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Schweiz produziert nächstes DramaDeutschlands EM-Held ist nach Abreibung zurück im Medaillen-Rennen

23.01.2026, 20:28 Uhr
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Dagur Sigurdsson will nach zehn Jahren wieder eine EM-Medaille. (Foto: IMAGO/Bildbyran)

Vizeweltmeister Kroatien startet mit einem wichtigen Sieg in die Hauptrunde der Handball-EM. Das Team des ehemaligen Bundestrainers Dagur Sigurdsson zeigt sich nach einer bitteren Pleite erholt. Geheimfavorit Island enttäuscht. Die Schweiz verspielt danach schon wieder einen Mega-Vorsprung.

Vizeweltmeister Kroatien hat seine Halbfinalchancen bei der Handball-EM gewahrt. Die Mannschaft des früheren Bundestrainers Dagur Sigurdsson, der das DHB-Team 2016 sensationell zum EM-Titel geführt hatte, besiegte im ersten Hauptrundenspiel in Malmö Geheimfavorit Island nach einer packenden Partie mit 30:29 (19:15) und hat nun zwei Zähler auf dem Konto. Die Kroaten waren nach einer bösen Klatsche gegen Co-Gastgeber Schweden (25:33) ohne Punkte in die Hauptrunde gegangen.

Mateo Maras war mit sieben Treffern der beste Werfer der Kroaten. "Wir brauchen zwei Punkte für den Anfang. Jetzt beginnt eine neue Phase, in der wir neue Punkte holen können. Nach der schweren Niederlage gegen Schweden befinden wir uns in einer schwierigen Lage", hatte der spätere Toptorschütze, der auch das erste Tor des Spiels erzielte, vor dem Duell mit den hochgehandelten Isländern gesagt. "Wir müssen uns wieder aufrappeln; das ist unsere erste Chance, und ich denke und hoffe, dass wir sie voll ausschöpfen werden."

Omar Ingi Magnusson von Champions-League-Sieger SC Magdeburg konnte die isländische Niederlage trotz acht Toren nicht verhindern. Mit einem verworfenen Siebenmeter kurz vor dem Ende erlaubte der Weltklassemann den Kroaten, entscheidend auf drei Tore davonzuziehen. Insgesamt scheiterte Island viermal mit einem Strafwurf - deutlich zu oft. Der Anschlusstreffer zum 30:31 wenige Sekunden vor dem Ende kam zu spät.

"Ich bin sehr stolz"

"Wir haben ein fantastisches Spiel geliefert. Die Jungs haben alles gegeben, alles auf dem Platz gelassen, ich bin sehr stolz auf die Mannschaft", jubelte Sigurdsson. "Das ist ein großer Sieg für uns, nachdem wir gegen Schweden enttäuscht haben und überhaupt nicht unser Spiel gespielt haben. Das haben wir heute geschafft, und ich bin sehr glücklich."

Kurios: Im gesamten Spiel gab es nicht einen einzigen Führungswechsel, Kroatien feierte nach seiner 1:0-Führung trotz des über die gesamte Distanz engen Spielverlaufs einen Start-Ziel-Sieg. Beim 2:2 konnte Island letztmals ausgleichen, danach lief das hochkarätig besetzte Team immer einem Rückstand hinterher. Vor zwei Jahren hatte Island den Kroaten noch eine bittere Niederlage bei der EM zugefügt - und damit für das Aus des Teams in der Hauptrunde gesorgt.

Der Isländer Sigurdsson, der wenige Monate nach dem EM-Coup von 2016 auch noch die olympische Bronzemedaille für Deutschland geholt hatte, ist seit 2024 Trainer der Kroaten. 2025 gewann Sigurdsson mit Kroatien bereits die Silbermedaille. Weitere Gruppengegner in Hauptrundengruppe 2 sind Ungarn, Slowenien und die Schweiz.

Schweiz mit nächstem Drama

Im zweiten Spiel der Hauptrundengruppe B produziert die Schweiz in ihrem ersten EM-Hauptrundenspiel seit 2004 (!) das nächste Drama - indem sie schon wieder einen Mega-Vorsprung verspielt. Während im Vorrundenspiel gegen Slowenien (35:38) eine zwischenzeitliche Neun-Tore-Führung nicht für etwas Zählbares reicht, holt das Team des einstigen Welthandballers Andy Schmid gegen Ungarn beim 29:29 immerhin einen überraschenden Punkt.

Die Eidgenossen waren in einem schwachen Spiel mit einem 20:14 in die Halbzeit gegangen, kurz nach Wiederanpfiff führten sie beim 23:16 sogar erstmals mit sieben Toren. Doch die Ungarn steckten nicht auf, auch der zwischenzeitliche Ausfall von Adrian Sipos hielt sie nicht auf. Der Abwehrchef hatte den Wurfarm vom Schweiter Lenny Rubin mit voller Wucht ins Gesicht bekommen, ging zu Boden und musste mit heftig blutender Nase auf die Bank. Beim 26:28 waren sie erstmals wieder auf zwei Tore dran, am 29:28 gingen die Magyaren sogar erstmals in Führung. Doch ihre Aufholjagd konnten sie - auch aufgrund mehrerer leichter Fehler im Endspurt - nicht mehr mit einem Sieg krönen.

Durch das Remis haben beide Teams nun einen Punkt auf dem Konto, die beiden besten Mannschaften der Gruppe erreichen das Halbfinale. Das letzte Spiel des Abends bestreiten Schweden und Slowenien (20.30 Uhr/Dyn).

Quelle: ntv.de, ter

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