Ratgeber

Charakter und Finanzen Was hat es mit Kakebo auf sich?

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Nein, bei Kakebo handelt es sich nicht um einen neuen Sex-Trend.

(Foto: imago images / Panthermedia)

In Japan wird Disziplin großgeschrieben. Und die braucht man ja bisweilen im Leben. Was also liegt näher, als sich daran ein Beispiel zu nehmen? Denn dort lernen schon Kinder das Geheimnis, wie Charakter, Selbstvertrauen und Kontostand positiv beeinflusst werden.

Schon mal was von Kakebo gehört? Nein? Um Superfood handelt es sich schon mal nicht. Das Wort ist japanisch - ausgesprochen wird es "Ka - kei - bo" - und bedeutet nichts anderes als Haushaltsbuch. Das klingt erst einmal nach einer altbekannten Methode von Oma und Opa. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied.

Kakebo ist eher ein Lebensstil, keine reine Einnahmen- und Ausgaben-Kladde wie die deutsche Variante. Die fernöstliche Sparmethode formt angeblich nicht nur den Kontostand, sondern auch den Charakter und gibt dem Sparer Selbstvertrauen. Wer seine Geldströme kontrolliert, wird sicherer, baut Stress ab und innere Stärke auf, heißt es im Buch "Kakebo", das im NGV-Verlag erschienen ist. Ganz nebenbei sind bei disziplinierter Umsetzung zwischen 20 und 30 Prozent Spar-Potenzial im Alltag drin. Mehr Geld im Portemonnaie, weniger Stress - klingt nach einem Konzept, das sich lohnt.

So geht Kakebo

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Jeden Tag werden alle Ausgaben (am besten abends vor dem Schlafengehen die Kassenzettel checken) notiert. Ob die Zahlen in eine kostenlose Excel-Tabelle oder in ein Kakebo-Buch zum Selbstausfüllen eingetragen werden, spielt dabei keine Rolle.

Die Ausgaben werden in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Unverzichtbare Ausgaben - wie Lebensmittel, Tanken, Handy-Kosten
  • Wünschenswertes - Dinge, auf die man nicht verzichten will
  • Kultur und Freizeit - logisch: Kino-Tickets, der Ausflug in den Zoo und Ähnliches
  • Extras und Unvorhergesehenes - Auto kaputt, Handy aufs Display gefallen und gesplittert

Ganz unten in der Liste - unter dem berühmten Strich - steht die Summe der Tagesausgaben. Montag 45 Euro, Dienstag 37 Euro und so weiter und so fort. Jeden Sonntag wird dann mithilfe der Notizen ausgerechnet, wie viel Geld innerhalb der Woche insgesamt eingenommen und ausgegeben wurde. Die 2-Euro-Sparmethode hilft, das Geld zu schützen. Dabei wandert jede 2-Euro-Münze 30 Tage lang in ein Glas. Das gesparte Geld kann dann sinnvoll investiert werden, denn nur allzu oft lässt man sich im Alltag zu spontanen Lustkäufen verleiten.

Es fehlt die Zeit, um tagtäglich Notizen zu machen? Dann sollte man sich vornehmen, wenigstens ein- bis zweimal pro Woche die Kästchen auszufüllen. Ziel ist es, sich einen Überblick über die Geldströme zu verschaffen. Durch regelmäßige Eintragungen sieht man schwarz auf weiß, wo das Geld versickert und erkennt verschwenderische Angewohnheiten, die richtig viel kosten.

Am Ende des Monats wird abgerechnet

Schon klar, abgerechnet wird am Schluss. Nach vier Wochen ist es Zeit für eine Bilanz.

Wichtige Fragen:

  • Wie viel Geld hatte man am Monatsanfang zur Verfügung - und wie viel davon wurde ausgegeben?
  • Wie viel Geld wurde gespart?
  • Was waren die größten Geldfresser - und lassen sich diese Ausgaben kürzen?
  • Gibt es Dinge, die im nächsten Monat anders oder besser gemacht werden können?

Die Antworten auf diese Fragen notiert man im Kakebo und legt die Ziele für den neuen Monat fest. Werden die Ziele erreicht, darf man sich ruhig eine kleine - im besten Fall günstige - Belohnung gönnen. Das steigert die Motivation und macht Lust auf mehr.

Quelle: ntv.de