Ratgeber

Jetzt wird umgestellt So viel kostet DVB-T2

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Wer schon die nötige Technik für DVB-T2 hat, kann nach einem Sendersuchlauf ins neue HD-Zeitalter starten.

(Foto: picture alliance / Sophia Kembow)

Heute Nacht wird in weiten Teilen Deutschlands das DVB-T Antennensignal abgeschaltet. Wer weiter wie gewohnt fernsehen will, muss tief in die Tasche greifen. Welche Kosten kommen auf die Haushalte zu?

Ab Mitternacht ist für viele Haushalte Schluss mit Fernsehen. In weiten Teilen Deutschlands sehen Zuschauer mit Antennenanschluss gar nichts mehr. Danach geht es nur für diejenigen weiter, die rechtzeitig auf DVB-T2 HD umgestellt haben. Sie können nach einem erneuten Suchlauf 40 Programme empfangen, der Rest schaut in die Röhre. An mangelnder Information dürfte das nicht liegen. Mitte März wussten mehr als 84 Prozent aller DVB-T-Nutzer über die anstehende Umstellung Bescheid, meldet die Initiative DVB-T2 HD. Wie viele Haushalte tatsächlich darauf vorbereitet sind, haben die Marktforscher allerdings nicht eruiert.

Ein gerade veröffentlichte YouGov-Studie legt allerdings nahe, dass viele der insgesamt 3,34 Millionen Haushalte, die über DVB-T fernsehen, noch nicht gehandelt haben. Zwar gab gut die Hälfte der Befragten an, sich im Zuge der Umstellung neue Technik anzuschaffen. Doch immerhin acht Prozent wollten künftig lieber ganz auf den Empfang von Fernsehsendern verzichten. Ihr Problem: Die neue Technik ist teuer. Und das nicht nur bei der Umstellung, sondern permanent. Welche Kosten kommen auf die Betroffenen zu?

Mindestens 50 Euro für neue Hardware

Zunächst mal ist neue Hardware fällig. Die alten DVB-T-Antennen lassen sich in der Regel weiter nutzen. Aber wer nicht in letzter Zeit einen neuen Fernseher mit integriertem DVB-T2-Empfang angeschafft hat, wird einen neuen Receiver brauchen. Das alte DVB-T-Gerät lässt sich nicht umrüsten und ist somit nur noch Elektroschrott. Günstige Receiver kosten um die 50 Euro. Die Geräte in dieser Preisklasse empfangen allerdings nur die unverschlüsselten Programme der öffentlich-rechtlichen Sender.

Wer sich künftig mit "GNTM", "Wer wird Millionär" oder dem "Dschungelcamp" vergnügen will, braucht einen Receiver mit Decoder. Die Stiftung Warentest hat im Januar eine Reihe von Modellen angeschaut und für 60 bis 70 Euro auch einige gute gefunden, etwa den Skymaster DTR5000 oder den HRT 8720 von XORO. Der Testsieger, der Digital Isio von Technisat, hat eine Netzwerkfunktion und ist im Moment ab etwa 135 Euro zu haben.

Fernsehgeräte, die DVB-T2-fähig sind, können mit einem Adapter nachgerüstet werden, um auch die privaten Programme zu empfangen. Das freenet TV CI+ Modul kostet offiziell 80 Euro, bei einigen Anbietern ist es ein wenig günstiger, aber viel Potenzial nach unten ist nicht.

Fast 70 Euro im Jahr

So viel zu den Anfangsinvestitionen. Sie werden übrigens für jedes einzelne Gerät im Haushalt fällig. Dazu kommen die laufenden Kosten. Die rund 20 öffentlich-rechtlichen Programme finanzieren sich über die Rundfunkgebühr von 17,50 Euro pro Haushalt. Will man auch Privatsender empfangen, kommen weitere Gebühren dazu. Die ersten drei Monate nach der Umstellung senden die Privaten kostenlos, danach muss man freenet TV dazubuchen. Das Abo dauert zwölf Monate und kostet 69 Euro im Jahr, also 5,75 Euro im Monat – wohlgemerkt: pro Gerät. Wer drei Fernseher zu Hause hat und auf allen den vollen Empfang haben möchte, muss also 177 Euro im Jahr extra investieren.

Insgesamt also ein teurer Spaß. Jeder vierte Befragte in der YouGov-Umfrage wollte weg von DVB-T2. Für die meisten heißt die Alternative dann: digitaler Satellitenempfang. Ganz billig ist diese Variante aber auch nicht, die nötige Technik kostet anfangs etwa 200 Euro, der Empfang ist dann aber kostenlos. Wer Privatsender in HD-Qualität sehen will, zahlt auch hier 5 Euro im Monat. Eine weitere Möglichkeit sind Streaming-Anbieter wie Magine TV oder Zattoo. Sie bieten viele Sender auch in HD-Qualität, die Kosten liegen monatlich zwischen 7 und 10 Euro. Eine Übersicht über die Varianten gibt es hier.