Reise
Das Zeller Becken bietet ein echtes Winterparadiespanorama.
Das Zeller Becken bietet ein echtes Winterparadiespanorama.(Foto: Faistauer Photography)
Samstag, 17. Februar 2018

Sisi hätte das gefallen: Kaiserliches Skivergnügen in Zell am See-Kaprun

Von Julian Vetten, Zell am See

Skifahren macht Spaß. So weit, so bekannt. Aber wo macht Skifahren am meisten Spaß? Die Qual der Wahl ist groß, allein in Österreich locken Dutzende großer Wintersportgebiete. Zell am See-Kaprun ist in jedem Fall weit vorne dabei.

Ein Sonnenaufgang ist etwas Schönes. Noch schöner wird er, wenn man ihn auf einem Berg erleben kann. Das dachte sich wohl auch Elisabeth Amalie Eugenie. Weshalb die gar nicht mehr so junge Kaiserin, sonst eher als Sisi bekannt, am 9. August 1885 mitten in der Nacht die Schmittenhöhe hinaufmarschierte, nur begleitet von einem Bergführer und zwei schwer schnaufenden Bediensteten. Gerade einmal zwei Stunden und 16 Minuten soll der Aufstieg auf den knapp 2000 Meter hohen Hausberg von Zell am See gedauert haben, was die Atemlosigkeit von Sisis Anhang erklären würde. Mehr als 130 Jahre nach Sisis Erstbesteigung ist der Sonnenaufgang über der Schmittenhöhe noch genauso traumhaft wie anno 1885, mit einem entscheidenden Vorteil: Heutzutage kann man ihn auch auf Skiern bewundern.

Auch nachts eine Pracht: Zell am See
Auch nachts eine Pracht: Zell am See(Foto: Faistauer Photography)

Im an Naturschönheiten ohnehin nicht armen Österreich bildet das Zeller Becken ein besonderes Juwel: Zwischen dem mächtigen Kitzsteinhorn im Süden, der anmutigen Schmittenhöhe im Nordwesten und dem kristallklaren Zeller See im Zentrum liegen die beiden pittoresken Hauptorte des Tals, Zell am See und Kaprun, und locken jährlich mehr als 600.000 Gäste an. Dafür sorgt auf der einen Seite die Natur, auf der anderen die clever ausgebaute Infrastruktur, die sich ganz dem Pistenvergnügen verschrieben hat. Schon 1927 eröffnete die Schmittenhöhenbahn als damals erste Seilbahn im Salzburger Land, heute können Gäste in den drei Skigebieten der Region auf 49 Seilbahnen und Lifte zurückgreifen und insgesamt stolze 138 Pistenkilometer befahren.

Kamikazefahrende Niederländer

Jedes der Gebiete ist dabei auf ganz besondere Bedürfnisse spezialisiert: Während man auf den Pisten am Maiskogel, dem Kapruner Hausberg, Skifahren und Snowboarden von der Pike auf lernen kann, spricht die Schmittenhöhe oberhalb von Zell am See Fortgeschrittene an. Nahezu ganzjährig können sich Schneeliebhaber auf dem Kitzsteinhorn vergnügen - hier liegt garantiert immer irgendwo Schnee, schließlich liegt allein die Talstation schon auf 1976 Metern. Voll auf ihre Kosten kommen dabei vor allem die Freigeister, sprich Freerider, unter den Brettsportlern: Das Kitzsteinhorn ist mit seinen breiten Hängen geradezu prädestiniert für das Tiefschneefahren.

Das Kitzsteinhorn ist vor allem für Freerider ein Quell des Vergnügens.
Das Kitzsteinhorn ist vor allem für Freerider ein Quell des Vergnügens.(Foto: Gletscherbahnen Kaprun)

Dass Kaprun und Zell am See mittlerweile zu den beliebtesten Destinationen in Österreich gehören merkt man den beiden Orten erstaunlicherweise auf der Piste gar nicht allzu sehr an: Selbst an einem Ferienwochenende im Februar halten sich die Wartezeiten an den Liftanlagen in Grenzen, nur auf der Piste selbst muss man sich ab dem frühen Nachmittag vor kamikazefahrenden Niederländern und Briten in Acht nehmen. Wer klug ist hat sein Tagespensum aber eh schon größtenteils am Morgen absolviert, wenn die Pisten noch jungfräulich präpariert sind und der Rest der Skitouristenwelt den Après-Ski-Kater vom Vortag ausschläft. Ballermann in Skischuhen kann man hier nämlich, das nur mal nebenbei bemerkt, wie fast überall in Österreich hemmungslos frönen - sofern man daran Interesse hat.

Auf der "Black Mamba" Richtung Tal

Aber zurück zum Wesentlichen, den Brettern, die die Welt bedeuten: Insgesamt 66 Pisten wollen erkundet werden, von blau (leicht) über rot (mittel) bis schwarz (schwer) ist für jedes Level etwas dabei. Die spannendste Herausforderung bietet dabei mit Sicherheit die "Black Mamba", die über 1000 Meter lange und bis zu 63 Grad steile Abfahrt zur Talstation Langwied am Fuße des Kitzsteinhorner Gletschers.

Aber auch abseits der ausgefahrenen Pisten können Wintersportler einiges entdecken: Schneekünstler freuen sich über die Obstacles und Challenges in gleich drei Snowparks und Österreichs größter Halfpipe, Familienmenschen nutzen die Ganzjahresrodelbahn "Maisiflitzer", angehende Offpister lernen die Kunst des Freeridens in speziellen Kursen - und Frühaufsteher können jeden Montag auf Sisis Spuren wandeln und spektakuläre Sonnenaufgänge auf leeren Pisten beim Ski'n'Brunch genießen. Der Kaiserin würde das bestimmt gefallen, soviel ist sicher.

Der Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de