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Traumjob per Initiativbewerbung So überzeugt man den Wunscharbeitgeber

Klar kann man warten, bis der Traumjob ausgeschrieben wird. Man kann ihn sich aber vielleicht auch selbst schaffen, per Initiativbewerbung. Die kostet Zeit und Mühe, im besten Fall kommt man so aber an Stellen, die es nie auf den freien Markt schaffen.

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Bei der Initiativbewerbung ist besonders viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

(Foto: imago/wolterfoto)

Auf Stellensuche und das passende Angebot ist nicht dabei? Der Wunsch-Arbeitgeber hat schon länger keine Stelle mehr ausgeschrieben? Dann kann eine Initiativbewerbung die Lösung sein. Der Vorteil: "Mit einer Initiativbewerbung macht man sich für Stellen sichtbar, die nicht ausgeschrieben sind", erklärt Karriereberaterin Brigitte Scheidt. Und das sind nicht gerade wenige: "60 bis 80 Prozent aller Stellen werden ohne eine Stellenausschreibung vergeben", sagt die Diplompsychologin.

Mit einer gelungenen Initiativbewerbung zeigt der Absender außerdem, dass er von sich aus aktiv wird, dass er sich mit den Anforderungen des potenziellen Arbeitgebers auseinandergesetzt hat und dass er weiß, wo eigene Stärken und Neigungen liegen. Wie geht man am besten vor?

Besonders wichtig: gründliche Recherche

Besonders wichtig ist die gründliche Recherche, erklärt Karriereberaterin Julia Funke. Bewerber sollten die Größe, Struktur und Heimatregion des Unternehmens kennen und sich mit seiner Philosophie vertraut machen. Dann folgt der Abgleich mit den persönlichen Voraussetzungen: "Als Bewerber sollte man sich klarmachen, wo man mit der eigenen Ausbildung und den beruflichen Erfahrungen hineinpasst", sagt Funke.

Scheidt rät, schon vor dem Absenden der Bewerbung die Personalabteilung zu kontaktieren. So erfahren Jobsuchende, ob Initiativbewerbungen überhaupt erwünscht sind, welche Unternehmensbereiche dafür infrage kommen und wer der richtige Ansprechpartner ist. In der schriftlichen Bewerbung nimmt man dann Bezug auf das Telefongespräch und schafft so einen Anknüpfungspunkt.

Formalitäten sind dieselben

Die Formalitäten einer Initiativbewerbung sind dieselben wie bei einer regulären Bewerbung. In der Betreffzeile des Anschreibens sollte aber unbedingt stehen, dass es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Dort nennt man auch den Bereich des Unternehmens, in dem man arbeiten möchte - und zwar so konkret wie möglich.

"Viele Bewerber glauben, dass sie höhere Chancen auf eine Stelle haben, wenn sie nur vage formulieren, wo sie sich selbst im Unternehmen sehen", so Funke. Doch damit setzen sie ein falsches Signal. "Wer keinen konkreten Bereich benennt, vermittelt den Eindruck, er würde jeden Job in dem Unternehmen annehmen." Besser ist es, die Wunschposition so genau wie möglich zu benennen. Ist dann keine passende Stelle frei, schlägt die Personalabteilung häufig von sich aus eine Alternative vor.

Als Bewerber das Bedürfnis wecken

In der Initiativbewerbung sollten vor allem zwei Punkte deutlich werden, erklärt Lothar Wolf, der Menschen bei der beruflichen Neuorientierung berät: Unbedingt sollten Bewerber erklären, warum sie sich genau für das jeweilige Unternehmen interessieren. "Im Gegensatz zu einer Bewerbung auf eine Stellenausschreibung gibt es keine Kriterien, auf die ich mich beziehen kann", sagt der Experte. Außerdem sollte die Initiativbewerbung deutlich erklären, welchen Wert der Absender mit seinen Qualifikationen für das Unternehmen hat. "Schreibt ein Unternehmen eine Stelle aus, ist klar, dass dort Bedarf besteht", so Wolf. "Bei einer Initiativbewerbung muss ich als Bewerber das Bedürfnis wecken."

Genau darin liegt auch die große Herausforderung einer Initiativbewerbung. Dennoch rät Wolf unbedingt dazu: "Wer sich beruflich verändern möchte oder sich besonders für ein Unternehmen interessiert, sollte nicht abwarten, bis irgendwann etwas Passendes ausgeschrieben ist." Bewerber müssen sich natürlich darüber im Klaren sein, dass eine Initiativbewerbung mehr Mühe macht als die reguläre Variante.

Nicht dasselbe Schreiben an alle

"Eine Initiativbewerbung macht man nicht mal eben zwischendurch", sagt auch Scheidt. Trotzdem warnt sie davor, es sich einfach zu machen und eine Initiativbewerbung in leicht veränderter Form an mehrere Unternehmen zu schicken. "Aus dem standardisierten Anschreiben lässt sich Beliebigkeit herauslesen, die den Eindruck vermittelt, der Bewerber sei bei der Jobsuche nicht wählerisch." Gerade bei Initiativbewerbungen sei das ein K.-O.-Kriterium.

Wer nach einer Initiativbewerbung vergeblich auf die Antwort des Unternehmens wartet, kann durchaus nachhaken. "Wer nachfragt, zeigt: Ich bin immer noch interessiert", sagt Scheidt. Kommt vom Unternehmen hingegen der Hinweis, von Nachfragen abzusehen, sollte man sich daran halten. Auch wer eine Absage bekommt, müsse die Entscheidung akzeptieren. Aufgeben dürfe man aber nicht, so die Expertin: "Jede Initiativbewerbung ist eine Übung. Nach ein paar Anläufen wird man schneller und die Bewerbung noch griffiger."

Quelle: n-tv.de, Marie Blöcher, dpa

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