Ratgeber

Kassensturz fürs eigene Heim Wie teuer darf mein Traumhaus sein?

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Nicht nur Finanzen sind bei der Wahl des Traumhauses wichtig: Die Immobilie muss auch zum Leben passen, nicht umgekehrt.

(Foto: imago images/Shotshop)

Immobilien sind gefragter denn je, die saftigen Preise schrecken allerdings auch schnell ab. Wie weiß man, ob das Traumhaus oder die Traumwohnung finanziell überhaupt drin sind? Wenn ja, für wie viel Quadratmeter reicht das Budget? In drei Schritten lässt sich das herausfinden.

Rund 330.000 Euro geben deutsche Käufer im Schnitt für ihre Immobilie aus. Je nach Lage, Zustand und Größe kann der Preis aber auch deutlich abweichen. Reichen im Saarland beispielsweise etwa 200.000 Euro für ein Einfamilienhaus, müssen Käufer in München schon mehr als 1 Million Euro berappen.

Schritt für Schritt zum Eigenheim

Deutschland ist das Land der Mieter, obwohl die meisten von ihnen eigentlich lieber in einer eigenen Immobilie leben würden. Capital+ hat deshalb die wichtigsten Tipps und Grundlagen rund um den Hauskauf in einem sechsteiligen Immobilien-Dossier zusammengefasst. Von der Finanzplanung über die Immobiliensuche bis zum Kaufvertrag erfahren Sie dort, wie der Traum vom Eigenheim Realität werden kann.

Künftige Hauskäufer sollten deshalb zuallererst ihre Finanzen klären, bevor sie sich nach dem Traumobjekt umsehen. Dabei gilt: Die Immobilie muss zum Leben passen, nicht umgekehrt. Denn wer sich finanziell übernimmt, für den kann der Traum vom Eigenheim schnell zum Albtraum werden - zum Beispiel, weil das Geld ständig knapp ist und nicht mal mehr der Urlaub oder der gelegentliche Restaurantbesuch drin sind. Außerdem sind Hauskreditverträge auf mindestens zehn Jahre angelegt - und in dieser Zeit kann viel passieren. Wer dann plötzlich die Kreditraten nicht mehr stemmen kann, riskiert den Notverkauf.

Um das zu vermeiden und die passende Immobilie für das eigene Budget zu finden, müssen Käufer sich drei Fragen beantworten:

1. Wie viel Eigenkapital habe ich?

Ganz ohne Erspartes geht es nicht. Zwar ist für den Großteil der Kaufsumme sowieso ein Kredit bei der Bank nötig. Wer zeitnah eine Immobilie kaufen will, sollte sich aber an folgende Faustregel halten: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises - am besten sogar 30 Prozent - sollte man schon als Eigenkapital in der Tasche haben. Sonst verlangt die Bank wegen höherer Beleihungswerte auch höhere Zinsen - und das wird unnötig teuer.

Wer das in Kauf nehmen will, sollte zumindest die Nebenkosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer haben, die auf den Kaufpreis obendrauf kommen. Für sie gibt es von der Bank nämlich keinen Kredit, weil sie dafür im Gegenzug keine Sicherheit bekommt. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sollten Käufer daher mindestens mit 30.000 Euro rechnen, tendenziell ist es eher mehr.

2. Wie hoch ist mein Einkommen?

Aus dem Einkommen ergibt sich das Monatsbudget, das später für den Hauskredit wichtig wird. Auch hier lässt sich gut mit einer Faustformel überschlagen. Dafür orientiert man sich an der monatlichen Kaltmiete. Wer gut verdient, kann auf diesen Betrag noch etwas draufschlagen. Insgesamt sollte der Betrag aber nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens sein. Denn Eigentümer brauchen auch ein paar Rücklagen für mögliche Reparaturen.

Die Kaltmiete multipliziert man mit zwölf, das ist die Jahresmiete. Die multipliziert man dann mit 20. Das ist die grobe maximale Kreditrate, die einem die Bank leihen wird. Bei 800 Euro Kaltmiete wären das knapp 200.000 Euro. Diesen Kredit müsste man dann - inklusive aller Zinsen, die noch dazukommen - nach spätestens 25 Jahren wieder abbezahlt haben. Die konkrete Summe und Laufzeit hängen aber vom jeweiligen Vertrag ab.

3. Wie teuer darf die Immobilie sein?

Aus Eigenkapital und Monatsbudget lässt sich schließlich ein grober Richtwert für die spätere Immobilie berechnen. Angenommen, die Käufer bekämen 200.000 Euro als Kredit von der Bank und haben 50.000 Euro an Eigenkapital angespart. Dann könnten sie rund 250.000 Euro für den Immobilienkauf inklusive Nebenkosten ausgeben.

Das reicht vielleicht nicht überall für ein Haus, aber in den meisten deutschen Landkreise im Schnitt für eine 90-Quadratmeter-Wohnung. Je gefragter die Lage ist, desto kleiner wird die Wohnung allerdings. In Berlin oder Freiburg würde es zum Beispiel noch für Dreizimmerwohnung mit 60 bis 70 Quadratmetern reichen, in München oder Frankfurt fiele die Wohnung dagegen deutlich kleiner aus.

Quelle: ntv.de