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Schnäppchenjagd im ReisesommerWann sich Last Minute wirklich lohnt – und wo Fallen lauern

01.07.2026, 09:23 Uhr
imageAutorin: Helena Sonntag
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Spontan den Koffer packen und ab in die Sonne: Das Versprechen von Last-Minute-Urlauben klingt verlockend. Doch wer ohne Strategie am Flughafen aufschlägt, zahlt oft kräftig drauf. Eine aktuelle Auswertung des Reiseportals HolidayCheck für den Reisesommer 2026 und ein Selbstversuch zeigen: Der Last-Minute-Effekt ist zurück – aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Mal eben spontan zum Flughafen fahren und das nächste Flugzeug in den Süden nehmen? Unser ntv-Reporter Tobias Deckert hat den Test am Hamburger Flughafen gemacht. Das Ergebnis dämpft die Euphorie: Ein ganz spontanes Angebot für eine zweitägige Pauschalreise nach Mallorca am selben Tag soll stolze 486 Euro pro Person kosten. Und es gibt sogar noch einen Haken: Der Abflug wäre nicht von Hamburg, sondern vom Hunderte Kilometer entfernten Baden-Baden.

„Wie Last Minute im Kern funktioniert, liegt an Auslastungsschwankungen“, erklärt Tim Naumann vom ltur Reise-Shop Hamburg. „Wenn kurzfristig Kapazitäten da sind, werden sie in den Markt gegeben.“ Wer allerdings zu kurzfristig sucht, geht leer aus oder zahlt drauf. „Erfahrungsgemäß ist der beste Zeitpunkt für eine Last-Minute-Buchung zwei bis vier Wochen vor Anreise“, weiß Anne Zitschke von HolidayCheck. Danach steige das Risiko: Ist der Flug voll, bleibt der Urlauber zu Hause.

Also passt unser Reporter seine Strategie an: Er bucht mit vier Tagen Vorlauf und fliegt schließlich für zwei volle Tage von Hamburg nach Mallorca – inklusive Flug und Hotel für 408 Euro. Kein schlechter Deal.

Datenanalyse 2026: Wo die Preise jetzt purzeln

Dass sich auch das Warten in diesem Jahr dennoch oft auszahlt, belegen die aktuellen Daten von HolidayCheck, für die Millionen von Pauschalreiseangeboten für Paare (eine Woche, inklusive Flug, Transfer und mindestens einer Verpflegung) analysiert wurden. Entgegen den Befürchtungen über rasant steigende Reisekosten sind viele Regionen im Juni deutlich günstiger als noch zu Jahresbeginn im Januar:

  • Costa Brava: Hier sparen Kurzentschlossene rund zehn Prozent im Vergleich zum Januar. Mit durchschnittlich 1.620 Euro pro Woche für zwei Personen ist das spanische Festland aktuell der absolute Preishit.

  • Hurghada & Fuerteventura: Beide Destinationen sind rund neun Prozent günstiger als im Januar. Hurghada (1.900 Euro für zwei Personen) und Gran Canaria (2.230 Euro) liegen zudem sogar 13 bis 14 Prozent unter den Vorjahrespreisen von 2025.

  • Mallorca: Die Lieblingsinsel der Deutschen bewegt sich mit durchschnittlich 2.230 Euro im preislichen Mittelfeld und ist immerhin vier Prozent günstiger als im Januar.

Aber nicht überall lohnt sich das Zocken. Auf den Azoren (mit 3.130 Euro der Spitzenreiter der Preisskala), Madeira, Lanzarote sowie den griechischen Inseln Rhodos und Korfu sind die Preise seit Januar gestiegen. Hier wäre Frühbuchen die bessere Wahl gewesen.

Extremes Preisgefälle im Reisesommer 2026

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Regionen für eine Woche Pauschalurlaub für zwei Personen sind im Abreisezeitraum bis zum 13. September 2026 enorm:

Region:Durchschnittspreis (Zwei Personen/Woche)
Costa Brava, Spanien1.620 €
Hurghada, Ägypten1.900 €
Fuerteventura, Spanien2.180 €
Mallorca, Spanien2.230 €
Kreta, Griechenland2.690 €
Sardinien, Italien3.030 €
Türkische Ägäis 3.050 €
Azoren, Portugal3.130 €

Sonderfall Familienurlaub: Andere Regeln im Sommer 2026

Für Familien sieht die Last-Minute-Welt deutlich komplizierter aus. „Grundsätzlich sind die Last-Minute-Kontingente für Familien kleiner als für Paare“, ordnen die Experten ein. Große Familienzimmer oder zusammenhängende Räume sind meist früh ausgebucht. Wer jetzt noch sucht, muss nehmen, was übrig bleibt und mit einem durchschnittlichen Suchpreis von rund 4.400 Euro (2 Erwachsene, 2 Kinder, 7 Nächte inklusive Flug) rechnen.

Quelle: ntv.de

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