Sport

Sportvideos für die Quarantäne Als Usain Bolt in die Ewigkeit läuft

imago04734632h.jpg

Eine Zeit wie aus einem Videospiel.

(Foto: imago sportfotodienst)

Der Livesport steht still, die Coronavirus-Krise stoppt die Ligen, Wettkämpfe sind abgesagt. Auf Sport aus dem TV muss trotzdem niemand verzichten, schließlich gibt es Aufzeichnungen von historischen Ereignissen. Heute: Die Usain-Bolt-Show im Berliner Olympiastadion.

41 Schritte, mehr braucht Usain Bolt nicht. Zumindest nicht an diesem Sonntagabend, dem 16. August 2009. Im 100-Meter-Finale der Leichtathletik-Weltmeisterschaften fliegt der Jamaikaner zur Goldmedaille. Zwar stehen neben ihm noch sieben andere Athleten in diesem Endlauf, doch die große Bühne gehört alleine dem 1,95 Meter großen Ausnahme-Sprinter, der schon als 15-Jähriger U18-Weltmeister geworden war. Auf der vermeintlich langsamen blauen Bahn des Berliner Olympiastadions läuft Bolt in 9,58 Sekunden die 100 Meter so schnell wie noch niemand zuvor.

*Datenschutz

Um elf Hundertstelsekunden steigert der 22-Jährige seinen eigenen Weltrekord, den er ein Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen in Peking trotz eines offenen Schnürsenkels aufgestellt hat. Im Finale von Berlin bleiben die Schuhe zu und tragen den Mann im gelben Trikot zu einer Zeit, die sich eher nach einem Videospiel-Ergebnis als nach einem realen Ereignis.

Doch in genau diese Dimensionen sprintet Bolt, als Erster bleibt er unter 9,6 Sekunden. Der Zweitplatzierte im Berliner Olympiastadion, der US-Amerikaner Tyson Gay, folgt mit deutlichem Abstand. Knapp eineinhalb Meter liegt er im Ziel hinter Bolt und läuft dennoch in 9,71 Sekunden die zu diesem Zeitpunkt schnellste Nicht-Bolt-Zeit der Leichtathletik-Historie.

Ein ähnliches Bild bietet sich vier Tage später im Finale über 200 Meter. Wieder sprintet Bolt der Konkurrenz davon, stellt in 19,19 Sekunden über die halbe Stadionrunde seinen zweiten Weltrekord dieser Titelkämpfe auf. Dass gemeinsam mit dem Jamaikaner in Alonzo Edward (19,81), Wallace Spearmon (19,85) und Shawn Crawford (19,89) erstmals vier Sprinter in einem Rennen unter 19,90 Sekunden bleiben, verkommt zur Randnotiz.

Zu groß ist Usain Bolts Dominanz, zu deutlich seine Überlegenheit, zu eindrucksvoll sein eleganter Laufstil. Wissenschaftler bescheinigen ihm eine einzige Kombination aus großer Schrittlänge und hoher Schrittfrequenz, die es so noch nicht gegeben hat.

*Datenschutz

Als erster Sprinter gewinnt er bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen die 100 Meter, die 200 Meter und die 4x100-Meter-Staffel: 2008 in Peking, 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro. Doch von diesen neun Goldmedaillen sind mittlerweile nur noch acht geblieben, weil die jamaikanische Staffel aus dem Jahr 2008 wegen eines Dopingvergehens von Startläufer Nesta Carter nachträglich disqualifiziert wurde.

Dass auch Bolts Fabelzeiten von Dopingverdächtigungen begleitet werden, hat sich der Sport selbst zuzuschreiben. Zu oft folgten bei den schnellsten Männern der Welt positive Tests auf herausragende Ergebnisse. Von den 50 schnellsten Zeiten, die je über 100 Meter erzielt wurden, sind nur 15 von Athleten gelaufen worden, die nie mit den Anti-Doping-Richtlinien in Konflikt geraten sind. Hinter all diesen 15 Zeiten steht der Name Usain Bolt.

Quelle: ntv.de