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Fristlose Kündigung im August Bonn einigt sich mit Corona-Zweifler Saibou

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Saibou und Wester sind beide vereinslos.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im August entlässt der Basketball-Bundesligist Bonn seinen Profi Joshiko Saibou fristlos. Der deutsche Nationalspieler wehrt sich dagegen, der Fall geht vor Gericht. Nun gibt es eine Einigung. Anders sieht es bei seiner Freundin, der Leichtathletin Alexandra Wester aus.

Basketball-Bundesligist Telekom Baskets Bonn und der in Ungnade gefallene Nationalspieler Joshiko Saibou haben in ihrem Rechtsstreit außergerichtlich zusammengefunden. "Die Parteien einigten sich im Rahmen eines Vergleichs und vereinbarten Stillschweigen über den Inhalt", teilte der Verein auf seiner Homepage mit. Damit wird es keinen weiteren Gerichtstermin geben.

In der Vorwoche hatte das Bonner Arbeitsgericht den Parteien noch eine Woche für eine gütliche Einigung eingeräumt, ehe am 25. November ein Verkündungstermin stattgefunden hätte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Baskets und Saibou noch nicht auf eine Lösung einigen können. Das Gericht hatte vorgeschlagen, dass der Verein dem 30-Jährigen, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 datiert war, neun Bruttomonatsgehälter zahlen sollte.

Die Baskets hatten sich Anfang August nach Saibous Teilnahme an einer Großdemonstration gegen die Anti-Coronamaßnahmen in Berlin von dem Spieler getrennt. Am 26. August war es vor dem Arbeitsgericht bereits zu einem Gütetermin mit den beiden Parteien gekommen, eine Einigung gab es seinerzeit nicht.

Wester sucht noch einen Verein

Grund für die Kündigung Saibous, der mit seiner Freundin, Weitspringerin Alexandra Wester, an der Demo teilgenommen hatte, war nach Klubangaben der Umstand, dass der Spieler "ein permanentes Infektionsrisiko" sei. Ein "wasserdichtes Hygienekonzept" sei mit Saibou "nicht zu machen".

Wester, 2016 Olympiateilnehmerin für den Deutschen Leichtathletik-Verband, hatte sich jüngst beklagt, sie sei angeblich aufgrund ihrer Meinungsäußerungen nicht mehr für den Bundeskader nominiert worden. DLV-Cheftrainerin Annett Stein wies diese Vorwürfe allerdings umgehend zurück: "Nein! Das ist ihre Wahrnehmung. Auch der DLV ist ganz klar der Meinung, dass Leistungskriterien nicht erfüllt wurden" und stellte klar: "Einen anderen Grund gibt es nicht. Sie hat den Kader-Richtwert letztmals 2017 erfüllt."

Die 26-Jährige ist aktuell noch ohne neuen Verein, nachdem der ASV Köln den Vertrag mit der Leichtathletin nicht verlängert. Den Domstädtern zufolge hatte Wester wiederholt vertragliche Pflichten nicht ausreichend erfüllt. Zudem steht sie nicht nur wegen ihrer Ablehnung der Corona-Maßnahmen in der Kritik, sondern auch deshalb, weil sie wiederholt Verschwörungsmythen über ihren Instagram-Account verbreitete, darunter auch antisemitische.

Quelle: ntv.de, tsi/sid