit dem Aktionsticket richtig. Und für alle, die sich nach Weihnachten ein baldiges Wiedersehen mit ihren Lieben wünschen, sind die Fahrkarten womöglich tatsächlich ein passendes Geschenk.