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Geld zurückfordern Bausparkasse wegen Gebühr abgemahnt

Bausparen

Verbraucher, die mit dem Entgelt nicht einverstanden sind, können widersprechen.

(Foto: Franziska Kraufmann/dpa)

Not macht erfinderisch, denken sich auch die Bausparkassen und führen klamm und heimlich die eine oder andere Zusatzgebühr ein. Doch dafür gibt es Regeln. Und zum Glück Verbraucherschützer.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat die Bausparkasse Mainz erfolgreich wegen einer ungerechtfertigten Extra-Gebühr abgemahnt. Die Bausparkasse habe pauschal ein sogenanntes Serviceentgelt erhoben - hätte dies jedoch mit ihren Kunden explizit vereinbaren und dafür auch eine Gegenleistung anbieten müssen, wie die Verbraucherzentrale am Freitag mitteilte. Die Bausparkasse habe sich nach der Abmahnung verpflichtet, ihren Kunden künftig eine Wahlmöglichkeit zu geben. Altkunden können laut Verbraucherschützern zu Unrecht gezahlte Serviceentgelte zurückfordern.

Laut Gesetz müssen Unternehmer und Verbraucher Entgelte ausdrücklich vereinbaren, die über den Zins für ein Darlehen hinausgehen, wie Finanzexperte Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg erklärte. Die Bausparkasse Mainz habe jedoch in Darlehensverträgen ein Serviceentgelt in Höhe von einem Prozent der Darlehenssumme automatisch berechnet. Die Kunden konnten sich damit nicht selbst aktiv für oder gegen die Serviceleistung entscheiden.

Der Darlehensnehmer aus Brandenburg, dessen Vertrag die Verbraucherzentrale abgemahnt hatte, kann nun fast 1500 Euro von der Bausparkasse Mainz zurückfordern, wie Schaarschmidt mitteilte.

Auch andere Bausparkassen hatten in der Vergangenheit ein neues Entgelt eingeführt. So auch die Debeka-Bausparkasse. Je nach Tarif sollen die Kunden hier in der Sparphase des Vertrages 12 oder 24 Euro "Servicepauschale" pro Jahr zahlen. Auch Altverträge, also solche die bereits in der Vergangenheit geschlossen wurden, sind betroffen. Die Alte Leipziger führte für Verträge in der Sparphase eine so genannte "Kontogebühr" von jährlich 15 Euro ein. Die LBS Bayern verlangt seit Anfang 2017 bei verschiedenen Tarifen eine gleichnamige Gebühr von 9,60 Euro pro Jahr. 

Verbraucher, die mit dem Entgelt nicht einverstanden sind, können widersprechen. Dies gilt aber nur für Verträge, bei denen eine "Änderung der Allgemeinen Bausparbedingungen" erfolgen soll. Also zum Beispiel bei Verträgen, die ursprünglich ohne Servicepauschale bzw. Kontogebühr geschlossen wurden und bei denen nun eine solches Entgelt eingeführt wird (Altverträge), informiert die Verbraucherzentrale. Demnach dürfen die Bausparkassen den Kunden wegen eines Widerspruchs nicht kündigen.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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