Reise

Langer Winter verschreckt Oster-Urlauber zögern noch

Nach dem langen, kalten Winter sehnen sich die Deutschen nach Sonne und Wärme. Darum zögern viele noch, die Osterferien an der Nordsee oder im Harz zu verbringen. Für Kurzentschlossene stehen die Chancen auf freie Betten deshalb gut.

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Das Harzvorland ist schon längst schneefrei, aber auf dem Brocken hält sichs noch.

(Foto: dpa)

Nach dem langen und eisigen Winter sehnen sich die Norddeutschen nach Sonne und Wärme - weshalb einige noch zögern, die Osterferien an der Nordsee oder im Harz zu verbringen. "Die Gäste reagieren sehr kurzfristig", sagte Ulrich von dem Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH. "Man hat deutlich gemerkt, dass sich die Leute zurückgehalten haben, solange noch Schnee lag." Auch in die anderen niedersächsischen Ferienorten kommen immer mehr Spontan-Urlauber. Wer verreist, macht es abhängig vom Wetterbericht.

Für Kurzentschlossene stehen die Chancen deshalb gut, noch ein freies Bett zu ergattern. "Es sind noch Plätze frei", sagte der Geschäftsführer der Emsland Touristik, Uwe Carli, in Meppen. Mit ausgebuchten Hotels und Ferienwohnungen rechnet er ohnehin erst in den Sommermonaten, wenn die warmen Temperaturen Fahrradbegeisterte in die Region treiben. Im Weserbergland hätten sich zwar schon viele Urlaubsinteressierte nach Angeboten erkundigt, aber noch vergleichsweise wenig gebucht, stellte Petra Weniger von der Tourismusorganisation in Hameln fest. "Die Leute warten ab, wie das Wetter wird."

Manche hoffen auf Schnee

So halten es auch die Harz-Touristen, allerdings hoffen diese nicht auf Sonne, sondern auf Schnee. Es gebe viele Anfragen von Wintersportlern, sagt Miriam Fuchs vom Harzer Tourismusverband. Ob sie über Ostern Skifahren können, ist allerdings noch offen. Weil sich die Berg-Fans häufig erst kurz vor der Abreise entscheiden, ist zurzeit noch in vielen Unterkünften Platz für Gäste. Daneben zeichnet sich ein weiterer Trend ab: "Insgesamt werden die Reisezeiten kürzer, das kommt der Heide entgegen", sagte von dem Bruch in Lüneburg.

Die Ferienorte an der Nordsee profitieren ebenfalls von den Kurztrips. "Das beschert insbesondere der Küstenregion derzeit steigende Übernachtungszahlen", sagte die Tourismusdirektorin von Borkum, Susanne Westermann. Sie rechnet damit, dass die Insel über Ostern wieder ähnlich gut besucht ist wie im vergangenen Jahr, als rund 17.000 Urlauber kamen. Auch auf Langeoog kann sich das Gastgewerbe nicht beschweren. "Wir haben sehr viele Stammgäste, die schon früh buchen", erläuterte Monika Gress, Leiterin der Touristen-Information. "Wir haben mit durchschnittlich 8,9 Tagen eine hohe Verweildauer."

"Froh, dass sie wieder rauskönnen"

Selbst Hannover, das normalerweise keine Touristenschwemme in den Osterferien befürchten muss, verzeichnet dank der Kurzurlauber ein Buchungsplus über die Feiertage. Beliebt seien vor allem die Erlebnispakete, die einen Besuch im Konzert, Museum oder Zoo mit einer Übernachtung verknüpften, erklärte Daniela Buckmann von Hannover Marketing und Tourismus. Angesagt seien auch Reisen, auf denen Urlauber die Region und Natur mit dem Fahrrad erkunden können.

Ins Osnabrücker Land zieht es über Ostern die Hartgesottenen. Der Tourismusverband erwartet zahlreiche Camping-Urlauber aus Niedersachsen, Bremen und dem Rhein-Ruhrgebiet. "Die Gäste sind froh, dass sie wieder raus können", sagte Verbands-Geschäftsführer Günter Droste. Plätze finden sie in der Region genug. Selbst in der Osnabrücker Innenstadt gibt es Versorgungsstationen für Wohnmobile, an denen die Camper Abwasser ablassen und frisches Wasser tanken können.

Quelle: ntv.de, dpa