Sport

Kein Weihnachtsfest für Nowitzki Basketball-Business statt Besinnlichkeit

493a8945423ec12a47d244420209741e.jpg

Weihnachten mit der Familie? Gibt es für Dirk Nowitzki und seine Kollegen nicht.

(Foto: dpa)

Familie, Festmahl, Füße hoch: So oder so ähnlich sehen bei vielen die Weihnachtsfeiertage aus. In der amerikanischen Basketball-Liga NBA ist das undenkbar: Hier wird gespielt. Denn der "Christmas Day" ist der wichtigste Tag der Saison.

Sein letztes richtiges Weihnachtsfest hat Dirk Nowitzki 1998 vor seinem Wechsel in die NBA erlebt - damals noch daheim in Deutschland. Seitdem heißt es für den gebürtigen Würzburger Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit: Basketball statt Besinnlichkeit. "Wir spielen ja durch - da ist das dann mit der Weihnachtsstimmung ein bisschen schwer", sagt Nowitzki. Seine Mavericks waren am Sonnabend bei Meister Golden State Warriors zu Gast, am Sonntag bei den Portland Trail Blazers und empfangen am 26. Dezember die New Orleans Pelicans. Und am 25. Dezember, dem einzigen amerikanischen Weihnachtsfeiertag, wird trainiert.

Der wichtigste Tag der Saison

*Datenschutz

Für zehn andere Klubs geht es am so genannten "Christmas Day" sogar um Punkte. Ihre Akteure sind die Hauptdarsteller am, für die NBA, wichtigsten Tag der Saison. Denn wenn Millionen Menschen daheim sitzen und Zeit haben, garantiert dies beste Einschaltquoten. Zumal die Basketballer an diesem Tag sportlich konkurrenzlos sind. Die National Football League NFL und Eishockey-Liga NHL spielen nicht.

Und deshalb schnürt die NBA am 25. Dezember ein besonders verführerisches Weihnachtspaket: fünf Spiele, zahlreiche Stars, viele Top-Teams. Vom Tip off zwischen den New York Knicks und Milwaukee Bucks um 12 Uhr (Ortszeit), bis weit nach Mitternacht, wenn sich die Utah Jazz und Portland duellieren. Und mittendrin das Highlight: Golden State gegen Los Angeles Lakers. Stephen Curry und Kevin Durant empfangen LeBron James. Mehr geht nicht.

Das Hochglanzprodukt weiter aufpolieren

"Es geht darum, was die Fans sehen wollen. Wir haben diese Partien zu Spielen von Priorität gemacht", sagt Tom Carelli, der für die Erstellung des Spielplans zuständig ist. Was Carelli nicht sagt: Natürlich geht es der Liga vor allem darum, das eigene Hochglanzprodukt weiter aufzupolieren und kräftig zu bewerben. Es einem Publikum zugänglich zu machen, das zwar mitunter nicht auf Anhieb weiß, welche Heimbilanz Golden State hat und welche Rückennummer LeBron James trägt - das aber an diesem Feiertag trotzdem mal einschaltet. Eben weil NBA zum "Christmas Day" einfach dazugehört. Während Geschenke geöffnet werden und die Familie zusammensitzt, läuft im Hintergrund Basketball.

Die Christmas Games gibt es seit 1947. Bei der Premiere besiegten die New York Knicks die Providence Steam Rollers 89:75. Seitdem wurde bis auf das Streikjahr 1998 in jedem Jahr an Weihnachten gespielt. Anfangs standen regionale Duelle im Vordergrund. Somit wollte die Liga einen zu großen Reiseaufwand verhindern. Die Partien wurden in den lokalen TV-Stationen gezeigt - 1967 gab es am 25. Dezember dann die erste landesweite Übertragung.

Kritik von LeBron James

*Datenschutz

Es gab und gibt immer mal wieder kritische Stimmen. So bemerkte LeBron James 2010, dass die Spieler "lieber daheim wären, bei unseren Familien." Schließlich, so James weiter, sei Weihnachten "kein normaler Feiertag", sondern einer jener Tage, an denen man sich wünsche, "am Morgen mit deinen Kindern aufzuwachen und Geschenke zu öffnen."

Für Daniel Theis ergibt sich dieses Problem nicht. Der Niedersachse in Diensten der Boston Celtics feiert Weihnachten "typisch deutsch." Soll heißen: die Geschenke gibt es bereits am 24. Dezember. Am Christmas Day sitzen seine Frau und seine Tochter dann im Bostoner TD Garden. Die Celtics empfangen die Philadelphia 76ers. Theis sieht es als "Privileg" an, am Weihnachtstag spielen zu dürfen. "Für uns ist es, glaube ich, eine Ehre, solch ein Spiel zu bekommen."

Wohl kein Nowitzki mehr am "Christmas Day"

Ob Dirk Nowitzki noch mal am "Christmas Day" spielen wird, ist eher fraglich. Der 40-Jährige befindet sich auf den letzten Metern seiner Karriere. Sein Vertrag in Dallas endet im Juni. Vielleicht macht er noch ein Jahr weiter. Doch es sieht eher so aus, als wenn im Sommer nach 21 NBA-Jahren Schluss ist. Das hätte auch was Gutes für ihn und seine Familie: Weihnachten 2019 stünde endlich mal die Besinnlichkeit im Vordergrund - und nicht Basketball.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema