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Unter aller Sau? Grillwürste im Test: in dubio pro bio

Der Sommer ist da, der Grill glüht und die Fußball-EM läuft. Die perfekte Voraussetzung also für einen gelungenen Grillabend. Doch mit den Verzehr von Grillwürsten sollte man sich besser zurückhalten, meint "Öko-Test".

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Wenn grillen, dann Bio-Würstchen, besagt das Testergebnis.

(Foto: imago/Revierfoto)

Die deutsche Brat- oder Grillwurst ist ein Verkaufsschlager - weltweit. Aber vor allem hierzulande ist kein Grillfest ohne sie denkbar. Eine Entscheidung, die nach Meinung von "Öko-Test" besser noch einmal überdacht werden sollte. Denn das Magazin mahnt beim Wurstverzehr zur Zurückhaltung. Zum einem wegen der Qualität der untersuchten Ware, zum anderen wegen der meist grauenhaften Bedingungen, unter denen der Wurstinhalt während seines kurzen Lebens zu leiden hat. Richtig, gemeint ist das Schwein. Denn daraus sind die 20 getesteten Würste gemacht.

Und ohne dem Leser schon den Appetit zu verderben, bevor der Grill überhaupt angezündet ist, darf dennoch nicht unerwähnt bleiben, dass in 14 Grillwürsten Mineralölrückstände stecken. Diese können aus Kunstoffverpackungen oder dem Produktionsprozess stammen und sich im Körper anreichern. In Tierversuchen haben diese gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) zu Organschäden geführt. Zudem fand "Öko-Test" in einer Wurst das Antibiotikum Florfenicol. Eine Charge enthielt sogar so hohe Mengen davon, dass sie so gar nicht verkauft werden dürfte.

Auch überflüssige Zusätze werden von den Testern kritisiert. Denn in fast allen Bratwürsten stecken Phosphate, welche dafür sorgen sollen, dass die Fleisch- und Wasseranteile in der Wurstmasse homogen bleiben. Ein Zuviel an Phosphor kann aber die Kompensationsmechanismen des Körpers überfordern und auch bei Gesunden die Nieren schädigen sowie das Risiko für Herz- und Kreislauf-Erkrankungen steigern.

Im Test fallen dann alle konventionellen Produkte durch. Wenn es um die Wurst geht, sollte es im Zweifelsfall heißen: in dubio pro bio. Denn die "Alnatura Bratwürstchen", "Basic Rostbratwürstchen" von Bioland, "Königshofer Original Nürnberger Bio-Rostbratwürste" und die "Packlhof Rostbratwürstl" von Bioland wurden allesamt mit "gut" bewertet. Nicht zuletzt wegen der für ebenfalls gut befundenen Tierhaltung.

Letzteres Kriterium sorgt unter anderem auch dafür, dass die "Eberswalder Rostbratwurst", "Grillmeister Rostbratwurst" und die "Ja! Delikatess Rostbratwurst" ein glattes "ungenügend" eingefahren haben. Ein Ergebnis, was auch die Inhaltstoffe der entsprechenden Ware belegen.

Wurstesser sollten zudem wissen, dass die konventionelle Haltung der etwa 60 Millionen jährlich in Deutschland geschlachteten Schweine von "artgerecht" weit entfernt ist. In ihrem Leben von sechs Monaten werden den Ferkeln laut Öko-Test der Ringelschwanz kupiert und die Eckzähne abgeschliffen. Den männlichen Tieren schneidet man den Hodensack auf, reißt den Samenstrang heraus, schneidet ihn ab und entfernt beide Hoden – alles ohne Betäubung oder Schmerzmittel.

Quelle: n-tv.de, awi

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