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Bis zu 30 Prozent sind drin Modernisierung spart massiv Heizkosten

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Hausbesitzer können Investitionszuschüsse für energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen beantragen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Um es in der kalten Jahreszeit in der Bude schön warm zu haben, tut eine Heizung Not. Doch die sollte nicht zu alt sein, damit es keine Reibungsverluste bei der Energieverwertung gibt. Mit einer Heizungsmodernisierung kann Abhilfe geschaffen werden - und obendrein winken auch noch Zuschüsse.

Im Durchschnitt wird eine Heizung in deutschen Haushalten etwa 17 Jahre alt. Dabei sind viele der verbauten Geräte heutzutage nicht mehr auf dem neuesten Stand der Zeit. Brennstoffe werden nicht optimal genutzt, Wärme geht verloren und die Geräte werden mit steigendem Alter immer unzuverlässiger. Deswegen ist oftmals eine Heizungsmodernisierung eine notwendige Sanierungsmaßnahme, bei der bis zu ein Drittel der Heizkosten eingespart werden können.

Was nicht zu vernachlässigen ist, denn Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich höhere Heizkosten einstellen. Wer mit Gas oder Öl die Bude wärmt, muss mit einem Preisaufschlag für das freigesetzte Kohlendioxid (CO2) rechnen. Zudem kehrt nach der vorübergehenden Senkung die Mehrwertsteuer wieder auf das alte Niveau zurück. Doch wann lohnt sich eine Heizungsmodernisierung, welche Technologien kommen für eine Modernisierung infrage und welche Fördermittel gibt es vom Staat?

Wann sollte über eine Heizungssanierung nachgedacht werden?

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Der richtige Zeitpunkt für einen Austausch kann sehr unterschiedlich sein. Maßgeblich entscheidend ist dabei, wie regelmäßig die Anlage gewartet wurde, weil dadurch unerwünschten Störungen und Ausfällen vorgebeugt werden kann. "In der Regel sollte nach 15 bis 20 Jahren über eine Erneuerung nachgedacht werden. Ist die eigene Anlage älter als 30 Jahre, ist es nach aktueller Energieeinsparverordnung sogar gesetzlich verpflichtend, diese austauschen zu lassen.", so Steffen Heilmann, CRO von Aroundhome, einem Online-Portal für Fachdienstleistungen rund ums Haus. Von der Regelung ausgenommen sind Heizgeräte, die für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen optimiert wurden. Insgesamt kann durch eine Modernisierung mit einer Heizkostenersparnis zwischen 15 und 30 Prozent gerechnet werden. Dabei gilt: je älter die alte Heizungsanlage, umso größer der Einspareffekt. Selbstverständlich spielt das persönliche Heizverhalten dabei auch eine wesentliche Rolle.

Bezüglich der Planung lässt sich sagen, dass im Frühjahr der beste Startzeitpunkt ist. Denn eine gründliche Planung sollte ausreichend Zeit in Anspruch nehmen, wodurch die tatsächliche Umrüstung dann nach zwei bis drei Monaten stattfinden kann. Ein Heizungsausfall ist dabei in den Sommermonaten definitiv besser zu verkraften. Stellt sich nun die Frage, welcher Heizungstyp am besten passt.

Welches Heizsystem passt zu welchem Eigenheimbesitzer?

So unterschiedlich die eigenen vier Wände sein können, so verschieden sind auch die Heizsysteme, die zur Auswahl stehen. Zu Beginn des Auswahlprozesses sollte überprüft werden, welche Versorgungsleitungen für das Grundstück vorhanden sind. So sollte sich informiert werden, ob der Wohnort an das Netz für Erdöl angeschlossen ist und ob es genügend Platz für einen Lagerraum für eventuelle Brennstoffe wie Holzpellets oder Heizöl gibt. Im Falle einer Erdwärmepumpe gilt es zudem zu prüfen, ob die dafür notwendigen Erdsonden im Boden verbaut werden können. Im Folgenden ein Überblick über die relevanten Heizsysteme:

Gasheizung - die saubere und einfache Lösung

Rund 50 Prozent der deutschen Haushalte heizen mit einer Gasheizung. Damit ist sie der am weitesten verbreitete Heizungstyp. Dabei ist kein Lagerraum notwendig, da der Brennstoff über eine externe Leitung geliefert wird. Aufgrund der modernen Brennwerttechnik, wird der Brennwert des Gases optimal genutzt, wodurch ein Wirkungsgrad von 95 Prozent erreicht werden kann. Das wirkt sich nicht nur schonend auf die Umwelt aus, sondern auch auf den Geldbeutel, da der Gaspreis nicht mehr an den Ölpreis gebunden ist.

Ölheizung - der alte Klassiker

Jeder Vierte heizt heutzutage seine Wohnräume mit Heizöl. Dank modernisierter Technik laufen moderne Ölheizungen mittlerweile sogar deutlich sparsamer als vor einigen Jahren. 98 Prozent der Energie setzen sie in Wärme um. Ältere Heizungen mit einer Niedertemperaturtechnik kommen da im Schnitt nur auf 87 Prozent. Bei ganz alten Heizkesseln sieht es da viel schlimmer aus. Hier gehen zum Teil über 32 Prozent der Energie aus dem Heizöl verloren. Positiv ist bei der Ölheizung die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz hervorzuheben. Allerdings sollte in jedem Fall genügend Platz für den nötigen Öltank eingeplant werden. Außerdem sollte beachtet werden, dass das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung ein Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab 2026 vorsieht, sofern am Standort eine umweltfreundlichere Heizungsanlage installiert werden kann. Bestehende Ölheizungen können aber auch darüber hinaus genutzt werden.

