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Einheimische versus Touristen Sylt begrenzt Bau neuer Ferienhäuser

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Der Wohnraum für Sylter ist knapp, deshalb wird der Bau von Ferienwohnungen eingeschränkt.

(Foto: imago stock&people)

Wer als Einheimischer auf der Urlaubsinsel Sylt lebt, hat es schwer, neuen Wohnraum zu bekommen, denn vieles wird an Touristen vermietet. Sylt will nun den Bau von neuen Ferienwohnungen begrenzen - damit die Sylter nicht verdrängt werden.

Ohne Touristen fehlt Geld, mit ihnen fehlen Wohnungen: Für Sylts 20.000 Einwohner sind die knapp 900.000 Urlauber pro Jahr eine wichtige Einnahmequelle, aber der Boom hat auch Nachteile. Da die vielen Feriengäste pro Nacht im Schnitt auch mehr als gewöhnliche Mieter zahlen, sind günstige und normale Wohnungen knapp. Die Verwaltung von Deutschlands wohl berühmtester Urlaubsinsel hat deshalb nun den Bau und die Vermietung von Ferienwohnungen eingeschränkt.

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Die typischen Sylter Ferienhäuser sind begehrt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Gemeindevertretung beschloss, dass in Häusern ab 130 Quadratmeter Größe künftig mindestens 60 Quadratmeter als "Dauerwohnraum" zum Leben genutzt werden müssen. Diese können auch auf zwei Wohnungen je 30 Quadratmeter aufgeteilt werden und für ihre Bewohner gilt: Im Sommer ein paar Wochen Sylt reicht nicht. Dieser Grundsatzbeschluss gilt für Neubauten oder wenn aus einem Wohnhaus ein Ferienhaus werden soll. Denn immer mehr Menschen wollen ein Ferienhaus auf Sylt. Die Entwicklung der Immobilienpreise hatte Inselbürgermeister Nikolas Häckel (parteilos) zuletzt "dramatisch" genannt. Eine Untersuchung der Verwaltung ergab, Eigentumswohnungen kosteten bereits 2010 mehr als das eineinhalbfache wie im Jahr 2000, unbebaute Flächen mehr als das dreifache.

Zehntausende Euro pro Quadratmeter in Top-Lagen

Örtliche Makler nehmen für Wohnraum in Top-Lagen inzwischen mehrere zehntausend Euro pro Quadratmeter, für ein Haus in Wattlage sind so schnell zweistellige Millionenbeträge fällig. Jetzt sei eine Entscheidung getroffen worden, "um den Ausverkauf der Insel zu stoppen", sagte Bürgermeister Häckel. Aktuell müssen nach Angaben der Inselverwaltung täglich bereits 4.500 Menschen über den Hindenburgdamm zur Arbeit fahren. Supermärkte überleben laut Häckel nur mit öffentlicher Förderung, Grundschulen wurden dicht gemacht. Derweil sehen viele Käufer ihre Sylt-Immobilie als gute Wertanlage.

Für die Sylter hatte sich Häckel deshalb eine schärfere Regel gewünscht. Doch für den seit Monaten diskutierten Vorschlag für eine feste Quote, wonach in allen Häusern künftig mindestens 40 Prozent der Geschossfläche reguläre Wohnungen sein sollen, gab es keine Mehrheit. Obwohl solch eine Regelung fairer sei, weil sie alle angehe und nicht bloß große Häuser betreffe, sagte der Bürgermeister. Er sprach von einem "schlechten Kompromiss". Der Sozialverband Deutschland (SoVD) im Norden, der im Februar vor einem "Reichenghetto" gewarnt hatte, zeigte sich zufriedener. "Familien, die schon seit Generationen auf der Insel leben, müssen ihre Heimat Sylt verlassen. Wir halten den Beschluss der Gemeindevertretung daher für eine vernünftige Regelung", so ein Sprecher.

Quelle: ntv.de, Alexander Preker, dpa