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Finger weg von Flüssig-Vollwaschmitteln Weißer Riese schwächelt

Flüssigwaschmittel hinterlässt keine weißen Spuren auf der Wäsche. Das ist aber auch schon der einzige Vorteil: Pulver waschen nicht nur umweltschonender, sondern auch gründlicher als Flüssige. Diese Grundregel gilt zumindest für Vollwaschmittel, wie die Stiftung Warentest ermittelte.

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Nach rund 1000 Waschgängen mit insgesamt 1,6 Tonnen Wäsche steht fest: Pulver sind besser.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer seine Wäsche richtig sauber kriegen will, muss Pulverwaschmittel nehmen. Das galt jedenfalls jahrelang als Fakt. Doch die Industrie hat aufgeholt: Im Oktober 2010 überraschte die Stiftung Warentest mit der Erkenntnis, dass diverse Flüssigwaschmittel mit Pulvern durchaus mithalten können. So standen etwa die Flüssigen von Aldi Süd, Edeka Gut & Günstig oder Ariel den Pulvern in ihrer Waschleistung kaum nach. Dabei handelte es sich allerdings um Colorwaschmittel. Für die Februarausgabe der "Test"-Zeitschrift mussten sich nun 19 flüssige Vollwaschmittel gegen zwei Pulver beweisen. Über sechs Monate dauerte der Test.

1000 Waschgänge später fällt das Ergebnis eindeutig aus: Keiner der flüssigen Kandidaten wusch so gut wie die beiden Pulver im Test. Während die beiden Marken-Pulver Persil Universal Megaperls und Ariel Compact mit Actilift jeweils "gut" abschnitten, kam bei den Flüssigen kein Produkt über ein "befriedigend" hinaus. Drei kassierten sogar ein "mangelhaft". Das lag aber nicht an ihrer Waschleistung, sondern an ihren Umwelteigenschaften: Die Eigenmarken-Waschmittel von Schlecker, Rossmann, Penny und Rewe enthalten Konservierungsmittel, die besonders stark die Gewässer belasten. Auch bei vielen anderen Flüssigen ist in Sachen Umwelteigenschaften nicht alles im grünen Bereich. Pulverwaschmittel kommen dagegen ganz ohne Konservierungsstoffe aus. 

Bei Flecken hilft nur Pulver

Doch nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes sind Pulver die bessere Wahl. Sie machen die Wäsche auch einfach sauberer, zumindest wenn es ums Grobe geht. Mit alltäglichen Belastungen wie Schweiß und Staub kommen auch einige Flüssigwaschmittel gut klar. Insbesondere bei den Eigenmarken von Aldi Nord, Edeka, dm und Netto tun die waschaktiven Substanzen, die sogenannten Tenside, was sie sollen: Schmutz aus den Fasern lösen und dafür sorgen, dass er übers Spülwasser abtransportiert wird.

Beim Spee Aktiv Gel und beim Weißen Riesen klappt das nicht. Hier löst sich der Dreck zum Teil nicht auf, sondern verteilt sich übers Gewebe.  Nach einigen Waschgängen bekommen die Textilien einen Grauschleier. Auch bei richtigen Flecken macht der Weiße Riese seinem Namen keine Ehre und zeigt sich schwächer als die Konkurrenz. Ähnlich schlecht ist nur noch das Spee-Gel.

Die Pulver dagegen werden mit Blut, Salatdressing oder Rotwein locker fertig, auch bei 40 Grad. Das liegt auch daran, dass sie optische Aufheller und Bleichmittel enthalten. Diese wirken bei höheren Temperaturen auch gegen Keime. Bleichmittel gibt es in keinem Flüssigwaschmittel. Für bunte Textilien sollte man Vollwaschmittel-Pulver lieber nicht verwenden, schließlich werden auch Farben ausgebleicht. Flüssige Vollwaschmittel sind hier harmloser, auf Dauer aber auch nicht richtig farbschonend. Für die Buntwäsche sollte man deshalb lieber zum Colorwaschmittel greifen.   

Quelle: n-tv.de, ino

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