Solarthermie-Heizung - Heizen mit der Kraft der Sonne

Es ist nicht ratsam das Haus ausschließlich mit Solarthermie zu heizen. Denn ist mal die Sonne für längere Zeit weg, fehlt die nötige Wärme. Dafür ist eine Solarthermie-Heizung aber die perfekte ökologische Ergänzung, die sich auch lohnt. Denn wenn die Sonne scheint, wird die konventionelle Warmwasserbereitung und Heizung durch die Solarthermie einfach ersetzt. Darüber hinaus kann sie die klassische Heizung optimal unterstützen und zu einem geringeren Brennstoffverbrauch und damit langfristig zu einer Senkung der Heizkosten beitragen.

Pelletheizung - Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

Die Pelletheizung bietet im Betrieb einen ähnlichen Komfort wie die klassische Gas- oder Ölheizung. Die Holzpellets werden automatisch aus dem Vorratsbehälter in den Brennraum geleitet. Dabei muss der Aschebehälter lediglich einmal pro Woche geleert werden. Eine moderne Holzheizung ermöglicht eine hervorragende Energienutzung. Wenn dafür gesorgt wird, dass ebenso viel Holz aufgeforstet wie verbrannt wird, dann kann mit dieser Methode sogar klimaneutral geheizt werden. Bei einer Pelletheizung sollten aber zwei Dinge beachtet werden. Zum einen sollte das Gebäude über einen entsprechenden trockenen Raum für die Lagerung der Holzpellets verfügen. Zum anderen kann nicht genau gesagt werden, wie sich die Preise entwickeln, da seit einiger Zeit mit der steigenden Nachfrage auch die Preise anziehen.

Elektroheizung - Heizen aus der Steckdose

Heizen mit Strom ist sehr teuer, daher hat die Elektroheizung generell keinen guten Ruf. Es gibt aber Anwendungsbereiche, bei denen sich der Einsatz lohnen kann. So kann zum Beispiel im Badezimmer eine Infrarotheizung für schnelle Wärme sorgen, sodass die Heizkörper über die Zentralheizung dauerhaft heruntergestellt werden können. Auch für andere nur gelegentlich genutzte Räume wie Gästezimmer oder Hobbyraum, welche nachträglich nur sehr umständlich an das Zentralheizwerk angeschlossen werden können, bietet eine Elektroheizung Vorteile. Somit kann sie als kleiner Aushelfer an der einen oder anderen Stelle die eigenen vier Wände durchaus lebenswerter gestalten.

Wärmepumpe - Heizen mit der Wärme der Erde

Bei einer Wärmepumpe wird die Wärme des Grundwassers, des Erdreichs oder der Luft zum Heizen genutzt. Grundsätzlich gilt: je weniger die Heizung auf Hochtouren laufen muss, desto effizienter funktioniert die Wärmepumpe. Daher ist sie besonders gut für Niedrigenergie- und Passivhäuser, sowie gut isolierte Gebäude geeignet. Doch auch die Wärmepumpe kommt nicht vollkommen ohne Gas oder Strom aus. Daher ist diese Variante nur klimaneutral, wenn die zusätzlich benötigte Energie aus einer Ökostromquelle kommt, die mit Wind- oder Wasserkraft erzeugt wird. Wenn also die nötige Isolierung im Gebäude vorhanden ist und die erforderlichen Sonden im Erdreich verbaut werden können, dann ist die Wärmepumpe eine besonders ökologische Alternative zu den gängigen Heizsystemen.

Welche Fördermittel können beantragt werden?

Wer jetzt umrüstet, kann dabei auch noch sparen. Denn der Staat fördert umweltfreundliche Heizungen mit Zuschüssen und vergünstigten Krediten. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 wurden zum 1. Januar 2020 die Förderungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) deutlich erhöht. Unter anderem werden "renewable ready" Gasheizungen, sowie Gas-Hybridheizungen, Solarthermie-, Wärmepumpen- und Biomasseanlagen (zum Beispiel Pelletheizungen) gefördert. Wird eine alte Ölheizung ausgetauscht, so können sogar bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet werden. Ergänzend zum BAFA-Zuschuss kann der Ergänzungskredit 167 der KfW in Anspruch genommen werden. Dieser stellt bis zu 50.000 Euro zu einem effektiven Jahreszins von 0,78 Prozent bereit.

Die einzelnen Bundesländer gewähren teilweise attraktive Zuschüsse für die Erneuerung Ihrer Heizung. Auch einige Kommunen wie zum Beispiel Krefeld, Münster, Leipzig oder Schwerin beteiligen sich an den Kosten für eine moderne Heizungsanlage. Zum Teil erhalten Sie die Fördermittel direkt bei Ihrer Gemeinde, manchmal sind auch die regionalen Stadtwerke zuständig. Teilweise können Förderungen auch mit Landesprogrammen oder Förderprogrammen der Kommunen oder Energieversorger kombiniert werden. Informationen hierüber finden sich etwa im Fördermittelcheck der Beratungsgesellschaft CO2online mit einer Postleitzahlensuche.

Fazit

Wer über eine Heizungsmodernisierung nachdenkt, sollte sich bereits frühzeitig über die Möglichkeiten informieren. Denn ein modernes Heizsystem ist eine Investition in die Zukunft, die gut überlegt sein will. Zudem ist nicht jeder Heizungstyp für jeden Eigenheimbesitzer geeignet. Neben eventuellen Lagerräumen für Brennstoffe sollte der ökologische Aspekt nicht vernachlässigt werden. Denn wer bei der Heizungsmodernisierung für die Umwelt mitdenkt, leistet nicht nur einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft, sondern kann auch attraktive Förderungen vom Staat in Form von Zuschüssen und vergünstigten Krediten erhalten und dadurch ordentlich sparen.

Quelle: ntv.de, awi

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