Ratgeber
Voreinstellung bei Stayfriends verstoßen gegen das Bundesdatenschutzgesetz.
Voreinstellung bei Stayfriends verstoßen gegen das Bundesdatenschutzgesetz.(Foto: imago stock&people)
Montag, 14. Mai 2018

Ärger für Stayfriends : Wenn das Profilbild anderswo auftaucht

Da möchte man nur alte Schulfreunde via Stayfriends wiederfinden und landet plötzlich mit seinem Profilbild bei einer anderen Seite? Nicht schön, aber möglich, wenn man nicht höllisch aufpasst. Verbraucherschützer beenden den Spuk per Gerichtsurteil.

Das Portal Stayfriends darf im Profil neuangemeldeter Nutzer nicht voreinstellen, dass Profilbilder automatisch auf Suchmaschinen und Partnerwebseiten angezeigt werden. Für eine Veröffentlichung außerhalb des Netzwerks fehlt die erforderliche Einwilligung der Verbraucher. Dies hat das Landgericht (LG) Nürnberg-Fürth entschieden (Az.: 7 O 6829/17). Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Stayfriends ist ein deutscher Online-Suchdienst zum Finden ehemaliger Schulfreunde, der nach eigenen Angaben derzeit 20 Millionen Nutzer hat. Der vzbv hatte bemängelt, dass personenbezogene Daten ohne bewusste Einwilligung der Nutzer auch außerhalb des Netzwerks veröffentlicht werden. Bei der Neuregistrierung war bereits voreingestellt, dass das Profilfoto über Suchmaschinen und andere Webseiten auch von Personen gefunden werden kann, die nicht bei Stayfriends angemeldet sind.

Das Landgericht Nürnberg-Fürth schloss sich der Auffassung der Verbraucherschützer an, dass diese Voreinstellung gegen das Bundesdatenschutzgesetz verstößt. Eine wirksame Einwilligung zur Weitergabe der Kundendaten an Dritte liege nicht vor.

Die umstrittene Datennutzung lässt sich nach Ansicht des LG nicht damit rechtfertigen, dass die Nutzer bei der Registrierung die Datenschutzbestimmungen des Unternehmens durch das Setzen eines Häkchens akzeptiert haben. Denn die Klauseln zur Datennutzung standen im Widerspruch zueinander. Am Anfang der Bestimmungen hatte das Portal versichert, es sei "nie voreingestellt", dass die Daten der Kunden für Dritte einsehbar sind. Mehrere Absätze weiter hieß es dagegen, ihre Daten würden auch auf Partnerseiten und Suchmaschinen wie Google veröffentlicht. "Es bleibt deshalb völlig unklar, welche Daten nun für Dritte einsehbar sind und welche nicht", so das Gericht.

"Eine Weitergabe personenbezogener Daten an Suchmaschinen und damit an Personen außerhalb des Netzwerkes ist nur mit Einwilligung der Betroffenen erlaubt", sagt Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv. "Eine im Nutzerprofil versteckte Voreinstellung reicht hierfür nicht aus. Denn diese müssen Nutzer erst umständlich deaktivieren, wenn sie ihre Daten schützen wollen." 

Quelle: n-tv.de