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Tenhagens Tipps Was taugen gebrauchte Smartphones?

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(Foto: imago/Ralph Peters)

Statussymbol, Alleskönner, bester Freund: Smartphones sind unentbehrlich - und kosten bei entsprechender Qualität viel Geld. Da lohnt es sich, über den Kauf eines gebrauchten nachzudenken. Wo man gute Preise und Konditionen findet, verrät Finanztip-Chefredakteur Tenhagen.  

n-tv.de: Lohnt es sich, ein gebrauchtes Smartphone zu kaufen?

Hermann-Josef Tenhagen: Das lohnt sich sehr wohl. Häufig kann man so Preisnachlässe gegenüber dem Neupreis von 25 bis 50 Prozent bekommen. Je älter das Gerät ist, desto preiswerter ist es zu haben. Betriebswirtschaftlich betrachtet ist das mit dem gebrauchten Smartphone wie mit dem gebrauchten Auto. Das ist deutlich billiger. Bei einem neuen hingegen haben Sie einen erheblichen Wertverlust innerhalb weniger Monate, der so signifikant ist, dass sich ein Neugerät für die eigene Ökonomie eigentlich nicht lohnt. Mittlerweile gibt es einen ordentlichen Gebraucht-Smartphone-Markt, wo man quasi jedes Modell erwerben kann.

Was ist mit der Gewährleistung?

Wer bei einem Händler kauft, hat mindestens ein Jahr Gewährleistung. Innerhalb dieses Zeitraums sollten etwaige Mängel auch aufgetreten sein. Das ist eine vergleichsweise komfortable Situation für Verbraucher. Wer gebraucht online ein Gerät kauft, hat zudem ein Rückgaberecht von 14 Tagen. Dies kann im Hinblick auf die anfälligen Akkus von Vorteil sein, die ja nicht mehr austauschbar sind. So kann der Käufer nach Erwerb das Gerät ans Netz hängen und schauen, ob alles mit dem Akku in Ordnung ist. Wenn nicht, kann das Gerät ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Bei einem Neugerät läuft die Gewährleistung für zwei Jahre.

Gibt es auch die neuesten Modelle?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Die allerneusten Smartphones gibt es nur mit einer gewissen Verzögerung. Aber nach wenigen Wochen oder Monaten gibt es die auch gebraucht. Hier gilt: Je mehr von einem speziellen Modell gekauft wurde, desto eher gibt es dieses auch gebraucht. Grundsätzlich gibt es aber auch für Neugeräte beim Händler nach einiger Zeit erhebliche Preisnachlässe. Wer Wert auf das neuste Gerät als Statussymbol legt und dieses sofort in der Tasche haben muss, der kann mit keinem Nachlass rechnen.

Die Händler gibt es nur online?

Nein. Den Händler an der Ecke, den gab es ja immer schon. Aber die Online-Händler haben den Vorteil, dass das Gerät hier ohne Angaben von Gründen zurückgegeben werden kann. Der Händler vor Ort hingegen kann - gebraucht oder nicht - zunächst nachbessern. Der Vorteil greift hier vor allem bei der erwähnten Akku-Problematik. Aber es ist grundsätzlich ohne Belang, aus welchen Gründen der Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch macht.

Welche Online-Händler empfehlen Sie?

Wir haben "buyzoxs", "Clevertronic", "Asgoodasnew" und "Rebuy" bei Finanztip getestet und für gut befunden. "buyzoxs" hat das größte Sortiment, bei "Asgoodasnew" gibt es zum Beispiel zusätzlich zur Gewährleistung des Händlers noch eine 30-Monate-Garantie- auf die Funktionstüchtigkeit von Smartphones.

Was ist mit Privatkäufen?

Hier ist das Problem, dass, wenn der Verkäufer eine Gewährleistung ausschließt, es diese dann auch nicht gibt. Anlügen darf der Verkäufer Sie allerdings nicht. Wenn er die Frage, ob der Akku noch in Ordnung ist, bejaht und dies stellt sich als unwahr heraus, ist das eine arglistige Täuschung. Der Kaufvertrag ist damit anfechtbar. Was aber mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Ansonsten kann, wer sich ein wenig auskennt, die Geräte auch privat kaufen. Zum Teil sogar noch günstiger.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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