Sport

Horst Hrubesch übernimmt DFB entlässt Bundestrainerin Steffi Jones

imago30604112h.jpg

Eher glücklos: Steffi Jones.

imago/Pressefoto Baumann

Der Deutsche Fußball-Bund trennt sich von Bundestrainerin Steffi Jones. Horst Hrubesch übernimmt den Job übergangsweise. Er soll das Frauenteam durch die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich führen. Das könnte klappen.

Der Deutsche Fußball-Bund hat sich von Bundestrainerin Steffi Jones getrennt. Sechs Tage nach dem letzten Platz beim Vier-Nationen-Turnier SheBelieves Cup in den USA gab der Verband das Ende der Zusammenarbeit bekannt. Horst Hrubesch kümmert sich nun erst einmal um den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister. Ulrike Ballweg und Thomas Nörenberg werden Assistenten. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte, Jones sei ihre Aufgabe "mit großem Engagement und Einsatz angegangen". Dafür bedanke er sich. "Sie ist und bleibt ein prägendes Gesicht des deutschen Frauenfußballs." Er würde sich freuen, bliebe sie dem DFB in anderer Funktion erhalten.

3221343ad997d25ceae971df48a1e207.jpg

Er ist wieder da: Horst Hrubesch.

(Foto: dpa)

Zu der Entscheidung, sich von Jones zu trennen, sei das Präsidium bei einer Telefonkonferenz gekommen. Es sei dabei einer Empfehlung des Direktors Nationalmannschaften, Oliver Bierhoff, und des Sportlichen Leiters, Joti Chatzialexiou, gefolgt. Ausschlaggebend waren wohl das Aus im EM-Viertelfinale 2017 und nun das Einladungsturnier in den USA. Mit Jones habe das Präsidium am Montag persönlich über die Situation gesprochen.

"Der Entscheidung ist eine intensive Analyse der vergangenen Monate vorausgegangen", sagte Bierhoff. Nach der enttäuschenden EM in den Niederlanden habe man mit Steffi Jones weitermachen wollen: "Wir haben ihr bewusst diese Chance gegeben." Nun aber führte die sportliche Entwicklung die DFB-Oberen zu der Überzeugung, "dass die Mannschaft eine neue Führung braucht. Wir wollen den Wechsel nutzen, um die Strukturen im Frauenfußball weiter zu professionalisieren, die Verzahnung mit dem Männerbereich zu verstärken und neue konzeptionelle Wege zu gehen", erklärte Bierhoff.

Nun suchen sie einen "passenden Kopf"

Bei der endgültigen Neubesetzung des Postens will sich der DFB Zeit nehmen. Im engen Austausch mit der Liga soll, so erklärte es Chatzialexiou, ein "passender Kopf" gefunden werden. Die 111-malige Nationalspielerin Jones hatte den Job nach dem Olympiasieg 2016 ohne jegliche Erfahrung als Cheftrainerin von Silvia Neid übernommen. Prompt war die Auswahl bei der EM im vergangenen Sommer im Viertelfinale gescheitert. Dennoch verlängerte der DFB den Vertrag der Fußballlehrerin bis zur WM im kommenden Jahr in Frankreich. Die nächsten Qualifikationsspiele bestreitet Deutschland am 7. und 10. April gegen Tschechien und in Slowenien. Nach drei Siegen aus vier Spielen führt das DFB-Team die Gruppe 5 an. Grindel wünschte Interimstrainer Hrubesch "viel Erfolg für die nächsten Spiele".

Der ehemalige Nationalspieler ließ ausrichten, er helfe gerne. "Ich habe den Frauenfußball in den vergangenen Jahren verfolgt und war auch bei der Europameisterschaft im Sommer vor Ort." Hrubesch hatte bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro mit der deutschen Auswahl die Silbermedaille gewonnen. Als Trainer der U-21-Mannschaft war Hrubesch 2009 in Schweden Europameister geworden. Sechs Spieler aus diesem Team feierten dann fünf Jahre später bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien unter Bundestrainer Joachim Löw den Titel: Manuel Neuer, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Jérôme Boateng, Sami Khedira und Mesut Özil.

Quelle: n-tv.de, sgi/sid/dpa

Mehr zum Thema