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Dana White jongliert Millionen Der Kampfsport-Papst und das liebe Geld

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Dana White unterhält selbst die Massen, dabei steht er gar nicht im Ring.

(Foto: AP)

Dana White ist das Gesicht der UFC. Als einflussreicher Kumpeltyp hat er seine MMA-Promotion zu einem Millionenbusiness gemacht. Und wenn es um horrende Summen geht, eckt der glatzköpfige Trump-Unterstützer auch gerne mal an.

Wenn er spricht, kleben Fans, Fighter und Journalisten ganz andächtig an seinen Lippen. Die Rede ist von Dana White, Präsident der Ultimate Fighting Championship (UFC) - der erfolgreichsten Kampfsport-Promotion der Welt. White ist omnipräsent, spricht vor den Kämpfen, danach und sitzt als Beobachter direkt am Ring. Der glatzköpfige UFC-Boss ist abgesehen von Kämpfern wie Conor McGregor und Khabib Nurmagomedov das bekannteste Gesicht in der MMA-Szene. Unter anderem, weil sein Wort in der Branche enormes Gewicht hat und seine Aussagen in der Regel für Schlagzeilen sorgen.

Um seinen Einfluss wissen selbst einflussreiche Politiker. Neben mehreren UFC-Fightern hatte Donald Trump White zu einem seiner Wahlkampfauftritte eingeladen, um dort zu sprechen. Vor allem republikanische Abgeordnete hatten dafür gesorgt, dass die UFC im Mai 2020 - mitten im Lockdown - mit einer Sondergenehmigung als systemrelevantes Unternehmen wieder Veranstaltungen im Bundesstaat Florida durchführen durfte.

Wetten mit einer Rap-Legende?

Richtig interessant wird es immer dann, wenn es um Geld geht. Und obwohl White selbst nur selten konkrete Zahlen ausplaudert, schwirren Millionensummen im Raum, wenn es um seine UFC oder seinen Namen geht. Nach einem Box-Kampf zwischen dem ehemaligen MMA-Kämpfer Ben Askren und dem Youtuber Jake Paul hatte jüngst der Rapper Snoop Dogg zwei Millionen Dollar von White eingefordert, die er ihm aufgrund einer Wette schulde.

Im Scherz hatte der UFC-Boss vor dem Kampf noch in einem Talk-Format mit Mike Tyson erklärt, er würde eine Million Dollar auf den erfahreneren Askren setzen. Via Twitter nahm Snoop Dogg die angebliche Wette auf und verdoppelte den Einsatz. Askren ging beim Kampf bereits nach wenigen Sekunden K.o., worauf der Rapper White aufforderte, ihm sein Geld zu geben. White betonte anschließend, er habe noch nie eine Wette abgeschlossen, weder mit Snoop Dogg noch mit irgendjemand anderen.

Die kleine Randgeschichte zeigt, dass der UFC-Boss bei finanziellen Dingen wenig Spaß versteht. Vor allem, wenn sich seine Käfigkämpfer über mangelnde Wertschätzung - in Form von zu niedrigen Gagen - beschweren. Viele UFC-Stars tragen die schwierigen Verhandlungen mit dem Veranstalter gerne nach außen.

Mit Jon Jones wartet ein mehrfacher Champion auf seinen Einstieg in die Schwergewichtsklasse - doch erst muss der Preis für den 33-Jährigen, der als einer der besten MMA-Kämpfer aller Zeiten gilt, stimmen. "Ich verstehe nicht, warum es nicht 50 Millionen sein sollten?", hatte Jones' Trainer Mike Winkeljohn in einem Radiointerview erklärt. Die UFC würde so seiner Meinung nach immer noch Gewinn machen. "Am Ende sind es die großen Namen, die der UFC das Geld einbringen." Für White müssen für solche Gehaltssphären aber die Rahmenbedingungen stimmen. "Der Größte aller Zeiten zu sein, bedeutet nicht, dass man 30 Millionen Dollar bekommt. Es bedeutet, in der Lage zu sein, sich zu verkaufen", sagte White bereits nach Jones' letztem Kampf im Februar 2020.

Kurz vor der kommenden Großveranstaltung UFC 261 in der Nacht von Samstag auf Sonntag (4 Uhr auf DAZN) legte mit George Masvidal einer der beiden Protagonisten im Hauptkampf um den Titel im Weltergewicht nach. Die Verteilung der Gelder sei nicht fair, betonte Masvidal im Gespräch mit Yahoo Sports. Die Kämpfer, die die Pay-per-views (PPV) bringen, müssten größere Anteile bekommen. Für das erste Aufeinandertreffen mit dem Champion Kamaru Usman hatte der Amerikaner eine halbe Million Dollar eingestrichen, die UFC verkaufte mit dem Kampf allerdings 1,3 Millionen PPVs zu je rund 70 Dollar.

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Immer mittendrin: Dana White beim Face-off der Kämpfer.

(Foto: USA TODAY Sports)

Das mutmaßliche Ungleichgewicht relativiert sich zwar zu einem gewissen Teil, da bei der Veranstaltung gut zwei Dutzend Kämpfer und Hunderte Angestellte ebenfalls bezahlt werden müssen. Wirklich angewiesen ist die UFC auf extrem hohe PPV-Verkäufe aber nicht. Durch den Deal mit Vertragspartner ESPN kassiert die Promotion jährlich mehrere Hundert Millionen Dollar. Statt Mega-Kämpfe abzusegnen ist White darum bemüht, wöchentlich interessante Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, um eine breitere Zuschauerbasis für den Sport zu schaffen.

"Habe die UFC aus dem Nichts aufgebaut"

Und immer wenn sich Kämpfer über die Gagen beschweren, erklärt der UFC-Boss auf diplomatische und fast päpstliche Art, dass niemand gezwungen werde, ins Oktagon zu steigen. "Als professioneller Athlet hast du nur ein begrenztes Zeitfenster. Das hier ist keine Karriere, sondern eine Chance." Es könne so viel passieren, was Verletzungen angeht oder Covid-19 - also sollte man jede Chance ergreifen, betonte der 51-Jährige bereits zu Beginn der Pandemie.

Die UFC war für White selbst eine Chance, die er ergriffen hat. "Ich habe die UFC aus dem Nichts aufgebaut und sie dahin geführt, wo sie heute ist", hatte er im Interview mit DAZN erklärt. Seine Glaubwürdigkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor und ein Mix aus nettem Onkel und knallhartem Geschäftsmann, der mit Millionensummen jongliert. Er muss es ja auch wissen - sein eigenes Vermögen soll sich mittlerweile auf eine halbe Milliarde Dollar belaufen.

Quelle: ntv.de

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