Ratgeber

Parkscheinautomat verweigert Münze Darf man ohne Ticket parken?

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Parkschein lösen? Gerne. Aber was, wenn's nicht geht?

(Foto: imago/STPP)

Da hat man schon die passende Münze zur Hand - und dann will sie der Automat partout nicht annehmen. Anderes Kleingeld ist gerade nicht greifbar. Dürfen die Parkraumüberwacher in so einem Fall überhaupt Knöllchen verteilen?

Eigentlich sollte der Parkscheinautomat 50-Cent-Münzen annehmen. Tut er aber nicht. Da hilft kein Rubbeln und kein Klopfen, auch beim fünften Versuch landet das Geldstück wieder im Auswurfschlitz. Die Erklärung dafür ist einfach: Wahrscheinlich ist der elektronische Münzprüfer im Inneren so eingestellt, dass er zu wenig Toleranz hat. Dann fallen manchmal auch Geldstücke durch, die nur minimal von der Norm abweichen. Dieses Wissen hilft dem parkwilligen Autofahrer allerdings wenig, wenn außer der abgelehnten Münze kein Kleingeld greifbar ist. Was tun?

Gibt es in der Nähe noch einen weiteren Automaten, ist die Antwort klar: Hingehen und dort das Ticket ziehen. Ein paar Meter Weg sind durchaus zumutbar. Anders sieht es aus, wenn es keine Alternativen gibt. Dann kommt es darauf an, ob der Automat nur eine bestimmte Münze nicht schlucken will oder ob er komplett defekt ist.

Ist Ersteres der Fall: Pech gehabt. Dann muss man sich eben anderes passendes Kleingeld suchen, hat das Oberlandesgericht Hamm im Jahr 2005 entschieden (Az.: 3 Ss OWi 576/05). Dass einzelne Münzen nicht akzeptiert werden, liege im Risikobereich des Autofahrers, so das Gericht. Der müsse für ausreichend Kleingeld sorgen und mehrere Geldstücke ausprobieren. Der unfreiwillige Falschparker hatte argumentiert, dass er mit der Münze ein gesetzlich vorgeschriebenes Zahlungsmittel verwendet habe. Darauf komme es aber nicht an, fand das Gericht. Entscheidend sei, dass er damit auch den Mechanismus der Parkuhr auslöse.

Parkscheibe ist Pflicht

Im verhandelten Fall hatte sich der Autofahrer mit einer Parkscheibe beholfen und war davon ausgegangen, er habe damit alles richtig gemacht. Hätte er auch, wenn der Automat überhaupt nicht funktioniert hätte. In diesem Fall kann man nämlich ohne Ticket parken. Voraussetzung: Man verwendet eine Parkscheibe. So steht es in Paragraf 13 der Straßenverkehrsordnung.

Dafür stellt man die Parkscheibe auf die Ankunftszeit und darf dann so lange stehen blieben, bis die angegebene Höchstparkdauer erreicht ist. Wenn am Automaten nur Parkscheine bis zu zwei Stunden gelöst werden können, muss man also bis dahin wieder zurück sein. Es muss übrigens eine klassische Parkscheibe sein, es reicht nicht, die Ankunftszeit einfach auf einem Zettel zu notieren – auch wenn man damit vielleicht manchmal durchkommt.

Quelle: ntv.de, ino

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