Sport

Michael Jordan im Jahr 1995 Das Fax, das den Basketball veränderte

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Für viele Basketball-Fans ist Jordan bis heute der beste Spieler, den es je gab. Auch wegen seiner Entscheidung vom 18. März 1995.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Es sind nur drei Worte, die Michael Jordan verschickt: "Ich bin zurück." Mit seinem Comeback am 18. März 1995 überrascht der Basketball-Superstar die NBA. Sein Gegenspieler hat nur Spott für ihn übrig - doch dann schlägt Jordan sportlich zurück.

Als in den Sportredaktionen die Faxgeräte ratterten, lief ein fast leeres Blatt über die Rolle. Abgesehen vom Briefkopf standen an diesem bedeutenden 18. März 1995 ganze zwei Worte auf der Mitteilung, "I'm back", "ich bin zurück", zitierte das Management FAME seinen berühmten Klienten Michael Jordan - der beste Basketballer der Welt machte es bei seinem spektakulären Comeback kurz.

Gut eineinhalb Jahre zuvor hatte sich Michael Jeffrey Jordan überraschend aus der NBA verabschiedet. Nach drei aufeinanderfolgenden Titelgewinnen mit den Chicago Bulls war es Zeit zu gehen, vor allem wegen des Mordes an seinem Vater James. Denn ihm hatte Jordan einst versprochen, Baseball zu spielen. Und das tat er. Bei den Birmingham Barons, einem Minor-League-Team der Chicago White Sox, schwang Jordan eher erfolglos den Schläger. Es hagelte Kritik. "Die Leute sagen, dass ich durch den Baseball mein Image als Basketballer beschädige. Aber das kann man nicht machen. Was ich ihm Basketball geleistet habe, ist unzerstörbar."

Michael "Air" Jordan, ausgestattet mit einem grenzenlosen Selbstbewusstsein, ließ sich nicht reinreden und zog die Sache durch - wenigstens für eine Weile. Als die Baseball-Profis aber streikten und der Spielbetrieb eingestellt wurde, kam die Wende - und so fuhr Jordan am 18. März in einem roten Sportwagen am Trainingscenter der Bulls in Deerfield/Illinois vor.

Strafe für die richtige Rückennummer

Tags darauf lief er im Spiel bei den Indiana Pacers auf, 350 Journalisten hatten für den mit Spannung erwarteten Auftritt eine Akkreditierung beantragt. Jordan trug nicht seine klassische Trikotnummer 23, da diese von den Bulls zurückgezogen worden war, sondern die 45 - wie im Baseball. 35 Millionen Menschen sahen vor dem Fernseher, wie er mit 19 Punkten in 43 Minuten für seine Verhältnisse eher blass blieb.

"Die Nummer 45 explodiert nicht, wie es die Nummer 23 getan hat", sagte Nick Anderson von Orlando Magic nach dem ersten Viertelfinalduell in den Playoffs. Er vermutete, Jordan habe nicht nur mit der 45 gespielt, sondern auch wie ein 45-Jähriger. Jordan verließ mit Kopfhörern die Halle und sprach nicht, aber er reagierte. In Spiel zwei trug die NBA-Ikone plötzlich wieder die 23. Der Klub musste dafür 25.000 Dollar Strafe zahlen.

"Die ganze Bank war geschockt. Niemand wusste was", sagte sein damaliger Mitspieler Steve Kerr, heute Trainer der Golden State Warriors. Jordan machte an diesem Abend 38 Punkte, aber die Serie ging verloren. Den Meistertitel holten wie im Jahr davor die Houston Rockets.

Triumphzug folgt

Natürlich wurden Zweifel an Jordan laut, doch der ließ sich nicht beirren - wie immer. Die zweite Saison nach dem Comeback wurde zum Triumphzug, 72:10 lautete die Sieg-Bilanz Ende der Hauptrunde. Ein Rekord, bis Kerr 2016 mit den Warriors 73:9 abschloss. Meister 1996, 1997, 1998 - es gelang der zweite "Three-Peat", Jordan machte sich unsterblich. Mit seinem kongenialen Partner Scottie Pippen und Profis wie Dennis Rodman, Toni Kukoc und Kerr räumte Jordan die Titel ab und sammelte MVP-Trophäen. An der Seitenlinie stand wie vor dem Abschied Phil Jackson. Danach brach das Team auseinander. Sechsmal erreichte Jordan die Finalserie, sechsmal holte er die Meisterschaft, sechsmal wurde Jordan als bester Spieler der Finals ausgezeichnet - dreimal vor dem Fax mit den Worten "I'm back", dreimal danach.

1999 trat Jordan während eines Lockouts wieder zurück, nach einem Engagement bei den Washington Wizards war 2003 für den fünftbesten Scorer der Geschichte mit 40 Jahren endgültig Schluss. Und gilt vielen Fans bis heute als der "Goat", der Greatest Of All Time. Auch wegen der drei Worte, die am 18. März 1995 auf einem Fax standen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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