Ratgeber

Verbraucherzentrale deckt auf Mängel beim Löschen von Online-Profilen

Es ist nicht schwierig, ein Profil bei Amazon, Facebook oder Yahoo zu erstellen. Komplizierter wird es jedoch, wenn es wieder gelöscht werden soll. Das hat ein Praxistest des Verbraucherzentrale Bundesverbands ergeben. Seit der letzten Überprüfung 2011 gab es kaum Verbesserung.

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Wer sich einmal angemeldet hat, kann nicht sicher sein, dass die Unternehmen die persönlichen Daten wieder löschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenige Klicks und fertig ist das Profil. Nun kann gemailt, gechattet oder eingekauft werden. Doch was ist, wenn kein Bedarf mehr an den einst benötigten Diensten besteht und die Verbraucherdaten wieder gelöscht werden sollen?

Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) bieten nur acht von 19 untersuchten Plattformen die Löschmöglichkeit von Profilen dort an, wo die meisten Nutzer sie erwarten: in den Kontoeinstellungen oder Profilinformationen. Bei sieben weiteren Seiten finden Verbraucher nur über die "Hilfe"-Funktion heraus, wie sie ihr Profil entfernen können. Bei vier Onlineangeboten ist laut vzbv das Löschen überhaupt nicht möglich.

"Das Löschen muss so einfach wie das Anmelden sein. Wir brauchen ein durchsetzbares Recht auf die Löschung persönlicher Daten. Dafür muss sich die Bundesregierung in der EU einsetzen", sagt vzbv-Vorstand Gerd Billen. Derzeit arbeitet die EU an einer Datenschutz-Grundverordnung. Der aktuelle Textentwurf sieht unter anderem das "Recht auf Vergessenwerden" vor. Der vzbv unterstützt diesen Vorschlag weitgehend. Er fordert, dass Nutzer immer das Recht haben müssen, ihre Daten zu löschen. Zudem müssen Betreiber den Löschanspruch auch bei anderen Unternehmen durchsetzen, wenn sie persönliche Daten des Nutzers übermittelt haben. Die meisten Nutzer wissen nicht, an welche Unternehmen ihr Anbieter Daten weitergegeben hat.

Hindernisse beim Löschen

Gegenüber dem ersten Test des vzbv aus dem Jahr 2011 zeigten sich demnach nur geringfügige Verbesserungen. Zwei Portale haben das Löschen für ihre Nutzer vereinfacht, indem sie die Möglichkeit geschaffen haben, Daten per Button in den Kontoeinstellungen zu entfernen. Doch selbst wenn die Löschoption leicht zu finden ist, heißt das nicht immer, dass der Anbieter die Daten vollständig aus dem Netz nimmt. Bei drei Seiten ließen sich Profile, die im Test vor knapp zwei Jahren vermeintlich gelöscht worden waren, leicht wieder reaktivieren, wie die vzbv herausfand.

Die Betreiber hatten die Konten demnach nie wirklich entfernt, sondern lediglich deaktiviert. Wer sich einmal angemeldet hat, kann also nie sicher sein, dass die Unternehmen die persönlichen Daten jemals wieder löschen.

Quelle: ntv.de, awi