Ratgeber
Wer mehr als 60 Euro im Jahr - die Kosten für die Kreditkarte nicht eingerechnet - für sein Girokonto ausgibt, sollte sich ein neues Konto suchen.
Wer mehr als 60 Euro im Jahr - die Kosten für die Kreditkarte nicht eingerechnet - für sein Girokonto ausgibt, sollte sich ein neues Konto suchen.(Foto: imago/Christian Ohde)
Donnerstag, 23. November 2017

Girokonten werden immer teurer: Kontowechsel spart bis zu 200 Euro pro Jahr

Von Max Herbst

Die meisten Menschen nutzen die Weihnachtszeit, um anderen eine Freude zu machen. Nicht so viele Banken: Sie genehmigen nur sich selbst ein üppiges Weihnachtsgeld - auf Kosten der Kunden.

Dass Banken beim Girokonto kräftig an der Gebührenschraube drehen, ist nicht neu. Die jüngsten Preissprünge überraschen aber selbst hartgesottene Experten. Die FMH-Finanzberatung hat vor Kurzem untersucht, was sich in diesem Bereich im letzten halben Jahr getan hat – und kam zum Teil aus dem Staunen nicht heraus.

Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.
Max Herbst ist Inhaber der FMH-Finanzberatung, die seit 1986 unabhängige Zinsinformationen erstellt.

Hier eine Liste an Beispielen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, aber zeigt, wie kreativ viele Banken sind, wenn es darum geht, einen schnellen Euro zu machen.

  • Die Berliner Volksbank erhöhte beim VR-PrivatGiro Komfort die monatliche Kontoführungsgebühr von vier auf 6,90 Euro. Wer pro Monat nicht mindestens Geldeingänge von 1250 Euro nachweisen kann, zahlt statt acht nun 11,90 Euro. Die Kosten für die Kreditkarte steigen von 24 auf 30 Euro.
  • Sparkasse KölnBonn berechnet GiroDirekt-Kunden für die Nutzung des SB-Terminals 1,75 Euro. Bis vor Kurzem war sie noch kostenlos. Telefonbanking kostet nun 2,50 Euro. Einen enormen Schub gibt es auch bei der bislang kostenfreien GiroCard: Sie kostet nun neun Euro pro Jahr. Die Kreditkartengebühr steigt von 20 auf 30 Euro pro Jahr.
  • Die Taunus Sparkasse hat beim Girokonto Direkt die jährliche Kreditkartengebühr von 24 Euro auf 48 Euro verdoppelt. Die Kontogebühr von 0,95 Euro ist zwar sehr gering, dafür aber kosten klassische "beleghafte" Überweisungen auf Papier und die Nutzung des SB-Terminals gleich jeweils 2,50 Euro. Wer Kontoauszüge druckt, zahlt 0,95 Euro pro Vorgang.
  • Auch die Volksbank Dortmund-Nordwest langt beim DirektKonto kräftig zu. Die Kreditkarte kostet jetzt 30 statt 20 Euro, für die vormals kostenlose GiroCard zahlen Kunden vier Euro. Eine beleghafte Überweisung schlägt mit satten drei Euro zu Buche. Wer Geld am Automaten zieht oder gar einen Mitarbeiter in der Filiale behelligt, zahlt ab dem sechsten Vorgang 50 Cent pro Abhebung.

Gott sei Dank gibt es noch immer Banken, die bei Preiserhöhungen mit Augenmaß agieren: Zu nennen ist hier etwa die Sparkasse Nürnberg mit ihrem Konto Komplett. Es kostet jetzt 7,40 statt der bisherigen 6,45 Euro, bietet aber weiterhin ein All-Inclusive-Paket.

Dass es sogar völlig kostenfrei geht, beweisen einzelne Direktbanken. Auch das zeigt die jüngste Auswertung der FMH-Finanzberatung: Wir ermittelten im Auftrag von n-tv, welche Banken weiterhin ein kostenloses Gehaltskonto im Angebot haben. Es sind dies die Online-Konten von: DKB, ING-DiBa, Consorsbank, Volkswagen Bank, Wüstenrot direct, N26, Santander Bank und Santander Consumer Bank. Bei den regional tätigen Banken sucht man nach solchen Offerten leider vergeblich.

Unser Fazit: Nur wer Konditionen vergleicht, kann allzu geschäftstüchtigen Banken ein Schnippchen schlagen und sich selbst ein großzügiges Weihnachtsgeschenk machen. Inzwischen lassen sich ohne Weiteres bis zu 200 Euro pro Jahr sparen – einfach durch einen Wechsel des Girokontos.

Hier finden Sie das passende Girokonto.

Quelle: n-tv.de

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