Ratgeber
Montag, 01. August 2016

Teure Marken mit Mängeln: Die beste Zahnpasta kostet nur ein paar Cent

Lohnt es sich, fünf Euro für eine Tube Zahnpasta auszugeben? Nein, sagt das "Öko-Test"-Magazin. Viele teure Markenprodukte sind demnach sogar schlechter als billige Discounterware.

(Foto: imago/Westend61)

Zweimal täglich Zähneputzen, nicht zu grob und nicht, nachdem man säurehaltig gegessen oder getrunken hat. Das ist die wichtigste Regel für gesunde Zähne. Danach beginnt die Wissenschaft. Muss es ein elektrisches Putzgerät sein und wenn ja, mit welcher Technik? Reicht 08/15-Zahnpasta oder lohnt es sich, in teure Spezialzahncreme zu investieren? Zumindest die zweite Frage beantwortet das "Öko-Test"-Magazin in seiner neuesten Ausgabe: Nein, man muss keine fünf Euro für Zahnpasta ausgeben. Nicht mal einen Euro. Stattdessen kann man getrost zur Discounterware greifen.

38 Zahncremes haben die Ökotester ins Labor geschickt und auf ihre Inhaltsstoffe hin untersucht. Die Hälfte schnitt "sehr gut" ab. Wichtigstes Kriterium: der Kariesschutz. Der ist zuverlässig nur durch Fluorid gewährleistet. Fluor-Verbindungen unterstützen die Remineralisierung des Zahnschmelzes und bilden eine Art Schutzfilm auf den Zähnen. In größeren Mengen ist Fluorid giftig -  wer sich mit fluoridhaltiger Zahnpasta die Zähne putzt, hat aber nichts zu befürchten. Das gilt jedenfalls für Erwachsene, bei Kindern kann zu viel Fluorid zu Fluorose führen, einer Verfärbung der Zähne.

Für Skeptiker gibt es auch Zahncremes ohne Fluorid, vor allem bei den Naturkosmetik-Anbietern. Sie setzen zum Beispiel auf Xylitol, ein Süßungsmittel, dem eine kariesprophylaktische Wirkung zugeschrieben wird. Allerdings gibt es keine brauchbaren Studien, die belegen, dass solche Zahncremes tatsächlich effektiv Karies vorbeugen. "Öko-Test" hat sie deshalb abgewertet. Das Schicksal traf auch die teure Biorepair Zahnpasta von Dr. Wolff's. Künstlicher Zahnschmelz aus Zink-Carbonat-Hydroxyloapatit soll nanofeine Defekte im Zahn verschließen. Die Verbindung verträgt sich allerdings nicht mit Fluorid, deshalb wird der Kariesschutz auch gar nicht eingesetzt. Weil es keine verlässlichen Studien zur Wirksamkeit gibt, ist Biorepair bei "Öko-Test" ungenügend. Auch Ajona, der Klassiker in der roten Metalltube, fällt mangels Fluorid durch. Die fluoridfreien Naturkosmetik-Produkte wurden als "mangelhaft" eingestuft.

Schädlicher Schaum

Fluorid ist erwünscht, andere Inhaltsstoffe weniger. So verwenden Hersteller für die Schaumbildung oft Natriumlaurylsulfat, ein aggressives Tensid, das Schleimhäute reizen kann. Viele bekannte Marken, etwa Blend-A-Med, Thera Med oder Colgate, kamen deswegen im Test schlechter weg. Minuspunkte gab es auch für konservierende Parabene oder PEG/PEG-Derivate. Erstere stehen in Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Letztere können die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. "Ungenügend" urteilte "Öko-Test"  deshalb über Aronal, Lacalut, Odol-Med 3 und Signal.

Wenig falsch macht man dagegen mit No-Name-Ware. Zahncreme vom Discounter oder den Handelsmarken von Drogerien und Supermärkten schnitt durch die Bank "sehr gut" ab. Standardpreis sind 36 Cent pro 100 Milliliter. Wer auf Markenprodukte im Badezimmer schwört, macht mit Elmex Kariesschutz, Paradontax und Pearls&Dents nichts falsch. Auch im Naturkosmetik-Segment liegen günstige Produkte vorn. Rossmanns Alterra und Dms Alverde-Zahncreme waren die einzigen, die hier "sehr gut" bewertet wurden.  

Quelle: n-tv.de