Ratgeber

Sie sind wieder da Wirkungsvolle Tipps gegen Wespen

Zwei Wespen sitzen auf einer Mirabelle. «Man kann durchaus sagen, dass wir überall in Deutschland sehr viele Wespen haben», berichtet Julian Heiermann vom Naturschutzbund Nabu. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Derzeit wieder ein bekanntes Bild.

(Foto: dpa)

Der Spätsommer zeigt noch mal, was er so draufhat. Schön. Weniger erfreulich ist, dass nun auch verstärkt Wespen wieder auftauchen. Da man nicht allzu rabiat mit ihnen umgehen soll, gibt's hier zehn Tipps, um die Tiere auf die sanfte Art auf Abstand zu halten.

Wespen zählen ja nicht gerade zu den erwünschten Gästen am gedeckten Tisch - dennoch kommen sie gerne auf ein Happen vorbei. Nicht selten auch in Scharen. Was durchaus lästig und auch schmerzhaft sein kann. Wer meint, sich die gelb-schwarzen Plagegeister per Totschlag vom Leib halten zu können, sollte innehalten. Denn die Tat kann teuer werden, da Wespen unter Naturschutz stehen.

Nur ganz lässige Zeitgenossen bewahren Ruhe und lassen sich ihr Eis weiter schmecken. Nicht wenige reagieren jedoch mit Hektik. Dass das nicht die beste Idee ist, die Tiere vom gedeckten Tisch fernzuhalten, ist eigentlich bekannt.

Hier sind zehn Tipps, um Wespen um das anvisierte Häppchen zu bringen. Los geht's:

Kleingeld und Zitrone

Es gibt Gerüche, die Wespen abschrecken. Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung rät, eine halbierte Zitrone mit Gewürznelken zu spicken und zusammen mit einem Sträußchen Basilikum auf den Tisch zu stellen. Auch den metallischen Geruch von Geldstücke mit hohem Kupfergehalt sollen Wespen wenig anziehend finden. Darum: Einfach ein paar 5-Cent-Stücke auf dem Tisch verteilen.

Kaffee verbrennen

Um die Tiere vom gedeckten Tisch fernzuhalten, hat sich auch entzündetes Kaffeepulver als sehr effektiv erwiesen. Dazu einfach das frische Pulver in einem feuerfesten Gefäß anzünden. Der durch den Schwelbrand entstandene Rauch vertreibt die Wespen.

Duftlampen und Sprays

Natürliche ätherische Öle wie Pfefferminze, Eukalyptus, Teebaum, Nelke, Zirbe oder Lavendel in einer Duftlampe können helfen, die schwarz-gelben Biester fernzuhalten. Auch Wespenkissen und tierfreundliche Sprays gegen Wespen sind im Handel erhältlich. Sie beinhalten ätherische Öle, die für die Insekten unangenehm sind. Legen Sie das Kissen auf Ihren Esstisch oder sprühen Sie mit dem Spray Tischdecken und Gartenmöbel ein, bevor Geschirr und Essen auf dem Tisch stehen. Aber niemals direkt auf die Tiere sprühen.

Wespen-Dinner veranstalten

Die hungrigen Nervensägen zum Festmahl einladen - die Gäste müssen aber an einem Extra-Tisch Platz nehmen (und zwar weit entfernt vom eigenen). Auf der Speisekarte stehen saftige Früchte: "Sie lieben Weintrauben. Damit lassen sie sich ablenken und friedlich stimmen", sagt Tier-Expertin Goris.

Täuschungsmanöver einleiten

Nicht auf Anziehung, sondern auf Abschreckung setzt der sogenannte Wespenschreck. Er signalisiert einigen Wespenarten, dass hier bereits ein Schwarm beheimatet ist. Die Wespennest-Attrappe sollte in die Nähe eines Essplatzes gehängt werden. Im Obstbaum soll das künstliche Nest sogar die heranreifenden Früchte vor den Tieren schützen. Im Frühjahr, wenn die überwinterten Wespen-Weibchen ein neues Volk gründen, kann der Wespenschreck den Nestbau schon frühzeitig unterbinden.

Aufdringliche Tiere abschieben

Keine Frage - es stört ziemlich, wenn Wespen im Anflug sind. Wilde Abwehr-Zuckungen sind aber nicht angebracht. Im Gegenteil, das macht die Biester erst recht aggressiv. Wer folgende Grundregeln beachtet, ist auf der sicheren Seite: Nicht schlagen und hektische Bewegungen vermeiden. Pusten Sie die Wespen auf keinen Fall an - das Kohlendioxid in unserem Atem macht Wespen ebenfalls aggressiv. Stattdessen die Tiere besser sanft mit der Handkante wegschieben.

Keine Wespenfallen

Wespen sind ziemlich solidarisch. Sie reagieren auf Hilferufe ihrer Artgenossen. Das Problem: Sitzen Wespen in der Falle, verströmen sie Duftstoffe, die andere Wespen alarmieren und anlocken. Also besser erst gar keine Todesfallen für Insekten bauen.

Den richtigen Ton treffen

Als besonders umwelt- und tierfreundlich, aber hilfreich gegen die stechenden Biester gelten Ultraschallgeräte. Es handelt sich dabei um kleine Apparate, die hohe Töne im Ultraschallbereich aussenden. Menschen und größere Tiere wie Hunde oder Katzen fühlen sich den Herstellern zufolge von den Geräuschen nicht belästigt. Insekten hingegen können die Töne hören und sollen durch die Dauerbeschallung so gestört werden, dass sie freiwillig die Flucht ergreifen.

Gartenobst aufsammeln

Fallobst und überreife Früchte ziehen Wespen an. Besonders am Boden liegende Früchte stellen eine Gefahr dar. Wer hier auf eine sitzende Wespe tritt, hat gute Chancen, gestochen zu werden. Also bitte den Garten von herumliegendem Obst befreien.

Regen vortäuschen

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Wer dann doch etwas aktiver gegen Wespen vorgehen möchte, greift zum Wasserzerstäuber, wie eine Empfehlung des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern nahelegt. Demnach sollte man mit der Pump-Flasche Wasser in Richtung der Wespen sprühen. Die Tiere denken dann, es regne und ziehen sich in ihr Nest zurück.

Übrigens: Vor einer Strafe sicher sind Allergiker, welche sich durch das Erschlagen der Tiere selbst schützen. Das läuft unter Notwehr. Und im Gegensatz zu einem Mensch-zu-Mensch-Konflikt muss die Abwehrmaßnahme auch nicht angemessen ausfallen, sondern darf hier regelmäßig tödlich enden. Was natürlich kein Freibrief dafür sein sollte, ein Leben auszulöschen.

Quelle: ntv.de, awi