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Sofa, Pony, Döner Was darf mit in die Bahn?

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Umziehen mit der U-Bahn? Das sollte man sich nochmal überlegen.

(Foto: imago images / Schöning)

Mit der Bahn umziehen oder einfach merkwürdige Gegenstände von A nach B transportieren - in sozialen Netzwerken kursieren immer wieder Fotos von Personen, die nicht nur ihren Rucksack oder ihre Tasche mit in die U- und S-Bahn nehmen.

Es kursieren viele Mythen darüber, was in der Bahn mitgenommen werden darf und was nicht. Besonders in Berliner U- und S-Bahnen wurden schon Matratzen, Ponys, Rasenmäher, Kicker, Bürostühle und weitere Gegenstände gesichtet, die eigentlich nichts dort zu suchen haben. Viele Beobachter teilten auf Twitter, Instagram und Co. solche Bilder. Sie fragten sich vor allem, warum Menschen diese Dinge überhaupt mitnehmen. Viel interessanter ist aber, ob das überhaupt rechtens ist.

Nicht größer als ein Koffer

Bei der Frage, was in der U-Bahn transportiert werden darf und was nicht, kommt es laut Petra Nelken von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auf die Größe der Gegenstände an: "Alles, was die Größe eines normalen Koffers hat, dürfen Sie mitnehmen, also zum Beispiel ein kleines Klappfahrrad", erklärt sie. Die Regeln der BVG gelten übrigens auch für die S-Bahn in Berlin, da die Unternehmen sich laut Pressesprecherin Sandra Spieker beide an den Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) orientieren. Der VBB sieht zudem ein Verbot von gefährlichen Gegenständen vor. Dazu gehören unter anderem "explosionsfähige, leicht entzündliche, radioaktive, übel riechende oder ätzende Stoffe sowie unverpackte oder ungeschützte Sachen, durch die Fahrgäste verletzt oder beschmutzt werden können."

Auch beim Essen und Trinken gibt es Grenzen, insofern man sich in der U- oder S-Bahn befindet. So sollte man sich nicht beim Döneressen erwischen lassen. Hierbei kann leicht gekleckert werden und die Gerüche sind nicht sehr angenehm für die anderen Fahrgäste. Ganz verboten ist das Essen jedoch nicht: "Natürlich wird Ihnen auch niemand den Keks aus der Hand nehmen", sagt Nelken. Bei den Getränken sieht das nicht viel anders aus. Offene Getränke in Bechern sind verboten, genauso wie Alkohol. Bei einer kleinen Wasserflasche wird jedoch niemand etwas dagegen haben.

Die Mitnahmeregeln sind in vielen Städten ähnlich, wobei es bei den Beförderungsbedingungen kleinere Unterschiede gibt, über die sich die Fahrgäste im Vorfeld informieren sollten. In München beispielsweise sind auch kleinere Snacks und alle Arten von Getränken nicht erlaubt. Ein Servicemitarbeiter der Münchner Verkehrsbetriebe (MVG) begründet dies mit der Art und Weise, wie die Lebensmittel verzehrt werden. Die Gefahr des Kleckerns sei hier der ausschlaggebende Grund für das Verbot. Wer sich dennoch mit unerwünschten Gegenständen oder offenen Getränken beziehungsweise Speisen erwischen lässt, kann der Bahn verwiesen werden. Weitere Strafen sind in der Regel nicht zu befürchten.

*Datenschutz

Sofas, Waschmaschinen und Pferde sind ungeachtet dessen in U- und S-Bahn nicht erlaubt. In Berlin scheinen diese "strengen" Regeln nicht zu gelten, denn nur allzu oft wurden bereits kuriose Dinge gesichtet. Noch im Jahr 2015 zeigte die BVG in einem Werbevideo, wie locker es eigentlich in den U-Bahnen in der Hauptstadt zugeht: Zu sehen sind hier unter anderem ein Pony, ein großes Sofa, drei Musiker und eine Zwiebeln schneidende Frau. Dazu singt Kazim Akboga seinen Hit "Is mir egal", der suggeriert, dass in der Berliner U-Bahn eigentlich alles geht. Vorausgesetzt, man hat ein gültiges Ticket. Ob die BVG mittlerweile strenger geworden ist? Das (selbstironische) Video werden viele Fahrgäste jedenfalls nicht als strenges Verbot für Umzüge mit der BVG oder die Mitnahme ihres Lieblingspferdchens auffassen.

Hunde und Fahrräder sind erlaubt

Kleine Hunde dürfen in allen deutschen Städten kostenlos mitgenommen werden, vorausgesetzt, der Besitzer hat eine gültige Fahrkarte; für den Hund muss er dann noch einen Fahrschein des Ermäßigtentarifs kaufen. Hunde müssen einen Maulkorb tragen und angeleint sein. Kampfhunde sind nicht gestattet. Die Mitnahme von Blindenhunden ist kostenfrei, diese müssen auch keinen Maulkorb tragen.

In Köln, München, Berlin und vielen weiteren deutschen Städten benötigt man ein Fahrradticket, um dieses in der Bahn mitnehmen zu dürfen. In Berlin befreien jedoch Geschwisterkarten, Schüler- und Semestertickets sowie Fahrkarten für Auszubildende von der Pflicht eines Fahrrad-Fahrscheins. In vielen anderen Städten, wie zum Beispiel in München, ist die Mitnahme eines Fahrrads nur zu bestimmten Zeiten zulässig. Hier sollte man sich bei den Verkehrsbetrieben über die erlaubten Zeiten informieren. In Hamburg ist die Fahrradmitnahme zu bestimmten Zeiten (außerhalb des Berufsverkehrs) sogar kostenfrei.

Wer einen bestimmten Gegenstand transportieren will und sich unsicher ist, ob dies erlaubt ist, kann sich die folgende Frage stellen: "Würde ich mich als Fahrgast belästigt fühlen, wenn jemand anderes das in die Bahn mitnimmt?" Die Antwort auf die Frage sollte bei der individuellen Beurteilung definitiv weiterhelfen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, imi

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