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Mehrheit der Radler sind Männer Das sind die beliebtesten Rad-Wanderwege

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Die Ostseeregion wurde in den vergangenen Jahren im Ranking nach unten durchgereicht und muss inzwischen um den Verbleib in den Top 10 bangen.

(Foto: imago/penofoto)

Der Spitzensommer im vergangenen Jahr zog viele ins Freie. Und Radfahren war eine beliebte Beschäftigung. Immer mehr Urlauber stellten das Zweirad dabei in den Mittelpunkt ihrer Erholungszeit - und zwar zumeist das eigene.

Der Weser-Radweg hat den Elberadweg als beliebteste Route für Fahrrad-Urlauber in Deutschland abgelöst. Das geht aus der Radreiseanalyse 2019 von ADFC und Travelbike hervor, die auf der Reisemesse ITB in Berlin (6. bis 10. März) vorgestellt wurde.

"Die Betreiber haben viel in die Wegequalität investiert, den Streckenverlauf optimiert und ihr Produkt intensiv vermarktet", sagte ADFC-Tourismusexpertin Louise Böhler zum Weser-Radweg. Auf den Rängen zwei und drei der Beliebtheitsskala folgen Elbe- und Ruhrtal-Radweg.

Die beliebtesten Radfernwege im Überblick:

  • 1. Weser-Radweg
  • 2. Elberadweg
  • 3. Ruhrtal-Radweg
  • 4. Donauradweg
  • 5. Bodensee-Radweg
  • 6. Main-Radweg
  • 7. Mosel-Radweg
  • 8. Rheinradweg
  • 9. Ostseeküsten-Radweg
  • 10. Bodensee-Königsee-Radweg

Nach Angaben der Infozentrale Weser-Radweg in Bremen sind die Vorteile der mehr als 500 Kilometer langen Strecke die gut befahrbaren Wege, die landschaftliche Vielfalt ohne nennenswerte Steigungen und die touristische Infrastruktur. Den Weser-Radweg würden jährlich mehr als 100.000 Menschen befahren.

Holperstrecke in MV

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Der Weser-Radweg ist Deutschlands Top-Radwanderweg.

(Foto: imago/ecomedia/robert fishman)

Für hängende Mundwinkel sorgte das Ranking indes in Mecklenburg-Vorpommern. War die Region Ostsee/Ostseeküste einst auf Platz 1, landete sie nur noch auf Platz 8, noch einmal zwei Plätze schlechter als 2018. Auch der Ostseeküsten-Radweg schnitt bei den Radrouten schlechter ab und wurde nur noch Neunter. Für Insider und Radfahrer keine Überraschung. Der Radweg ist vielerorts eine Holperstrecke, bei Börgerende westlich von Rostock hat sich der Januarsturm ganze Teile des Wegs geholt.

ADFC-Landeschef Volker Schulz sieht ein Alarmzeichen. Die Politik müsse endlich die Dinge in die Hand nehmen. Ein weiteres Zögern könnte dazu führen, dass das Land und seine Radwege überhaupt nicht mehr in der Analyse aufgenommen werden.

Der Qualitätsverlust sei nicht verwunderlich, sagt der Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. "Der Anfang der Verbesserung ist auch schon gedacht." Allerdings eben nur gedacht, denn es gebe immer noch massive Probleme bei der Koordinierung der Umsetzung von Lösungsansätzen.

5,5 Millionen Urlaubsradler

Nachdem 2017 erstmals die Zahl der Radurlauber in Deutschland gesunken war - vor allem wegen des schlechten Wetters -, stieg sie 2018 wieder deutlich an. Mit einem Plus von 27 Prozent erreichte sie 5,5 Millionen. Der Trend zum Elektrofahrrad hat sich dabei laut der Radreiseanalyse fortgesetzt: Rund ein Viertel der Urlauber war mit einem E-Bike unterwegs, im Jahr 2017 waren es lediglich 18 Prozent.

Neben den mehrtägigen Radreisen gab es im Jahr 2018 laut der Studie insgesamt 258 Millionen Tagesausflüge mit dem Zweirad. Weitere Ergebnisse: 64 Prozent aller Radreisenden sind Männer, der Altersdurchschnitt liegt bei dieser Urlaubsform bei 52 Jahren. 88 Prozent der Radreisenden sind individuell unterwegs, 96 Prozent nehmen ihr eigenes Rad mit in den Urlaub.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

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