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Öko-Test supplementiertMagnesium-Präparate oftmals überdosiert und voller unerfreulicher Zusatzstoffe

28.05.2026, 07:00 Uhr
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Ein Labor analysierte die Magnesiumgehalte aller Produkte und verglich sie mit den deklarierten Gehalten. (Foto: IMAGO/Zoonar)

Magnesium ist lebenswichtig. Das Mineral ist an mehr als 300 Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Unter anderem soll es gegen Muskelkrämpfe helfen. Für viele ist das Grund genug, die Magnesium-Zufuhr über Nahrungsergänzungsmittel zu erhöhen. Öko-Test sieht die Sache kritisch.

Zu jenen, die die zusätzliche Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im Normalfall als absolut entbehrlich erachten, gehört auch Öko-Test. Demnach lassen sich mit einer ausgewogenen Ernährung und einem gesunden Lebensstil Mangelzustände vermeiden und machen eine Ergänzung über Pillen und Pulver verzichtbar. Dies gilt demnach auch mehr oder weniger für die 28 Magnesium-Präparate, welche die Tester untersucht haben. Zu Preisen zwischen 0,02 und 1,25 Euro pro höchster Tagesdosis.

Ein Labor analysierte die Magnesiumgehalte aller Produkte und verglich sie mit den deklarierten Gehalten. Da es EU-weit noch keine verbindlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in NEM gibt, wurden für die Bewertung der Magnesiumgehalte die Höchstmengenempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zugrunde gelegt. Anhand der Zutatenlisten der getesteten Produkte wurde das Vorhandensein umstrittener Bestandteile wie Phosphate, Talkum, Titandioxid, Carboxymethylcellulose, Polysorbat 80 und Süßstoffe überprüft.

Zudem wollte Öko-Test wissen, ob die Pflichthinweise nach der NEM-Verordnung korrekt aufgeführt, die gesundheitsbezogenen Angaben laut HealthClaims-Verordnung zugelassen und im richtigen Wortlaut formuliert sind. Geschaut wurde auch, ob die Anbieter wichtige Warnhinweise geben - zum Beispiel, dass eine zu hohe Magnesiumeinnahme zu Durchfall führen kann oder ob bei Auflistung normaler Alltagssituationen eine Einnahme des Präparats ohne vorherige ärztliche Abklärung der Notwendigkeit einer Supplementierung empfohlen wird.

Behandlung und Vorbeugung von Muskelkrämpfen?

Ergebnis: Jedes zweite Magnesiumpräparat im Test ist demnach überdosiert. Das heißt, es überschreitet die maximale Tagesdosis von 250 Milligramm Magnesium, die das BfR für die Supplementierung mit NEM empfiehlt. Und in vielen stecken umstrittene Zusatzstoffe. Synthetisch hergestellte Süßstoffe zum Beispiel, die Öko-Test in 8 Produkten kritisiert. Demnach gibt es Hinweise, dass sie sich ungünstig auf die Mikroorganismen im Darm - das sogenannte Mikrobiom - und auf den Blutzuckerspiegel auswirken können. Auch das Verdickungsmittel Carboxymethylcellulose und der Emulgator Polysorbat 80 haben in Tierstudien die Darmflora negativ beeinflusst. Phosphat sehen die Tester nicht gern, weil Menschen mit hohen Phosphatmengen im Blut ein größeres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall haben. Und das in vier Supplementen enthaltene Talkum schließlich schätzt die Internationale Agentur für Krebsforschung als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen ein.

Insbesondere die Behandlung und Vorbeugung von Muskelkrämpfen gilt als häufiger Anlass für die Selbstmedikation mit Magnesiumpräparaten. Doch laut der aktuellen Studienlage ist das Mineral nicht für die Prävention von Muskelkrämpfen geeignet. Was allerdings auch an der geringen Anzahl von aussagekräftigen Studien liegen kann, denn NEM wie Magnesium sind nicht patentierbar, Studien teuer und auch für den Verkauf der Produkte nicht erforderlich.  

Noten verteilten die Tester dieses Mal aber nicht. Alle 28 Produkte wurden jedoch für "unnötig" befunden. Es sei denn, ein nachgewiesener Mangel liegt vor - etwa aufgrund von Krankheit oder Medikamentengaben. Dann sollte aber laut der Tester zu einem der niedrig dosierten Präparate wie etwa "Raab Vitalfood Magnesium Citrat, Pulver" ( Preis pro höchster empfohlener Tagesdosis von 250 mg 0,21 Euro), "Sunday Natural Magnesiumglycinat pure, Kapseln" ( 150 mg, 0,18 Euro) oder "Abtei Magnesium 240 mg, Kapseln" (0,08 Euro) gegriffen werden.

Abgeraten wegen zu hoher Dosierung und dem Vorkommen unerwünschter Zusatzstoffe wird aber unter anderem von "Magnesium Verla direkt Typ Himbeere, Sticks" und "Biolectra Magnesium 150 mg Zitronen-Geschmack, Brausetabletten".

Quelle: ntv.de, awi

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