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Jung, gut - und erfolgreich? DHB-Frauen beflügeln die Fantasie

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Na ja, ein wenig enttäuscht waren sie schon: die deutschen Handballerinnen nach der Niederlage gegen die Niederlande bei der EM.

imago/wolf-sportfoto

Platz zehn bei der Europameisterschaft - die Bilanz der deutschen Handballerinnen klingt erst einmal nicht so toll. Doch Bundestrainer Henk Groener formt ein Team mit jungen Talenten, das schon bald für Furore sorgen könnte. Die Konkurrenz ist beeindruckt.

Es ist ja so eine Sache mit den Zahlen im Sport. Der Satz "die Tabelle lügt nicht", hat seine Berechtigung, doch er sagt nichts über das Gefühl aus, das sich hinter einer Platzierung verbergen kann. Die deutschen Handballerinnen haben die Europameisterschaft in Frankreich auf dem zehnten Rang beendet, was angesichts des zwölften Platzes bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nur eine marginale Verbesserung bedeutet. Wenn überhaupt. Die Perspektive des jungen Teams des neuen Trainers Henk Groener aber lässt sich in der Tabelle nicht ablesen. Doch sie ist deutlich freundlicher als vor einem Jahr und besser als noch vor zwei Wochen denkbar.

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"Wir haben sehr viel richtig gemacht und ein sehr gutes Turnier gespielt": Henk Groener.

(Foto: imago/Bildbyran)

Das ganz große Drama blieb am Ende allen erspart und vielleicht war das auch ganz gut so. Als die Deutschen am Mittwochabend zu ihrem letzten Spiel der EM-Hauptrunde gegen die Niederlande antraten, war klar, dass sie gegen den WM-Dritten aus dem Vorjahr mit zwölf Toren Vorsprung hätten gewinnen müssen, um das Halbfinale zu erreichen. Es gibt zwar beim Deutschen Handballbund viele Optimisten, aber selbst ihnen war klar, dass so etwas nicht realistisch ist. Das 21:27 in Nancy sorgte daher für eine überschaubare Enttäuschung, der Halbfinal-Traum war ja schon durch die Ergebnisse in den Gruppenspielen geplatzt.

"Damit können wir zufrieden sein, auch wenn wir gerne noch mehr gehabt hätten. Wir haben sehr viel richtig gemacht und ein sehr gutes Turnier gespielt", sagte Groener vor der Abreise. Drei Spiele hatte der Niederländer mit seinem Team bei dieser EM in Frankreich gewonnen, drei verloren. Die Bilanz ist also ausgeglichen, der Gesamteindruck dennoch positiv. Die Konkurrenz teilt diesen Eindruck. "Mit Deutschland wird man in Zukunft rechnen müssen", sagte Norwegens Trainer Thorir Hergeirsson. Die niederländische Trainerin Helle Thomsen erklärte: "Henk kann stolz auf diese Mannschaft sein."

"Gute Arbeit wird bald Früchte tragen"

Der Trainer der deutschen Frauen ist stolz auf die Entwicklung, die sie seit seinem Jobantritt zu Beginn dieses Jahres genommen haben. Und vermutlich ist es perspektivisch sogar besser, dass sie nicht schon bei dieser EM den Sprung unter die besten Vier geschafft haben. "Wir haben gemerkt, dass wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen, dass wir von der Weltspitze noch entfernt sind", sagte Groener. Der Niederländer trainierte die Nationalmannschaft seiner Heimat zwischen 2009 und 2016 und führte sie so nachhaltig in die Weltspitze, dass sie seit 2015 bei allen großen Turnieren das Halbfinale erreichte. Bei der EM nun gab es Hinweise darauf, dass er mit dem deutschen Team vor einer ähnlichen Entwicklung stehen könnte.

Nach der Heim-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr traten viele ältere Spielerinnen zurück, es folgte ein teils erzwungener, gleichzeitig aber auch gewollter Umbruch. In Frankreich trat Deutschland mit einer sehr jungen Mannschaft an, die die zweitjüngste im Turnier war. Auf den Schlüsselpositionen gab es kein Team, das jünger besetzt war. Deshalb hat Deutschland einen Kader, der der Fantasie Flügel verleiht. "Die gute Arbeit der Deutschen wird schon bald Früchte tragen", sagte Rumäniens Coach Ambros Martin, der die DHB-Auswahl auf dem Weg ins Halbfinale schlug - dieses Mal noch.

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Sie verspricht viel: Emily Bölk.

(Foto: imago/wolf-sportfoto)

Neben Supertalent Emily Bölk, die gerade 20 Jahre jung ist und der viele Experten zutrauen, eine der besten Spielerinnen der Welt werden zu können, tummelten sich auf dem Spielfeld im Rückraum Alicia Stolle, Alina Grijseels, beide 22 Jahre alt, und die zwei Jahre ältere Xenia Smits. Am Kreis wechselten sich die 25 Jahre alten Meike Schmelzer und Julia Behnke ab, im Tor war Dinah Eckerle mit ihren 23 Jahren die Nummer eins. Sie alle sollten ihre beste Zeit noch vor sich haben, trugen aber schon jetzt viel Verantwortung. Im Kader waren mit der 20-jährigen Mia Zschocke und der ein Jahr jüngeren Amelie Berger schon die nächsten Spielerinnen mit großem Talent, im Kader der Eliteförderung des Verbandes sind elf der 16 Plätze durch Mädchen besetzt.

Die Perspektive stimmt. "Ich hoffe, dass die Mädels bald verstehen, wie gut sie sein können", sagte Groener während der Tage in Frankreich. Schließlich reicht Talent allein nicht aus, um erfolgreich zu sein. Das Wissen um die eigene Stärke und das Selbstverständnis, es zu zeigen, müssen sich in den kommenden Monaten und Jahren noch entwickeln. Gelingt dieser Schritt, gibt es bald nicht nur Lob von den Trainern der Konkurrenz, dann werden sie vermehrt Niederlagen gegen die deutsche Mannschaft erklären müssen.

Quelle: n-tv.de

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