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Nächster Abgang nach Tom Brady Die Patriots beenden Ära des alten Ruhms

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Nach Bradys Abgang war Gostkowski für wenige Tage der dienstälteste New England Patriot.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Umbruch bei den New England Patriots: Nach Tom Brady verlässt auch Stephen Gostkowski das erfolgreichste Team der jüngeren NFL-Historie. Der Kicker wird nach 14 Saisons entlassen. Wohl vor allem, um Geld zu sparen. Weil Brady trotz seines Wechsels noch in den Büchern steht.

Den Rekord als dienstältester Spieler der New England Patriots hielt Stephen Gostkowski nur für wenige Tage. Übernommen hatte der Kicker diese Bestmarke erst in der vergangenen Woche, als Quarterback Tom Brady nach zwei Jahrzehnten das erfolgreichste Team der jüngeren NFL-Geschichte verlassen hatte. Nun musste auch Gostkowski gehen, der sich seit 2006 für New England um Field Goals und Extrapunkte nach Touchdowns gekümmert hatte. Nach 14 Saisons, 204 regulären Saisonspielen und 28 Einsätzen in den Playoffs haben die Patriots den 36-Jährigen aus ihrem Aufgebot gestrichen.

Der dreifache NFL-Champion Gostkowski steht mit 1775 Punkten und 374 verwandelten Field Goals auf Rang zwölf der ewigen Bestenliste. Seine Erfolgsquote von 87,4 Prozent ist die höchste der Patriots-Geschichte, ligaweit waren nur vier Kicker besser. In der vergangenen Saison kam er jedoch nur vier Mal zum Einsatz, bevor er sich einer Operation an der Hüfte unterziehen musste. Gostkowski galt als einer der zuverlässigsten Kicker der nordamerikanischen Profiliga, er ist einer von vier Spielern, die mindestens sechsmal mit ihren Teams im Super Bowl standen. Öfter gelang das nur Brady (neun, davon sechs Siege), ebenfalls sechsmal erreichten Mike Lodish (mit den Buffalo Bills und den Denver Broncos) und Don Beebe (Buffalo Bills, Green Bay Packers) das Endspiel.

Brady steht noch auf der Gehaltsabrechnung

Wie ESPN berichtet, geht es den Patriots bei der Entlassung vorrangig darum, Spielraum innerhalb der Gehaltsobergrenze zu schaffen. Insgesamt 198 Millionen US-Dollar haben die 32 NFL-Teams zur Verfügung, sich ihren an Spieltagen 53 Mann starken Kader zusammenzustellen. Mit dem Abschied von Gostkowski wird zwar auch sein Gehalt von 4,8 Millionen Dollar hinfällig, allerdings steht der sechsfache Super-Bowl-Sieger aus Foxborough damit nun auch ohne einzigen Kicker da.

In der aktuell laufenden Free Agency, der Transferperiode der NFL, schaffen sich die Patriots damit zumindest etwas Platz unter dem Salary Cap. Von den maximal auszugebenden 198 Millionen Dollar gehen etwa allein 18 Millionen Dollar an zwei Profis, die nicht mehr unter Vertrag stehen. Denn Brady hat zwar in der vergangenen Woche bei den Tampa Bay Buccaneers unterschrieben - steht aber dennoch mit 13,5 Millionen Dollar bei den Patriots in den Büchern für die Saison 2020. Gleiches gilt für den skandalumwitterten Wide Receiver Antonio Brown, der in der vergangenen Spielzeit nach nur einem Einsatz wieder entlassen wurde und trotzdem laut Salary Cap 4,5 Millionen Euro verdient. Denn neben ihrem Grundgehalt kassieren NFL-Profis oftmals Boni, wenn sie einen Vertrag unterzeichnen. Diese werden dann nicht als Einmalzahlung mit dem Salary Cap verrechnet, sondern über die Gesamtlaufzeit des Vertrags verteilt. Und zwar auch dann, wenn Klub und Spieler sich vorzeitig trennen.

Quelle: ntv.de, tsi