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Bereit für die Weltmeisterschaft Deutsche Handballer senden klares Zeichen

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"Ja": Steffen Weinhold braucht nicht viele Worte.

(Foto: imago/Eibner)

Gegen Brasilien muss die DHB-Auswahl gewinnen, sie ist der klare Favorit. Dennoch bleibt nach dem klaren Sieg mehr als das Gefühl, eine Pflichtaufgabe erfüllt zu haben. Die Leistung stärkt die Überzeugung, eine erfolgreiche WM spielen zu können: nach außen und nach innen.

Es hatte etwas von einem Auszug der Gladiatoren, als die Spieler nach den ersten 30 Minuten das Spielfeld verließen. In der Halle brodelte es, die Zuschauer auf den Tribünen befanden sich nahe der Extase, und unten marschierten die Helden in Richtung der Kabinen im Bauch der Arena am Berliner Ostbahnhof. Das zweite Vorrundenspiel der deutschen Handballer bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land war erst zur Hälfte vorüber, aber die zentrale Botschaft dieses Samstagabends hatten sie schon ausgesandt - an die Konkurrenten bei diesem Turnier, an das Handball-Land, aber vor allem an sich selbst: Die Mannschaft ist bereit für die WM. Die Körpersprache der Akteure zeigte keine euphorischen oder beglückten Anzeichen auf, sie war geprägt von Überzeugung und Selbstvertrauen. Das 34:21 gegen Brasilien, zur Pause führten die Deutschen 15:8, wirkte nachhaltig nach innen.

"Ja", entgegnete Steffen Weinhold. Manchmal bedarf es nicht vieler Worte, um einen Sachverhalt auf den Punkt zu bringen, manchmal ist es sogar viel eindeutiger, nur einen Satz zu sagen, oder ein Wort. Der Rückraumspieler vom THW Kiel brauchte nur zwei Buchstaben, um den entscheidenden Fakt der 60 Minuten gegen die Südamerikaner herauszustellen.

Vor dem Start der Weltmeisterschaft hatte Bundestrainer Christian Prokop gebetsmühlenartig wiederholt, dass sich seine Mannschaft durch eine starke Defensive im Verbund mit einem guten Torhüterspiel so viel Selbstvertrauen aneignen muss, um in der Offensive überzeugend auftreten zu können. Auf die Frage, ob die Leistung gegen die Brasilianer die perfekte Blaupause für den eigenen Spielplan gewesen sei und die Mannschaft eben deshalb viel Selbstvertrauen daraus ziehen könne, antwortete Weinhold: "Ja." Brasilien war im Gegensatz zum Auftaktgegner Korea ein ernstzunehmender Kontrahent, weil sportlich gefährlich. Auch wenn noch deutlich stärkere Gegner warten, war die Partie wichtig, weil sie der Mannschaft und Bundestrainer Christian Prokop das Selbstverständnis vermittelte, in ihrem Miteinander auf dem richtigen Weg zu sein. Diese Überzeugung gibt keine Gewissheit für eine erfolgreiche WM, aber sie ist die Grundvoraussetzung dafür.

Dominanz in der Abwehr, Souveränität im Angriff

"Irgendwann kam eins zum anderen", sagte Hendrik Pekeler. Der Kreisläufer hatte mit Patrick Wiencek großen Anteil daran, dass eines zum anderen kommen konnte, die beiden Kieler bildeten in der ersten Halbzeit den Innenblock und strahlten so viel Stärke aus, dass dies auf die Kollegen abstrahlen musste. Zwischenzeitlich schafften die Deutschen in der eigenen Abwehr den Eindruck, unüberwindbar zu sein. Die Leidenschaft des Einzelnen kombinierte sich im Zusammenspiel zu einer Homogenität, die die Basis für ein erfolgreiches Handballspiel ist. Gleich zu Beginn setzte Torhüter Andreas Wolff Akzente und versprühte mit und nach seinen Paraden die Aura, die ihn beim EM-Erfolg vor drei Jahren innerhalb von knapp zwei Wochen zum Topstar werden ließ.

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Herausragende Leistung: Steffen Fäth.

(Foto: imago/Philipp Szyza)

Das eine, die Dominanz in der Abwehr, verursachte das andere: Die Souveränität im Angriff. Die hatte in der ersten Hälfte, die von zwei guten Halbzeiten die war, die mehr beeindruckte, viel damit zu tun, dass Steffen Fäth eine herausragende Leistung zeigte. Es spricht für den Rückraumspieler der Rhein-Neckar Löwen und für Prokop, dass sie gemeinsam die Form-Blockade lösten, die Fäth in den vergangenen Monaten im Verein erwischt hatte. Nicht nur die vier Treffer machten den Mann im linken Rückraum so wertvoll, sondern viel mehr die Gefahr, die er ausstrahlte. Sie zwang die Brasilianer, den wurfgewaltigen Rechtshänder offensiv zu attackieren, was automatisch für mehr Platz der Nebenleute sorgte. Fäth sprach nach dem Spiel von einem "Brustlöser" - und damit war nicht nur die deutsche Mannschaft insgesamt, sondern auch er selbst gemeint.

Fäth machte, wie übrigens die übrigen Spieler und Prokop ebenfalls, nicht den Fehler, den Sieg gegen die Brasilianer zu überhöhen. Die Art und Weise des Erfolges war wichtig für die eigene Überzeugung, er sagt aber nicht alles über die Leistungsfähigkeit der deutschen Mannschaft, sondern deutete sie nur an. "Das nächste Spiel ist sehr, sehr wichtig, um zu sehen, wohin die Reise geht", sagte Fäth mit Blick auf die Begegnung mit Russland am Montag (ab 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Dabei verrieten seine Augen die Lust auf das nächste Match, Verunsicherung war nicht zu spüren.

Quelle: n-tv.de

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