Öko-Test crunchy Bei einem Müsli knuspert das Acrylamid

Für jene, die den Tag mit einem Müsli starten und gerne was zu beißen haben, kommt Knuspermüsli auf den Tisch. Doch verarbeitete Getreideprodukte können auch so ihre Tücken haben. Eine hohe Konzentration an Acrylamid zum Beispiel, wie Öko-Test verrät.
Seit die Wissenschaft Anfang der 2000er Jahre erstmals auf das damals noch unbekannte Risiko durch Acrylamid in Lebensmitteln gestoßen ist, waren auch verarbeitete Getreideprodukte schnell im Fokus. Schon damals gehörten sie zu den Lebensmitteln, in denen vergleichsweise hohe Konzentrationen gemessen wurden. Denn der Stoff, der sich im Tierversuch als krebserregend und inzwischen auch als erbgutschädigend erwiesen hat, entsteht vor allem beim Erhitzen kohlenhydratreicher Lebensmittel - wie eben Knuspermüsli, das für den Crunch geröstet wird.
Gut 20 Jahre später hat Öko-Test geschaut, wie die Belastung von entsprechenden Produkten ausschaut. Dazu haben die Tester 38 Knuspermüslis in (Bio)Supermärkten, Discountern und Drogerien eingekauft, darunter 24 Bio-Produkte. Für 500 Gramm wurden zwischen 1,53 und 7,78 Euro bezahlt.
In einem spezialisierten Labor wurden alle Müslis auf ihren Acrylamidgehalt untersucht. Die Hersteller wurden zudem gefragt, ob ihre Produkte vegan sind und was sie tun, um den Acrylamidgehalt in ihrer Ware zu minimieren. Das Ergebnis der Untersuchung schmeckt Öko-Test. Fast alle Hersteller haben demnach den Acrylamidgehalt in ihren Knuspermüslis im Griff.
37 Mal "sehr gut"
Demzufolge hagelte es die Bestnote "sehr gut". Ganze 37 Mal wurde diese vergeben. Unter anderem wurden die günstigen "Crownfield Knusper weniger süß, Hafer- Müsli" von Lidl, "Granola Knusper Müsli 30 % weniger Zucker" von Penny, "K- Classic Weniger Süß Knusper Müsli" von Kaufland sowie das "Gut & Günstig Knusper müsli weniger süß" von Edeka derart ausgezeichnet. Erstere sind für nur 1,53 Euro, das letzte für 1,91 Euro zu haben.
Weniger gut lief es für das "3 Bears Granola Hafer Crunch ", das als einziges Produkt einen Richtwert zum Acrylamidgehalt der EU-Kommission überschritt und deshalb ein "mangelhaft" erhielt.
Den Richtwert der EU-Kommission gibt es seit 2018. Diese hat ihn mit Acrylamid-Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten für andere Lebensmittel wie Pommes Frites und Lebkuchen in eine Verordnung geschnürt, orientiert sich dabei allerdings nicht an Gesundheitsrisiken. Bei erbgutverändernden und krebsauslösenden Substanzen wie Acrylamid können laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) selbst geringe Aufnahmemengen zu einer Zunahme gesundheitlicher Risiken führen, vor allem bei regelmäßigem Verzehr.
