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Beitragsschock bei der PKV So können privat Versicherte sparen

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(Foto: imago/CHROMORANGE)

Für gesunde und junge Menschen war die private Krankenversicherung bisher eine gute Sache. Doch die Zeiten ändern sich, die Beiträge steigen - massiv. Versicherte können dennoch sparen oder vielleicht auch in die Gesetzliche zurückwechseln.

Erklärungsmodelle dafür, dass die Beiträge für privat Krankenversicherte deutlich steigen, gibt es. Fakt ist: Die Versicherer haben immer größere Schwierigkeiten, neue Kunden zu gewinnen. Nicht zuletzt deshalb, weil an System und Tragfähigkeit der privaten Krankenversicherung (PKV) zunehmend gezweifelt wird. Werden doch die älteren Versicherten immer mehr, was die Häufigkeit und damit die Kosten für die medizinische Behandlungen in die Höhe treibt. Doch die hierfür von den Versicherungen gebildeten Rücklagen können am Kapitalmarkt aufgrund der Niedrigzinsphase nicht mehr die nötigen Zinseinnahmen erwirtschaften. Also müssen die Beiträge steigen, damit das System nicht vollends ins Wanken gerät.

Satte elf Prozent Beitragserhöhung sollen es für rund sechs der insgesamt neun Millionen PK-Versicherten sein. In einigen Fällen seien auch gut doppelt so große Beitragserhöhungen möglich. "Zusatzkosten in Höhe von 50 Euro im Monat und mehr sind möglich", weiß die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zu berichten.

Ungeachtet dessen, ob es politische Lösungen für den Problemfall PKV geben wird, haben Versicherte schon jetzt die Möglichkeit, bei ihrer Krankenversicherung zu sparen. Denn viele Versicherer bieten parallel mehrere Tarife an. Unter Umständen ist es so möglich, die gleiche Leistung bei derselben Versicherung in einem anderen Tarif für deutlich weniger Geld zu bekommen. Eine entsprechende Anfrage bei der eigenen PKV kann so einige hundert Euro im Monat sparen. Grundsätzlich sind die Konzerne sogar dazu verpflichtet, bei einer Beitragserhöhung ihre Kunden über diese Möglichkeit zu informieren.

Basis- oder Standardtarif?

Wem die Beitragslast dennoch zu hoch ist, der hat die Möglichkeit, beim eigenen Versicherer in einen sogenannten Basistarif zu wechseln. Dieser bietet gesetzlich vorgeschrieben das gleiche Leistungsniveau wie die gesetzliche Krankenversicherung. Bei hohen Beitragszahlungen lassen sich hierdurch die Belastungen nahezu halbieren. Natürlich aber auch zulasten der Leistung. Möglich ist dies aber nur für Versicherte, die seit 2009 privat krankenversichert sind und für jene, die bereits vor 2009 Mitglied waren, sofern sie mindestens 55 Jahre alt sind, Rente oder Pension beziehen oder hilfsbedürftig im Sinn des Sozialrechts sind.

Wer seine Beitrage gar nicht mehr zahlen kann, hat auch die Möglichkeit, in den sogenannten Standardtarif zu wechseln. Dafür muss der Versicherte aber mindestens zehn Jahre privat versichert sein, mindestens 55 Jahre alt sein und weniger als 54.900 Euro verdienen oder mindestens 65 Jahre alt sein oder jünger und eine Rente beziehen, die unter 56.250 Euro liegt. Die monatlichen Kosten hierfür liegen im Schnitt bei etwa 280 Euro im Monat und sind damit rund um die Hälfte günstiger als der Basisrtarif. Dennoch sollten wechselwillige Versicherte im Einzelfall die Tarife detailliert vergleichen.

Wer zu einem anderen privaten Versicherer wechseln möchte, kann seinen alten Vertrag innerhalb von zwei Monaten nach Erhalt der Beitragserhöhung kündigen. Allerdings muss der Versicherte dann meist mit einer erneuten Gesundheitsprüfung, sowie wegfallenden Altersrückstellungen rechnen.

Zurück in die Gesetzliche

Manch einen zieht es aber auch gleich zurück in den Schoß der Gemeinschaft. Doch ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) steht nicht allen privat Versicherten offen. Zurückwechseln können alle Angestellten, die weniger als 56.250 Euro (Jahresarbeitsentgeltgrenze) verdienen. Wer mehr verdient, kann die Arbeitszeit verringern, ein Sabbatical einlegen oder, wenn der Bruttolohn nur wenig über der genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, auch in die betriebliche Altersvorsoge einzahlen. Das mindert ebenfalls den Bruttolohn. Auch wer arbeitslos wird, kann wieder unter den Schutz der Gesetzlichen zurück.

Selbstständige haben es deutlich schwerer. Denn dafür ist die Beendigung der unternehmerischen Tätigkeit erforderlich. Wer diese aufgibt, kann sich gegebenenfalls beim Ehepartner familienversichern lassen oder aber arbeitslos melden. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte ein Wechsel ins Angestelltenverhältnis überdacht werden.

Ein Zurück ist allerdings nur dann noch möglich, wenn der Versicherte unter 55 Jahre alt ist. Für Ältere ist dies nur noch erlaubt, wenn sie in den letzten fünf Jahren wenigstens einen Tag lang gesetzlich krankenversichert waren. Für den, der bereits in Rente ist, gibt es jedoch keinen Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

Quelle: n-tv.de

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