Ratgeber

Bloß nicht zu viel verdienen Weniger Rente wegen Solaranlage

Die Einspeisevergütung der Photovoltaikanlage liefert einen schönen Zuverdienst. Doch der kann einem zum Verhängnis werden, wenn man vorzeitig in Rente geht. Was sollten die Betreiber wissen?

imago61818565h.jpg

Wenn die Kinder aus dem Haus sind, sinkt meist der Eigenverbrauch. Umso mehr Strom kann ins Netz eingespeist werden.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Wenn man überschüssigen Strom ins Netz einspeist, kann die Photovoltaikanlage auf dem Dach ein willkommenes Zubrot liefern. Doch was jahrelang unkompliziert funktioniert, kann zum Problem werden, wenn der Anlagenbetreiber vorzeitig in Rente geht. Denn dann gelten bestimmte Zuverdienstgrenzen. Und die könnten mit den Einnahmen aus der Anlage überschritten werden. Das kann die Rente mindern und im Extremfall sogar dazu führen, dass sie komplett gestrichen wird.

Inhaber von Solar, Photovoltaik- oder Windkraftanlagen sind steuerrechtlich Unternehmer, wenn sie den erzeugten Strom nicht komplett selbst verbrauchen, sondern an den Netzbetreiber verkaufen. Und bei bestimmten Rentenarten müssen die Gewinne daraus berücksichtigt werden. Geht man regulär in Altersrente, ist der Zuverdienst egal. Er sorgt womöglich nur dafür, dass man Steuern zahlen muss, beeinflusst aber nicht die Rente.

Anders sieht es aus, wenn man vor Erreichen der Regelaltersgrenze aufhört zu arbeiten, etwa wegen Altersteilzeitvereinbarungen oder wegen Erwerbsunfähigkeit. Dann darf man höchstens 450 Euro im Monat dazuverdienen, zweimal im Jahr sind bis zu 900 Euro erlaubt. Wird diese Grenze regelmäßig überschritten, wird die Rente gekürzt. Und zwar nicht nur um den Betrag, den man "zuviel" eingenommen hat, sondern pauschal um ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel.

Wie viel man durch eine Anlage einnimmt, hängt zum einen von ihrer Größe und Leistung ab und zum anderen davon, wann sie installiert wurde. Für neue Anlagen gibt es nur noch 12,56 Cent pro Kilowattstunde, bis 2012  lag die Einspeisevergütung noch bei über 20 Cent, vor 2010 sogar bei über 40 Cent. Bei älteren Anlagen ist es daher nicht unrealistisch, dass auch bei eher kleinen Flächen über die Einspeisevergütung vierstellige Beträge zusammenkommen und auch heute sind ein paar hundert Euro drin.

Diese Einnahmen zählen

Dass man allein damit die 450 Euro-Grenze reißt, ist unrealistisch. Doch manchmal sind die Einnahmen aus der Stromerzeugung nicht die einzigen Einkünfte. Manche Frührentner arbeiten nebenbei in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen oder auf selbständiger Basis. Andere beziehen Einkommen wie Vorruhestandsgeld. Solche Einnahmen werden angerechnet. Besonders aufpassen muss man bei Erwerbsminderungsrenten, denn hier zählen auch Sozialleistungen wie Krankengeld oder Arbeitslosengeld. Einnahmen aus Vermögen, Vermietung und Verpachtung spielen dagegen keine Rolle.

Ob und inwieweit ein Nebenverdienst berücksichtigt wird und eventuell die Rente mindert, entscheidet der jeweilige Rentenversicherungsträger. Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, muss in der Regel den letzten Einkommensteuerbescheid vorlegen. Stellt sich dann heraus, dass die Stromeinnahmen eine Kürzung gerechtfertigt hätten, muss man die zu viel erhaltene Rente zurückzahlen.

Quelle: n-tv.de, ino

Mehr zum Thema