Reise
Vom Hotel aus hat man eine gute Aussicht auf die Berge.
Vom Hotel aus hat man eine gute Aussicht auf die Berge.(Foto: Carola Ferstl)
Mittwoch, 12. Juli 2017

Downhill und Deluxe-Aussicht: Rasante Abfahrten in Leogang

Von Carola Ferstl

Urlaub in Österreich bedeutet für viele seit Kindertagen Skifahren im Winter und Wandern im Sommer. Doch findige Einwohner eines kleinen Dorfes im Pinzgau haben es geschafft, den Alpen-Tourismus ganz neu zu definieren.

Wem die Begriffe "dirt line", "bunny hopping" und "pump track" nichts sagen, der kann sein Wissen in Leogang erweitern. Hier, eineinhalb Stunden entfernt vom Salzburger Flughafen, mitten in einer prachtvollen Berglandschaft, haben die Mountainbiker bereits zum zweiten Mal ihre Downhill-Meisterschaft ausgetragen. Drei Tage lang im Juni verwandelte sich der kleine Ort in einen kosmopolitischen Sportzirkus mit halsbrecherischen Sprüngen und spektakulären Abfahrten rund um die Leoganger Bergstation. 

Downhill-Profis in Aktion.
Downhill-Profis in Aktion.(Foto: Carola Ferstl)

Die jungen, hippen Typen aus der Mountainbike-Szene zeigten Fans und Urlaubern, was sie auf zwei Rädern drauf haben und machten damit die beste Werbung für Aktivitäten in den Bergen. Denn längst kann auch jeder Normalsterbliche abseits der Rennstrecke die herrlichen Trails in jeder Schwierigkeitsstufe herauf- und herunterfahren.

Auf E-Mountainbikes durchs Gebirge

E-Mountainbikes machen es möglich.  Mit denen kriegt man sogar Kinder aufs Rad, die vorher schon nach drei Minuten Bergfahrt angefangen haben zu maulen. Die E-Bikes gibt es direkt am Hotel "Mama Thresl" für die Gäste. Nach einer frühmorgendlichen Yogastunde auf der Dachterrasse kann man so selbst als Sportmuffel die Schönheit der Berge in ausgiebigen Touren erradeln. Wer mal ausprobieren möchte, wie es sich wohl beim Klettern im Fels anfühlt, der kann das direkt im Hotel tun. In der Lobby ragt eine Kletterwand auf, ebenso an der Außenwand des Hauses. Auf dem Dach marschiert man über eine Art Hängebrücke, gut gesichert, in luftiger Höhe, mit Gurt und Helm. Fühlt sich an wie fliegen.

Alles nur ein optischer Gag? Mitnichten. Schon häufiger haben gerade Gruppen, die ihre Incentive-Reisen hier verbringen, die Kletterwand im Haus gleich für eine erste Team-Übung genutzt. Mit Netz und doppeltem Boden kann man  ausprobieren, ob der Kollege auch wirklich im größten Stress die Nerven behält. Aufregender ist es natürlich, die Felsen direkt unter den Händen zu spüren. Auch das kann man im Pongau in vielen Klettergärten tun. Der harmlose Name "Klettergarten" täuscht darüber hinweg, dass selbst der einfachste Steig, die "Zahme Gams", senkrecht an der Steilwand hinaufgeht, Schwindelfreiheit erfordert und Kraft in Armen und Beinen. Die "Wilde Gams" ist dann auch gleich der schwierigste Steig des Landes. Mit Mittelmaß gibt man sich hier nicht zufrieden.

Blcik auf den Großglockner.
Blcik auf den Großglockner.(Foto: Carola Ferstl)
Yoga und Spinning im Wald

Wohl dem, der am Abend eine Wald-Badewanne nutzen kann, um die geschundenen Knochen zu entspannen. Im Chaletdorf Priesteregg stehen zwei davon mit herrlicher Aussicht mitten in den Wald.Ebenfalls mitten im Wald befinden sich mehrere kleine Yoga-Plattformen. Als seien sie ganz natürlich dort gewachsen, stehen sie zwischen den niedrigen Büschen und Nadelbäumen mit einem atemberaubenden Blick auf schneebedeckte Gipfel. Wenn nicht gerade bekannte Yoga-Lehrer den Ort für Retreats nutzen, sind auch schon mal Spinning-Fahrräder auf den Plattformen verteilt, ein fetziger Beat dröhnt für eine Weile durch die Ruhe der Berge und feuert die Sportler an, die hier auf ihren Trimmrädern schwitzen und strampeln. Wer einen längeren Ausflug machen möchte, dem sei die atemberaubende Alpen-Hochtrasse zum Großglockner empfohlen.

Einfach mal nichts tun? Auch das geht natürlich. Eigentümer Renate und Huwi haben genau daran gedacht, als sie ihr Chaletdorf vor Jahren konzipiert haben. Inspiriert von einer Reise auf die Malediven wollten sie einen Ort schaffen, an dem jeder sein eigenes Häuschen hat, selber kochen und am Abend vor dem Haus in der Sonne oder im heißen Badezuber sitzen kann -  und gleichzeitig umsorgt wird. Wer dann doch etwas mehr Gesellschaft möchte, der geht in Huwis Alm auf einen Absacker an der Bar oder im Garten und schwatzt mit dem Hausherren , der gerade von der Heuernte reinkommt. Denn der Bauernhof, auf dem die Chalets stehen, ist weiterhin in Betrieb und liefert frische Produkte für die Urlauber.

Ach ja , die Wissenserweiterung war ja das Ziel der Reise. "Bunny hopping" hat nichts mit Tieren zu tun, sondern ist ein lustiger Wettbewerb in der Mountainbike-Gemeinde, bei dem versucht wird, so oft wie möglich auf dem Rad auf der Stelle zu hüpfen - wie ein Häschen eben. Gewinner, ganz klar, der Biker mit den meisten Hüpfern.

Weitere Informationen zur Autorin finden Sie hier.

Die Reise wurde unterstützt vom Chaletdorf Priesteregg

Quelle: n-tv.de