Sport

Eine EM als "Grenzerfahrung" Corona dezimiert DHB-Team immer weiter

Das Halbfinale bei der Europameisterschaft hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft verpasst. Nun geht es nur noch darum, das Turnier irgendwie zu Ende zu bringen. Der Kader wurde beinahe komplett ausgetauscht, zahlreiche Spieler wurden inzwischen ausgeflogen. Noch ein Spiel, dann ist es geschafft.

Das Corona-Chaos der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft nimmt kein Ende. Nach zuvor bereits 13 Corona-Fällen in der Mannschaft erhielten auch noch die Nationalspieler Simon Ernst und Patrick Wiencek positive Testergebnisse, wie DHB-Sportvorstand Axel Kromer sagte. "Wir haben leider auch heute Morgen nochmal schlechte Nachrichten bekommen", berichtete der 45-Jährige aus dem Teamhotel in Bratislava. Neben den Abwehrspezialisten Ernst und Wiencek wurde auch noch ein Delegationsmitglied positiv getestet. Alle sollen laut Kromer weitgehend beschwerdefrei sein.

Vor dem abschließenden Hauptrunden-Spiel am Dienstag (18 Uhr/ZDF und im Liveticker auf ntv.de) gegen Russland ist der deutsche Kader damit nochmals dezimiert worden. Mit Kapitän Johannes Golla, Lukas Zerbe, Philipp Weber und Julian Köster konnten so - vorbehaltlich weiterer positiver Tests - lediglich vier der 18 zum ersten Spiel angereisten Nationalspieler die EM komplett bestreiten. "Das ist natürlich für uns alle, auch individuell, eine Grenzerfahrung. Das hat noch keiner so erlebt", sagte Kromer.

Wie das Virus in die Mannschaft gelangen konnte, ist dem DHB weiter ein Rätsel. Trotz der neuen Fälle werden keine weiteren Spieler für das Turnier in der Slowakei und Ungarn nachnominiert, wie Kromer sagte. Viele der ursprünglich positiv getesteten Spieler haben bereits wieder die Heimreise angetreten. Am Morgen folgten Kai Häfner, Timo Kastening, Sebastian Heymann und Marcel Schiller. Die DHB-Auswahl hatte das Halbfinale bei der EM verpasst und bestreitet gegen die Russen ihr letztes Turnierspiel.

"Klar habe ich Luftprobleme gehabt"

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Ob dann angesichts der angespannten Personalsituation auch ursprünglich positiv getestete Akteure zum Einsatz kommen, ist noch offen. Noch in der Slowakei befinden sich derzeit etwa Torhüter Andreas Wolff oder Rückraumspieler Julius Kühn, die ebenfalls seit Tagen isoliert sind. Um wieder in den Spielbetrieb zurückkehren zu können, müssen sie nach einer mindestens fünf Tage langen Quarantäne zwei negative PCR-Tests vorlegen sowie die medizinische Freigabe erhalten.

Rückraumspieler Hendrik Wagner hatte am Sonntagabend bei der Niederlage gegen Schweden als erster DHB-Akteur nach einer Corona-Infektion seine Rückkehr ins Turnier gefeiert. Der Zweitliga-Profi der Eulen Ludwigshafen klagte nach rund zehn Minuten auf dem Spielfeld über Atemprobleme. "Klar habe ich Luftprobleme gehabt. Aber das ist wohl normal, wenn man sieben Tage auf dem Zimmer saß", sagte Wagner am Montag. "Aber ich mache mir keine Gedanken, weil mich hat ein Doktor hier durchgecheckt, alle Werte waren super."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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