Ratgeber

Das Beste für die Mieze Katzen brauchen kein teures Futter

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Viele Katzen sind wählerisch. Eine sensorische Prüfung war aus naheliegenden Gründen nicht Teil des Tests.

(Foto: imago/blickwinkel)

Wer meint, seiner Katze mit besonders teurem Futter etwas Gutes zu tun, ist auf dem Holzweg. "Öko-Test" hat 21 Dosen, Tüten und Schälchen zur Analyse ins Labor geschickt. Ausgewogene Ernährung gibt es schon für weit weniger als einen Euro am Tag.

Fleisch, mineralienhaltige Knochen, Kohlenhydrate in Form vorverdauter Körner – Mäuse bieten Katzen fast alles, was sie brauchen. Doch statt auf Bauernhöfen Jagd auf Nager zu machen, fressen die meisten Stubentiger heute aus dem Napf, was man ihnen vorsetzt. "Saftiges Ragout mit Forelle in Sauce", "Grillstreifen mit Geflügel", "Eiersoufflé mit Lachs"  oder "Schlemmerhappen mit Wild" – vieles, was im Regal mit der Tiernahrung steht, klingt nach gehobener Küche. Doch das heißt nicht, dass es für Katzen gut geeignet wäre. Unter 21 Sorten Nassfutter, die sich das Magazin "Öko-Test" angesehen hat, waren nur vier ernährungsphysiologisch gut. Zwei teure Bio-Futter fielen als "mangelhaft" durch.

Ob ein Futter schmeckt, konnten die Tester aus naheliegenden Gründen nicht beurteilen. Wohl aber, ob es ausgewogene Vitamine und Mineralstoffe enthält. Viele ältere Katzen erkranken an Nierenleiden. Die Ursachen sind noch nicht erforscht, sicher ist aber, dass hohe Phosphor- und Eiweißgehalte die Probleme langfristig noch schlimmer machen. Viel hilft also nicht immer viel. Das gilt auch für Vitamin A. Das ist zwar wichtig für Haut und Augen, eine dauerhafte Überdosierung kann aber dazu führen, dass die Wirbelsäule versteift. Vitamin D wiederum ist unentbehrlich für Zähne und Knochen, in zu hoher Dosis droht aber Gefäßverkalkung. Eine Überversorgung mit Kalzium (auch Calcium) kann zu schmerzhaften Harnsteinen führen. Und auch beim Spurenelement Selen macht die Dosis das Gift.

Zwei fallen durch

Die Öko-Tester haben ein Universitätsinstitut für Tierernährung beauftragt, die einzelnen Futtersorten ernährungsphysiologisch zu bewerten. Am meisten Probleme gab es mit erhöhten Phosphor und Kalzium-Gehalten. 15 Futter hatten entweder vom einen oder vom anderen zu viel oder von beidem. Viele enthielten das Dreifache der empfohlenen Minimaldosis. Beim teuren "Real Nature Adult Cat" aus dem Fachhandel war zudem das Verhältnis der beiden Mineralien unausgewogen. Langfristig könnte das zu einem Kalziumabbau aus den Knochen führen, warnt "Öko-Test".  

Auch die Edelmarke Royal Canin konnte nicht komplett überzeugen. Zu viel Vitamin A fanden die Tester in den Beuteln der Sorte "Intense Beauty Gravy". Der Hersteller hat die Rezeptur nach eigenen Angaben inzwischen geändert. Qualität sollte man bei dem Preis auch erwarten können: Um ein ausgewachsenes Tier mit Royal Canin über den Tag zu bringen, muss man gut vier Euro inverstieren. Beim Tip Katzenmenü kostet eine Tagesration gerade mal 30 Cent, das Problem war aber das gleiche wie bei Royal Canin: zu viel Vitamin A.

Auch ein Mangel an Vitaminen ist natürlich nicht wünschenswert. Dem Biofutter von Defu waren keine Vitamine zugesetzt, Vitamin E war überhaupt nicht nachweisbar – schlecht fürs Immunsystem. Dafür gab es ein "Mangelhaft" von "Öko-Test". Auch das Bio-Futter Yarrah fiel durch. Nicht nur, weil es zu viel Vitamin D und Selen enthielt, sondern auch weil die Fütterungsempfehlung auf der Packung nach Ansicht der Tester deutlich zu hoch ausfällt. Das hatte übrigens auch schon die Stiftung Warentest kritisiert. Sie hatte sich vor gut zwei Jahren mit Katzenfutter beschäftigt, aber zum Großteil andere Marken und Sorten untersucht.

Kitekat geht immer

Unter den Testsiegern war damals Kitekat. Auch diesmal schneidet das Markenfutter aus dem Supermarkt mit am besten ab. "Gut" bewertete "Öko-Test" außerdem die "Schlemmerhappen" von Edekas Eigenmarke Gut und Günstig, "Schnucki Saftige Häppchen" von Aldi Nord und das "Schlemmer Menü Wellness" von Rossmanns Tiernahrungslabel Winston.  

Egal, ob das Futter vom Discounter kommt, aus dem Bioladen oder aus dem Fachhandel: Von den teils exquisit anmutenden Menü-Bezeichnungen sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Katzenfutter besteht zum größten Teil aus dem, was bei der Fleischproduktion für den Menschen übrig bleibt: Innereien etwa, Haut oder Knorpel. Kein Tier wird extra für Katzenfutter geschlachtet und gutes Muskelfleisch landet normalerweise auf dem Teller und nicht im Napf. Will man sein Tier komplett mit Selbstgekochtem oder rohem Fleisch ernähren, sollte man ihm aber nicht nur Rinderfilet oder Putenbrust vorsetzen. Auch Innereien sind wichtig, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.     

Quelle: n-tv.de, ino

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