Sport

Ski-Weltcup Fragen und Antworten Alpinisten trotzen "krassem Qualitätsverlust"

imago46583247h.jpg

Bald rast Thomas Dreßen über die Pisten beim Ski-Weltcup.

(Foto: imago images/Sammy Minkoff)

Es geht wieder rund auf den Pisten: Der alpine Ski-Weltcup beginnt am Wochenende in Sölden mit den Riesenslaloms. Trotz Corona muss gefahren werden, sonst "ist der Wintersport tot", sagt der DSV-Sportdirektor. Wann startet Thomas Dreßen? Wer sind die anderen Favoriten? Und wann geht's in Deutschland zur Sache? Hier kommen die wichtigsten Fragen und Antworten zum Ski-Weltcup.

Was steht an?

Am Wochenende finden die ersten Saisonrennen des alpinen Ski-Weltcups statt, traditionell in Sölden, traditionell mit einem Riesenslalom der Frauen (Samstag, 10.00/13.00 Uhr) und einem Riesenslalom der Männer (Sonntag, 10.00/13.15 Uhr). Das ZDF und Eurosport übertragen. Saisonhöhepunkt sollen die Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo/Italien sein (8. bis 21. Februar).

Wie geht's weiter?

Die Corona-Pandemie hat auch den Weltcup-Kalender beeinflusst. Die Nordamerika-Rennen wurden frühzeitig abgesagt, sie sollen in Europa stattfinden. Nach Sölden geht es in diesem Jahr freilich zunächst nach Lech/Zürs, wo für Frauen und Männer jeweils ein Parallel-Riesenslalom ausgetragen wird. Danach reisen die Frauen zu zwei Slaloms nach Levi/Finnland (21./22. November), die Männer folgen erst Anfang Dezember mit zwei Riesenslaloms in Val d'Isere/Frankreich (5./6.12.).

Ski-Rennen in Corona-Zeiten - muss das sein?

Aus Sicht der Beteiligten: ja, unbedingt. "Die Fokussierung muss darauf liegen, dass überhaupt etwas stattfinden kann. Wenn wir nicht präsent sind, gehen 80 Prozent der Verbände pleite. Dann ist der Wintersport tot", sagte Wolfgang Maier, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV). Mit Wintersport meint er nicht nur die alpinen Wettbewerbe. Ohne Weltcup-Veranstaltungen sowie Einnahmen aus Fernseh- und Sponsorenverträgen können sich Verbände wie der DSV nicht finanzieren.

Welche sonstigen Auswirkungen hat Corona?

Zahlreiche. Die Rennen in Sölden etwa wurden um eine Woche vorverlegt, um dem touristischen Skilauf aus dem Weg zu gehen. Zuschauer sind nicht zugelassen. Sicherheit hat Priorität: Die am Rennen Beteiligten (Rennläufer, Betreuer, Organisatoren, Medien) werden strikt getrennt. Die Schweizer gaben am Freitag bekannt, dass bei all ihren Rennen ebenfalls keine Zuschauer zugelassen sein werden, das bedeutet: keine feiernden Fans am Hundschopf in Wengen, keine brodelnde Menschenmasse im Zielstadion von Adelboden.

Wie lief die Vorbereitung?

Die Trainingsmöglichkeiten über den Sommer waren stark eingeschränkt. Die obligatorischen Trainingslager in Chile oder Argentinien (Abfahrer) und Neuseeland (Techniker) fielen aus. Die Deutschen drängelten sich daher mit anderen Nationen meist auf den Schweizer Gletschern in Saas-Fee (Techniker) und Zermatt (Abfahrer). "Das war ein krasser Qualitätsverlust", sagt Maier, "aber wir beschweren uns nicht. Gemessen an den Umständen war es okay."

Wann startet Thomas Dreßen?

Deutschlands derzeit bester und erfolgreichster Ski-Rennläufer muss noch zwei Monate auf seinen ersten Start warten. Am 12. und 13. Dezember sind je eine Abfahrt und ein Super-G in Val d'Isere vorgesehen, am 18. und 19. folgen Super-G und Abfahrt in Gröden. Im vergangenen Winter hat er drei Rennen gewonnen und dreimal Rang drei belegt, nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg ist er zunächst der einzige, der für Siege oder Podiumsplatzierungen infrage kommt.

Auf wen ist sonst zu achten?

Auf Mikaela Shiffrin aus den USA. Die beste Ski-Rennläuferin der Gegenwart konnte im vergangenen Winter ihren Titel als Gesamtweltcupsiegerin nicht verteidigen, weil sie wegen des Unfalltodes ihres Vaters im Februar entscheidende Rennen ausließ. Nun jagt sie wieder die Siegrekorde von Lindsey Vonn (USA/82) und Ingemar Stenmark (Schweden/86) - allerdings mit Verspätung: Wegen einer Rückenverletzung lässt die 66-fache Gewinnerin Sölden sicherheitshalber aus.

Und bei den Männern?

Henrik Kristoffersen galt schon im vergangenen Winter als Favorit auf den Sieg im Gesamtweltcup und damit die Nachfolge des zurückgetretenen Marcel Hirscher (Österreich) - dann aber verkrampfte der überehrgeizige Norweger und belegte nur Rang drei hinter Landsmann Aleksander Aamodt Kilde und Allrounder Alexis Pinturault (Frankreich). In diesem Jahr soll es nun endlich klappen.

Wird in Deutschland gefahren?

Ja. Wie üblich steht Garmisch-Partenkirchen mit zwei Wochenenden im Weltcup-Kalender, zunächst fahren dort die Frauen eine Abfahrt und einen Super-G (30./31. Januar), dann die Männer (5./6. Februar). Deren Riesenslalom wurde diesmal durch einen Super-G ersetzt - wegen Corona: So wird verhindert, dass sich zwei große Läufergruppen an einem Ort begegnen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid