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Comeback nach Gehirnblutung Das 15-Sekunden-Glück des Paul Zipser

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Paul Zipser statt für Bayern München wieder auf dem Parkett.

(Foto: imago images/kolbert-press)

Paul Zipser war ganz oben, spielte in der NBA und gewann danach mit den Bayern-Basketballern Titel um Titel. Doch von einem Moment auf den nächsten war alles weg. Gehirnblutung, stundenlange Operation - doch nun, neun Monate später, kehrt er aufs Parkett zurück.

Es sind lediglich 15 Sekunden. Aber es 15 Sekunden der ganz großen Emotionen. 15 Sekunden, die ein erstaunliches Comeback beschreiben: Am Mittwochabend tritt Basketball-Nationalspieler Paul Zipser erstmals nach neun Monaten und seiner Hirn-Operation im Juni 2021 wieder auf das Parkett. Er selbst hochkonzentriert, obwohl seine Teamkollegen von Bayern München den Erfolg gegen die Hamburg Towers längst eingefahren haben (86:75), die Fans euphorisch. Sie stehen auf und singen seinen Namen.

Als einer der Ersten gießt Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic das Glück über Zipsers Comeback in Worte: "Paul ist für mich ein Vorbild, wie er das gemeistert hat. Obwohl er manchmal, das muss ich so sagen, verpeilt ist und sein Phlegma sein Kennzeichen ist. Und genau in dieser Situation seine Stärke war. Er hat das wirklich Punkt für Punkt abgearbeitet, jeden Schritt, den er gemacht hat", sagte er bei Magentasport. "Wenn man ihn dann verfolgt hat, von der Reha, wo er kaum gehen konnte. Mit Krücken unterwegs war. Wenn man das alles miterlebt hat, dann muss man sagen, dass diese 15 Sekunden wie 150 Minuten sind. Diese 15 Sekunden sind für mich eine ganze Welt, dass ich so glücklich bin", fügte Pesic an.

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Mitten in der Halbfinal-Serie gegen die MHP Riesen Ludwigsburg in der vergangenen Saison wurde bei Zipser im Juni eine Gehirnblutung festgestellt. Der frühere NBA-Profi musste sich einer komplizierten Kopf-Operation unterziehen, Familie und Verein bangten zwischendurch um das Leben des Nationalspielers. Der Flügelspieler musste nach der Operation quasi wieder bei null anfangen. "Ich musste versuchen, meinem Körper alles neu beizubringen", berichtete Zipser. Anfangs konnte er sich im Bett nicht einmal aufrichten.

Das Zipser-Comeback in München war allerdings von einem schweren Unfall seines Teamkollegen Nick Weiler-Babb überschattet worden. Der Amerikaner stürzte nach einem Dunkversuch auf den Boden, war zeitweise bewusstlos und musste mit einer Trage vom Parkett gebracht werden. Die Untersuchungen im Krankenhaus ergaben einer Mitteilung des Klubs am späten Abend zufolge eine schwere Gehirnerschütterung.

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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