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Nach Anklage im Schach-Skandal Anwälte: Niemann konstruiert eine "Verschwörung"

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Hans Niemann steht weiter unter Beschuss.

(Foto: IMAGO/UPI Photo)

Nachdem es im Schach-Skandal um Magnus Carlsen, Hans Niemann und chess.com zuletzt ruhiger geworden ist, gibt es nun neue Entwicklungen. Die vom Amerikaner auf je 100 Millionen US-Dollar verklagten Parteien haben vor Gericht einen Antrag gestellt, die Klage abzuschmettern.

Die millionenschwere Verleumdungsklage von Schachspieler Hans Niemann gegen Superstar Magnus Carlsen und chess.com könnte platzen, bevor sie überhaupt vor Gericht verhandelt wird. Die beschuldigten Parteien haben beim Eastern Missouri District Court offiziell beantragt, die Klage abzuweisen. Die chess.com-Anwälte schreiben in ihrem Antrag von einem "PR-Stunt" des jungen US-Amerikaners, dessen Vorwürfe "offensichtlich unbegründet" seien.

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Niemanns Behauptungen, die Handlungen und Aussagen von chess.com und Carlsen würden dazu führen, dass er etwa nicht mehr zu Turnieren eingeladen und so seine Möglichkeiten zum Geldverdienen eingeschränkt werden, könne er nicht nachweisen. Dazu berufen sie sich auf das Recht der freien Meinungsäußerungen.

Carlsens Anwälte werden in ihrem Schreiben noch deutlicher und erklären: "Nachdem Niemann jahrelang versucht hat, sich einen Ruf als Bad Boy des Schachs zu verschaffen, will er Geld verdienen, indem er andere für die Folgen seines Fehlverhaltens verantwortlich macht." In ihren Augen konstruiere er eine "unglaubwürdige Verschwörung". Letztlich habe Niemann selbst eingeräumt, in seiner Karriere betrogen zu haben, wolle nun aber nicht die Konsequenzen tragen und "die Schuld auf den Weltmeister und andere" schieben.

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Niemanns Anwälte reagierten im "Wall Street Journal" auf die Anträge der Gegenseite und bekräftigten dem Blatt gegenüber, dass ihr Klient in ihren Augen unfair behandelt wurde. Carlsen hatte beim Sinquefield Cup 2022 überraschend gegen Niemann verloren und sich daraufhin vom Turnier zurückgezogen. Direkt nach Partie erhob der Norweger zunächst indirekte, später dann direkte Betrugsvorwürfe gegen den US-Amerikaner.

Niemann räumte schließlich Betrug ein, behauptete aber, er habe in seinem Leben nur in zwei unbedeutenden Online-Partien Computer-Hilfe in Anspruch genommen. Chess.com veröffentlichte daraufhin einen Report, in dem zahlreiche auffällige Partien des 19-Jährigen aufgelistet wurden. Niemann sah darin wiederum ein Komplott von Carlsen und chess.com, die eine geschäftliche Beziehung pflegen, und warf beiden Parteien vor, den Schachsport zu monopolisieren und diese Position auszunutzen - und ihn mundtot zu machen. Daraufhin verklagte er Carlsen, die Online-Plattform und auch den Streamer Hikaru Nakamura auf je 100 Millionen US-Dollar.

Quelle: ntv.de, tno/sport.de

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