Ratgeber

Schutz vor Online-Betrügern So bleibt der Black Friday sicher

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IT-Sicherheitsexperten raten vom Bezahlen per Vorkasse ab.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Ab morgen startet die Black Friday Woche. Schon seit Wochen warten Schnäppchenjäger auf das große Shopping-Spektakel. Doch gerade Ende des Jahres steigt die Anzahl der Internetbetrüger enorm. Experten für Online-Sicherheit erklären, wie Verbraucher sich schützen können.

Deutschland steht laut den Online-Sicherheitsexperten von Avira und Gutscheinsammler beim Thema Internetbetrug europaweit an der Spitze. Avira blockiert monatlich um die 230.000 Phishing-Versuche. Nur in den USA versuchen Kriminelle im Netz noch häufiger, Daten und Identitäten zu stehlen (Phishing). Die Schweiz belegt im weltweiten Vergleich übrigens Platz 9, Österreich den Platz 14.

Viertes Quartal ist am gefährlichsten

Mit der Zahl der Online-Shops steigt auch die Anzahl der Betrüger. Bereits jeder zwölfte Internetnutzer in Deutschland wurde laut des Sicherheitsindex 2019 vom Bündnis Deutschland sicher Opfer von Betrug im Netz. Das ist wenig verwunderlich, denn von September 2016 bis September 2019 ist die Gesamtanzahl der Phishing-Webseiten um 360 Prozent angestiegen. Auch die Zahl der gefährlichen Apps wuchs von 375.000 auf 420.000. Besonders alarmierend: Gerade im Zeitraum vom Black Friday bis Weihnachten stieg die Anzahl der Phishing-Webseiten um 60 Prozent. Mittlerweile hält jeder Fünfte das Shoppen im Netz für gefährlich.

Experten geben Tipps gegen Internetbetrug

Bevor man am Black Friday oder Cyber Monday blindlinks zuschlägt, sobald man ein scheinbar gutes Angebot entdeckt hat, sollte man sich die Webseite genauer ansehen. Dariush Ansari, Geschäftsleiter der IT-Sicherheitsfirma Network Box Germany rät, Online-Shops ohne ein entsprechendes Gütesiegel zu meiden: "Zu den Qualitätszertifikaten gehören Trusted Shops, internet privacy standards, EHI Geprüfter Online-Shop und TÜV S@fer Shopping. Bis auf ein paar Ausnahmen gilt: Wenn ein Shop nicht im Unternehmensregister der Gütesiegel geführt wird, existiert dieser auch nicht". Mit einem entsprechenden Gütesiegel zeigen die Online-Shops, dass diese auf Qualitätskriterien wie Käuferschutz, transparente Identität und gute Erreichbarkeit wertlegen. Ist man sich nicht sicher, ob der entsprechende Online-Händler seriös ist, kann man sich beim Unternehmensregister der Gütesiegel darüber erkundigen.

Ein weiterer Hinweis auf einen Fake-Shop sind häufig verlockend günstige Preise für beliebte Produkte. Steht dann lediglich die Zahlungsmethode der Vorkasse zur Verfügung, ist das ebenso ein schlechtes Zeichen: "In diesem Fall überweisen Kunden das Geld ohne Sicherheit und erhalten ihre Ware nie", warnt Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von Deutschland sicher im Netz. Die Verbraucherzentrale rät weiterhin davon ab, Zahlungen ins Ausland zu tätigen. Beim Kauf sollten Kunden prinzipiell nicht zu viele Daten von sich preisgeben, so Olaf Köster, Geschäftsführer von 8S IT-Sicherheit und Fachmann für Cybersecurity. "Für Käufer ist man bei der Bezahlung mit Kreditkarte, Zahlungsdienstleistern, wie Paypal, oder auf Rechnung auf der sicheren Seite. Von Anbietern, wie Sofortüberweisung oder anderen, halte ich dagegen nicht viel, da sie persönliche Bankdaten oder EC-Kartendetails speichern. Sensible Daten sollten niemals weitergegeben werden. Das vermitteln auch die Banken", sagt er.

Manche Internetbetrüger versuchen ahnungslose Verbraucher zum Download von Software zu motivieren, die das Schnäppchensuchen erleichtert. Umberto Annino, Head Security Governance beim Finanzdienstleistungs-Unternehmen SIX sieht das äußerst kritisch: "Niemals sollte man unbekannte Software installieren. Eine Software als Bedingung für einen Rabatt oder ein günstigeres Angebot ist unprofessionell. Seriöse Anbieter fragen außerdem niemals nach Zugangsinformationen, Benutzernamen, Passwörtern oder anderen persönlichen Daten", sagt der Experte.

Was tun, wenn man in die Falle getappt ist?

Falls man doch einmal auf Internetbetrüger hereingefallen ist, sollte man laut der Verbraucherzentrale zunächst versuchen, das Geld ganz oder zumindest teilweise zurückzuholen. Hat man eine Überweisung getätigt, gestaltet sich das jedoch äußerst schwierig. Ein paar Banken bieten bei Online-Überweisungen jedoch eine Stopp-Funktion an, die allerdings nur ein paar Minuten lang gültig ist. Kreditkartenzahlungen können mit dem Charge-Back-Verfahren rückgängig gemacht werden. Bei Sepa-Lastschriften gilt eine Frist von acht Wochen ab Abbuchungszeitpunkt für die Rückzahlung, im Betrugsfall verlängert sich diese auf bis zu 13 Monate nachträglich. Bezahldienste wie PayPal helfen mit einem Käuferschutz weiter, der das Geld in der Regel wieder zurückholt. Das gilt allerdings nicht für Gewinnspiele. Hat man mit Western Union oder einem anderen Bargeldtransferdienst gezahlt, kann das Geld nur solange zurückgeholt werden, bis es vom Empfänger in der Filiale abgeholt wurde.

Wer keinen Erfolg mit der Geldrückgabe gehabt hat, sollte eine Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei erstatten. In manchen Fällen kann der betrogene Käufer dann Schadensersatzansprüche gegen seine Bank geltend machen. Dazu muss er die Anzeige vorlegen.

Quelle: n-tv.de, imi